Emotionale Momente bei der Ausstellung zu „60 Jahre HFC“
Das war einer der Höhepunkte der Sonderausstellung zum 60-jährigen Bestehen des HFC im LEUNA-CHEMIE-STADION: Zum Gründungstag unseres Vereins am 26. Januar erhielten Dieter Strozniak und Hartmut Meinert ihre Urkunden als Ehrenmitglieder des HFC. Die Mitgliederversammlung unseres Traditionsvereins hatte ihnen die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Als Präsident Dr. Jürgen Fox den beiden HFC-Legenden die Urkunden überreichte und ihnen zu der Auszeichnung gratulierte, brandete Beifall im dicht gefüllten Köstritzer Businessbereich auf. Kein Wunder, denn die Bezeichnung „Urgestein“ trifft wohl auf keinen in unserm Verein mehr zu als auf Dieter Strozniak. Der gebürtige Hallenser, der am 14. Januar seinen 71. Geburtstag gefeiert hat, fühlt sich seit seiner Kindheit mit dem HFC verbunden. Mit 357 Punkt- und Pokalspielen sowie 26 Toren hat sich „Stroze“, wie ihn seine ehemaligen Mitspieler, Freunde und die Anhänger der Rot-Weißen bis heute rufen, einen Platz in den Annalen des Halleschen FC gesichert. Mehr noch: Schon seit vielen Jahren ist der frühere 1,79 Meter große Verteidiger ein Aushängeschild unseres Fußballvereins. Auch, weil er immer zur Stelle war, wenn unser Verein ihn gebraucht hat. Auf Dieter Strozniak konnte sich der HFC stets verlassen. Egal, ob als Spieler, Co-Trainer, Chefcoach oder als Mannschaftsleiter. Bei einer Online-Umfrage im Sommer 2011 zur Einweihung des neuen Stadions wurde er daher nicht von ungefähr zum populärsten Spieler in der Geschichte des HFC gewählt.
Auch Hartmut Meinert, der am 23. Februar 75 Jahre alt wird, hat wahrlich ein Stück hallescher Fußball-Geschichte mitgeschrieben. Mit zehn Jahren wurde der Straßenfußballer in einem Ferienlager entdeckt. 1969 holte der damals 18-Jährige mit dem HFC Chemie den einzigen DDR-Juniorenmeister-Titel für die Rot-Weißen. Mit 19 gab er 1970 bei Chemie Leipzig seinen Oberliga-Einstand. Ein Jahr später erlebte der Hallenser vor 35 000 Zuschauern im ausverkauften Kurt-Wabbel-Stadion das Europapokalspiel gegen den PSV Eindhoven. Beim verheerenden Hotel-Brand vor dem Rückspiel in den Niederlanden kam Hartmut Meinert mit dem Schrecken davon. Der 1,83 Meter große defensive Mittelfeldspieler gehörte zur „Goldenen Fußball-Generation“ des HFC Chemie. Nach dem Abschied des 72-fachen Nationalspielers und Olympiasiegers Bernd Bransch übernahm er zu Saisonbeginn 1976 die Kapitänsbinde. Bis 1984 absolvierte der gelernte Heizungsinstallateur insgesamt 272 Oberligaspiele für die Rot-Weißen.
Heute noch gehören die neuen Ehrenmitglieder unseres Vereins zum Betreuerstab der Traditionsmannschaft des HFC. Mit ihrer Einsatzbereitschaft, ihrem Teamgeist, ihrer Willensstärke und dem stets fairen Auftreten sind sie immer noch Vorbilder für den Nachwuchs. Und Hartmut Meinert musste sogar die Tränen unterdrücken, als ihm HFC-Chronist Thomas Böttcher eine Leinwand mit zahlreichen Fotos aus seiner erfolgreichen Laufbahn übergab. Eine Überraschung, die gelungen war.
Danach schilderten die ehemaligen HFC-Spieler Ulrich Rothe, Dieter Ilgner und Gunter Amler, wie sie die Gründungsveranstaltung des HFC Chemie am 26. Januar 1966 im damaligen Interhotel „Stadt Halle“ dem heutigen Maritim, erlebt haben. Unsere langjährigen Mannschaftsbetreuer Dagmar Schultze und Norbert Ciornei plauderten anschließend aus dem Nähkästchen, wobei der Pokalgewinn am 14. Mai 2008 in Magdeburg und der Aufstieg am 19. Mai 2012 in die dritte Liga auch bei ihnen besonders emotionale Eindrücke hinterlassen haben. Willi Klose, Begründer und langjähriger Vorsitzender des Wirtschaftsbeirates, zeigte sich zum Abschluss der kleinen Jubiläumsfeier kämpferisch. „Der HFC gehört in den Profifußball und ich bin zuversichtlich, dass wir die Rückkehr in die dritte Liga auch schaffen werden“, sagte das 81-jährige Ehrenmitglied unseres Vereins, wofür er spontan Applaus der versammelten Fans und Sympathisanten des HFC erntete.
Die Ausstellung im Köstritzer Businessbereich des LEUNA-CHEMIE-STADIONS ist noch bis zum Donnerstag, dem 29. Januar, jeweils von 16 bis 20 Uhr, geöffnet.
Hinweis: Die Ausstellung kostet keinen Eintritt. Auch die Parkplätze am Funktionsgebäude des Stadions können kostenlos genutzt werden. Für Besucher mit körperlichen Beeinträchtigungen steht ein Fahrstuhl im Funktionsgebäude zur Verfügung (Bitte bis 2. Etage fahren).