Bisher nur Benefizspiel gegen Schalker Knappen
Wo immer man sich in diesen Tagen in und um Halle umhört, überall herrscht riesige Vorfreude auf das Pokalspiel des HFC gegen den FC Schalke 04. Kein Wunder, diese Begegnung in der 1. Runde des DFB-Pokals in der Saison 2026/27 ist für unseren Verein ein Traumlos. Für Marian Unger ging damit sogar ein heimlicher Wunsch in Erfüllung. „Schalke stand neben Köln ganz oben auf meiner Liste für die Auslosung im Dortmunder Fußballmuseum“, verriet der Sportgeschäftsführer des HFC in einer ersten Reaktion nach der Ziehung durch den ehemaligen Fifa-Schiedsrichter Deniz Aytekin. Immerhin treffen die Rot-Weißen auf einen der bekanntesten und erfolgreichsten Traditionsvereine im deutschen Fußball. Die „Königsblauen“ sind in ihrer wechselvollen Geschichte siebenmal deutscher Meister geworden und haben fünfmal den Pokal gewonnen. In diesem Jahr gelang dem Gründungsmitglied der Bundesliga von 1963 als Zweitliga-Meister die Rückkehr in die höchste deutsche Fußballliga.
„Schalke ist in der Tat ein klangvoller Name. Und in unserer Region gibt es viele Anhänger und Sympathisanten der Königsblauen“, weiß unser langjähriger Mannschaftskapitän Lars Georg. Er hat auch schon Erfahrungen mit dem Kultverein aus dem Ruhrpott gemacht. Im DFB-Pokal treffen der HFC und die Schalker Knappen zwar das erste Mal aufeinander, doch beide Vereine standen sich schon einmal in Halle gegenüber. Und das war am 3. September 2005 im Kurt-Wabbel-Stadion. Damals nutzten beide Mannschaften eine Länderspiel-Pause, um ein Benefizspiel zu vereinbaren. Der Bundesligist und Europapokal-Sieger von 1997 kam zwar ohne seine Nationalspieler, dennoch konnte Trainer Ralf Rangnick eine namhafte Elf aufbieten, die vor rund 7 000 Zuschauern gegen den Amateur-Oberligisten mit 2:0 gewann. Die Mannschaft von HFC-Trainer René Müller hielte lange mit, ehe Lewejohann (60.) und Aziz (83.) den Endstand besorgten. Schalke-Manager Rudi Assauer lobte den Auftritt der Hallenser und bescheinigte dem Verein, dass er „sicher Möglichkeiten für die dritte Liga hat“.
Vor dem Anpfiff standen beide Teams für einen neunjährigen krebskranken Jungen, der ein Fan des HFC und der Knappen war, Spalier. Als ihm Schalkes Kapitän Ebbe Sand ein signiertes Trikot mit allen Unterschriften übergab, flossen Tränen. „Das war ein sehr emotionaler Moment“, erinnert sich „Schorschi“, der damals dem Brasilianer Lincoln das Leben mehr als schwer machte. „Ich glaube, er hatte es sich leichter vorgestellt“, so Lars Georg, der den Schalker Spielmacher regelrecht „entzauberte“, wie eine Zeitung in ihrem Spielbericht schrieb. Insofern sollten sich seine Nachfolger nicht bange machen lassen, wenn sie nun im ersten Pflichtspiel auf Schalke treffen. „Der Pokal ist bekanntlich immer wieder für Überraschungen gut“, sagt der 52-jährige Hallenser, der sich heute gemeinsam mit Maik Völkner um die Organisation der Spiele der HFC-Traditionself kümmert.
Wie ein Blick in die Hallesche Fußball-Historie verrät, ist die Partie gegen den HFC nicht der erste Auftritt von Schalke im Pokal in Halle. Schon am 11. August 1940 trafen die „Königsblauen“ in der ersten Runde des Wettbewerbs, der damals Tschammerpokal hieß, auf den Halleschen FV Sportfreunde. Der Verein wurde am 2. September 1903 gegründet und war neben dem Halleschen FC Wacker und dem Halleschen FC von 1896 einer der führenden Fußballklubs in Mitteldeutschland. Die Partie gegen Schalke fand vor unglaublichen 18 000 Zuschauern auf dem gerade neu errichteten Stadion am Böllberger Weg statt. Der haushohe Favorit aus dem Ruhrpott fertigte die Hallenser mit 7:0-Toren ab. Drei Treffer erzielte dabei Fritz Szepan, der zusammen mit Ernst Kuzorra den berühmten „Schalker Kreisel“, ein schnelles, genaues Kurzpassspiel, ähnlich dem späteren „Tiki Taka“ der Spanier, begründet hatte. Die Sportfreunde lösten sich 1945 nach Ende des Krieges auf. Nach 86 Jahre kommt es nun wieder zu einem Pokal-Duell in Halle mit Schalke 04.
Lars Georg, heute 52 Jahre, hat als Mannschaftskapitän mit dem HFC am 3. September 2005 ein Benefizspiel gegen den FC Schalke 04 bestritten.