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STELLDICHEIN DER PROMINENZ

Vor 25 Jahren fand im Kurt-Wabbel-Stadion erstmals ein internationales Turnier  um den FIAT-Cup statt. Mit Werder Bremen, Fenerbahce Instanbul, Eintracht Frankfurt und Eindhoven kamen Top-Klubs an die Saale. Doch die Zuschauer-Resonanz war eher ernüchternd. 

Im Sommer vor 25 Jahren sollte ein internationales Turnier dem halleschen Fußball zu neuem Renommiere verhelfen. Aus diesem Grund wurde am 28. Juli 1994 das Halbfinale um den FIAT-Cup im Kurt-Wabbel-Stadion ausgetragen. Der HFC, der finanziell und sportlich dem Abgrund entgegen taumele,  hatte sich um die Ausrichtung des Wettbewerbs beworben in der Hoffnung, dass damit das Interesse bei Fans und Sponsoren neu entfacht wird. Unterstützung erhielt der Verein durch die Werbefirma des früheren Bundesliga-Torhüters Dieter Burdenski, der allein für Werder Bremen insgesamt 444 Erstliga-Spiele bestritten hat. Er sagte vorab: „Dass dieser Test in Halle stattfindet, freut mich besonders. Die Stadt besitzt eine große Fußballtradition und hat es verdient, dass Mannschaften dieser Größenordnung im Kurt-Wabbel-Stadion spielen.“ Die Besetzung des Turniers konnte sich sehen lassen. Mit Bremen, Fenerbahce Istanbul, Eintracht Frankfurt und dem PSV Eindhoven traten Klubs von europäischen Rang in Halle an.

Der SV Werder hatte 1992 den Europacup der Pokalsieger gewonnen, war dreifacher Deutscher Meister und hatte bis dahin ebenso oft den DFB-Pokal erobert. Fenerbahce konnte damals bereits zwölf türkische Meisterschaften  und zahlreiche Teilnahmen am Europa-Pokal vorweisen. Mit der Eintracht aus Frankfurt lief der Uefa-Cup-Gewinner von 1980 und Meister von 1959 im Kurt-Wabbel-Stadion auf. Und der 13fache holländischen Meister Einhoven kam nicht nur als beste europäische Klubmannschaft von 1980 und Uefa-Pokalsieger von 1978 nach Halle.  Mit dem Auftreten von PSV verbanden sich die tragischen Erinnerungen an die Brandkatastrophe vom September 1971. Vor dem Rückspiel des HFC im Uefa-Cup in Eindhoven war damals ein junger Hallescher Fußballer ums Leben gekommen. Die Partie wurde daraufhin abgesagt und nicht wiederholt. So fand das erste internationale Intermezzo des HFC ein jähes Ende. 

In allen vier Teams des FIAT-Cups in Halle standen eine ganze Reihe von Ausnahme-Fußballern. Bremen, das mit Meistertrainer Otto Rehhagel an die Saale gereist war, hatte seine stärkste Elf aufgeboten. Das Tor  hütete Oliver Reck. Davor postierten sich solche Asse wie Mario Basler, Dietmar Beiersdorfer, Marco Bode, Ulrich Borowka, Dieter Eilts, Andy Herzog, Frank Neubarth, Thomas Wolter und Mirko Votava. Mit dabei auch der Ex-Leipziger Bernd Hobsch. Nicht weniger prominent besetzt war das Team der Eintracht mit National-Keeper Andy Köpfe zwischen den Pfosten. In der Mannschaft von Trainer Jupp Heynkes standen unter anderem Rudi Bommer, Maurizio Gaudino, Anthony Yeboah, Jay Jay Okocha und das Enfant Terrible Thorsten Legat. Die Farben des PSV vertraten beispielsweise Könner wie Hans van Breukelen, Jan Wouters und Erik Meijer.  Bei Fenerbahce, das vom Deutschen Holger Osieck trainiert wurde, gab es für die rot-weißen Fans ein Wiedersehen mit dem früheren HFC-Spieler Andreas Wagenhaus.

Doch trotz der namhaften Aufgebote hielt sich der Zuspruch der Zuschauer an jenem Juli-Tag 1994 in Grenzen. Vielleicht lag es an den Ferien, am Wetter oder daran, dass das Turnier an einem Donnerstag über die Bühne ging. Die Hallenser, die damals von ihrer eigenen Elf in der NOFV-Oberliga eher „Magerkost“ geboten bekamen, nutzen jedenfalls das außergewöhnliche Angebot kaum. Am Ende besuchten nur knapp 1 500 Zuschauer dieses sportliche Ereignis. Immerhin stieß das Turnier in den Medien und bei den Autogramm-Jägern auf ein ordentliches Echo. Und ein Großteil der Einnahmen kam dem Nachwuchs des HFC zugute. Für die Statistiker noch die Ergebnisse:  Bremen schlug Fenerbahce mit 1:0. Die Eintracht gewann gegen Eindhoven erst im Elfmeterschießen. Am nächsten Tag bestritten die beiden Gewinner in Aue das Finale: Die Frankfurter besiegten den SV Werder mit 2:0 und holten sich die Trophäe. Die junge HFC-Truppe bereitet sich derweil auf die 1. Runde im DFB-Pokal vor. 14 Tage später tauchte Bayer Uerdingen 05 im Kurt-Wabbel-Stadion auf und bezwang die Rot-Weißen vor rund 2000 Zuschauern mit 4:1.