Ausstellung „60 Jahre HFC“ war ein voller Erfolg
Das war ein gelungener Auftakt im Jubiläumsjahr „60 Jahre HFC“. Die Sonderausstellung zum 60-jährigen Bestehen unseres Vereins im LEUNA-CHEMIE-STADION schlug alle Rekorde. Nie zuvor waren so viele Exponate, Trikots, signierte Fußbälle, Poster und andere Erinnerungsstücke aus sechs Jahrzehnten Hallescher Fußballgeschichte auf der etwa 300 Quadratmeter großen Fläche im Köstritzer Businessbereich zu sehen. Und auch die Resonanz übertraf alle Erwartungen. Mehr als 1 500 Besucher schauten sich in der zehntägigen Ausstellung zur bewegten Geschichte des Traditionsvereins um. Auch am Abschlusstag strömten nochmal über 250 Leute in die 2. Etage des Funktionsgebäudes am Stadion. Sie kamen auch, um ehemalige Spieler, Trainer, Staff-Mitglieder und Verantwortliche zu erleben, die nach der Jahrtausendwende die Entwicklung des HFC mitgeprägt haben. Und sie wurden nicht enttäuscht. So lüftete Michael Schädlich das Geheimnis, warum er im Juli 2002 das Amt des HFC-Präsidenten übernommen hat. „Im Rathaus in Halle wurde mir quasi die Pistole auf die Brust gesetzt. Bei einem Nein von mir hätte man für den HFC die Insolvenz beantragt“, schilderte der promovierte Wirtschaftswissenschaftler die Dramatik im Büro der Oberbürgermeisterin. Michael Schädlich, der aus dem Vogtland stammt, blieb 16 Jahre an der Spitze unseres Vereins. In seiner Amtszeit hat der HFC zwei Aufstiege und die Einweihung eines neuen Stadions gefeiert. Dariusz Kurzeja konnte sich noch gut an die Turbulenzen nach der gescheiterten Fusion mit dem VfL Halle erinnern, die auch an den Akteuren auf dem Platz nicht spurlos vorübergingen. Als „Spieler der Saison 1999/2000“ hatte er damals mit seinen 20 Toren maßgeblich zur Rückkehr des HFC in die Amateur-Oberliga beigetragen.
Als Dennis Mast mit 19 Jahren bei den A-Junioren der Rot-Weißen in der Bundesliga zehn Treffer markierte, holte ihn Trainer Sven Köhler in die Regionalliga-Mannschaft. „Und dort habe ich eine spannende Zeit verbracht“, erzählte der hochgewachsene einstige Flügelstürmer. Natürlich kann er sich noch genau an die Partie am 19. Mai 2012 zu Hause gegen RB Leipzig erinnern, als der HFC nach einem torlosen Remis den Sprung in die dritte Liga schaffte. „Da haben wir den Bullen ein Schnippchen geschlagen“, sagte der heute 33-jährige Fußballer mit einem leichten Grinsen im Gesicht. Sascha Pfeffer, der auch aus der Talente-Schmiede des HFC kommt und in seiner langen Karriere fast 600 Begegnungen in der zweiten und dritten Profiliga sowie in der Regionalliga bestritten hat, sind besonders die zwei Landespokal-Siege mit den Rot-Weißen im Gedächtnis haften geblieben. „Als gebürtiger Hallenser habe ich natürlich immer davon geträumt, im Trikot des HFC in unserem schmucken Stadion aufzulaufen“, so „Pfeffif“, wie ihn seine Freunde und Mitspieler rufen. 88 Mal hat er diesen besonderen Moment genossen. Mit 36 Toren in 158 Partien ist Sascha Pfeffer danach auch noch bei Lok Leipzig eine Vereinslegende geworden. Und so schlagen bei dem 39-jährigen Offensivspieler immer zwei Herzen in seiner Brust, wenn der HFC gegen die „Loksche“ antritt. Am besten wäre es wohl, wenn die Blau-Gelben nach dieser Saison und einer endlich mal gewonnenen Relegation in die dritte Liga aufsteigen, während der HFC dann in der nächsten Saison 2026/27 auf dem direkten Weg in die dritte Profiliga zurückkehrt.
Das wäre auch für Torsten Ziegner ein mögliches Szenario, wobei er am eigenen Leibe spüren musste, wie wechselhaft der Fußball sein kann. Immerhin hat der HFC mit dem gebürtigen Thüringer als Trainer die erfolgreichste Saison in der dritten Liga absolviert. In der Spielzeit 2018/19 belegten die Rot-Weißen mit der Rekordzahl von 66 Punkten den vierten Platz. Der HFC errang damals 19 Siege und spielte 18 mal zu Null. Es herrschte überall in der Stadt Halle und in der Region eine große Euphorie. „Wir hatten eine Mannschaft, in der alles zusammen gepasst hat“, nannte er den hauptsächlichen Grund, warum der HFC damals eine „Saison der Rekorde“ absolvierte. Für ihn kommt es bei der Zusammenstellung eines Teams nicht vorrangig auf die Qualität eines Spielers an, sondern, dass es bei ihm auch charakterlich stimmt. Welche Schicksalsschläge mancher Fußballer aushalten muss, das erfuhren die Besucher von Luka Vujanic, einem unserer hoffnungsvollen Nachwuchsspieler. Er hatte sich vor einem Jahr bei einem Probetraining auf Schalke so schwer verletzt, dass er monatelang ans Bett gefesselt war und bis heute von Schmerzen geplagt wird. Er hat jetzt zwar ein Studium der Volkswirtschaftslehre in Halle aufgenommen. Seinen Traum vom Profifußball will er dennoch nicht aufgeben. „Ich bin zuversichtlich, dass es doch noch klappt“, schaut das 22-jährige Talent inzwischen wieder optimistischer in die Zukunft. Unser Physiotherapeut Walter Moissejenko ist mittlerweile seit fast 25 Jahren dabei, verletzte Spieler wieder fit zu machen. Für den Beginn der Rückrunde konnte er jedenfalls Entwarnung geben. „Bis auf die Langzeitverletzten haben wir alle Spieler an Bord“, verriet der Familienvater, der zu einem Sympathieträger unseres Vereins geworden ist.
Ein großer Dank gilt abschließend dem ganzen Organisationsteam - ohne euch wäre das nicht möglich gewesen!