HFC hält Erinnerung an Kevin wach
Noch immer macht dieser sinnlose Tod fassungslos: Sieben Jahre ist es nun her, dass HFC-Fan Kevin S. durch die feige Tat eines Antisemiten und Rassisten sein junges Leben einbüßte. Der schwer bewaffnete Täter aus dem Mansfelder Land hatte versucht, am 9. Oktober 2019, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, die Synagoge in Halle zu erstürmen und ein Massaker anzurichten. Als dies misslang, erschoss er danach aus Frust zuerst eine 40 Jahre alte Passantin und später in einem nahegelegenen Döner-Imbiss den Malerlehrling, der dem Fanclub „Merseburger Domfalken“ angehörte. Auf seiner Flucht zur Autobahn verletzte der hasserfüllte Täter auch zwei Menschen in Wiedersdorf schwer, ehe er gefasst werden konnte. Der rechtsextremistische Terrorist wurde vom Oberlandesgericht Naumburg zu lebenslänglicher Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.
An Kevin S., der nur 20 Jahre alt wurde, erinnert eine Steinplatte mit seinen Lebensdaten, die an seinem früheren Platz in der Fankurve unseres Stadions eingelassen ist. Sein Merseburger Fanclub, in dem er sich beschützt und aufgehoben fühlte, wird dort und an seinem Grab auf einem Merseburger Friedhof wieder Blumen ablegen. „Geliebt und unvergessen in unserem Herzen“ steht auf dem Grabstein des getöteten Anhängers unseres Vereins, der in der ganzen HFC-Familie unvergessen bleibt. Der Hallesche FC, der in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert, hält sein Andenken in Ehren. In der ganzen Stadt Halle wird am Freitag mit zahlreichen Veranstaltungen der Opfer des Terroranschlags vom 9. Oktober 2019 gedacht. Kurz nach 12 Uhr werden die Glocken der Halleschen Kirchen läuten, verbunden mit einem stillen Gedenken.
Unter dem Motto „Nie wieder - gemeinsam gegen das Vergessen“ veranstaltet das Fanprojekt Halle an diesem Tag zum siebten Mal ein Gedächtnis-Fußball-Turnier für Freizeitmannschaften. Es findet ab 15.30 Uhr in der Turnhalle am Bildungszentrum in Halle-Neustadt statt. An den Start gegen Teams mit Spielern im Alter von 13 bis 17 Jahren. Bisher haben bereits 13 Fußball-Mannschaften ihre Teilnahme zugesagt. Auch die Profispieler Niklas Kastenhofer und Felix Langhammer aus der Regionalliga-Mannschaft des HFC wollen vorbeischauen und damit ein Zeichen setzen. Denn unser Verein steht seit jeher für Vielfalt, Toleranz und Offenheit und verurteilt jede Form von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung.