Profimannschaft
11.11.2018

ENTSCHIEDEN STATT GELEITET

Sachlich, aufgeräumt und treffend fasste Torsten Ziegner das eher außersportliche Geschehen nach dem Drittligaspiel zwischen dem TSV 1860 München und dem Halleschen FC zusammen. „Schiedsrichter sollten ein Spiel leiten, nicht entscheiden“, so der HFC-Trainer. Damit traf er den Nagel auf den Kopf.

In seinem vierten Drittliga-Einsatz brachte der 28-jährige Referee das „Kunststück“ fertig, beinahe bei allen relevanten Entscheidungen des Spiels mit großem Einfluss auf den weiteren Verlauf daneben zu liegen. Fast schon paritätisch verteilt auf beiden Seiten. Die 15.000 Zuschauer trauten ihren Augen kaum und so mancher Beobachter war irgendwann nur noch amüsiert über die teils grotesken Pfiffe  des Schiedsrichters.

So waren selbst eingefleischte Löwen-Fans überrascht, als es neben dem Elfmeter für 1860 nach knapp 20 Minuten nach einem Zupfer am Trikot von Stürmer Grimaldi auch Rot für Toni Lindenhahn gab. „Die doppelte Bestrafung einer Aktion ist doch längst abgeschafft“, wunderten sich sogar die einheimischen Fans auf der Haupttribüne, zumal von einer Notbremse kaum die Rede sein konnte beim Foul des Hallensers. Munter weiter ging es mit dem Elfmeter für den HFC, der nach näherer Betrachtung ebenfalls in die Kategorie mindestens umstritten einzuordnen war. Es ging jedoch munter weiter mit den Fehlentscheidungen. Ein TSV-Treffer kurz vor der Pause wurde zu Unrecht wegen vermeintlicher Abseitsstellung aberkannt. Den Höhepunkt der Falscheinschätzung hob sich Justus Zorn jedoch bis zur 66. Minute auf, als er nach einem sauber abgefangenen Flugball durch HFC-Keeper Kai Eisele und Zusammenprall mit Gegner Lex Gelb für den Torwart zog und auf den Strafstoßpunkt zeigte. In einer Phase, in der die Mannschaft in Unterzahl den Kontrahenten mit guter Defensivarbeit schier zur Verzweiflung brachte und 1860 nichts einfiel  im Bemühen um den Ausgleich.

Es war bezeichnend, dass die Löwen anschließend noch einen Elfmeter nach Handspiel forderten und auch der HFC nach Zupfer an Baxter Bahn durchaus einen weiteren Strafstoß hätten zugesprochen bekommen können. Stattdessen schickte der Unparteiische nach einer Serie krasser Fehlentscheidungen den Gästetrainer auf die Tribüne weil der es wagte, Kritik zu üben an der schier unglaublichen Leistung des Schiedsrichters.

Ein Novum am Sonnabend war wohl, dass sich beide Teams benachteiligt fühlten. „Der Schiedsrichter hat von Beginn an Emotionen auf beiden Seiten ins Spiel gebracht, statt es zu beruhigen“, resümierte 60-Trainer Daniel Bierofka, ohne auf einzelne Szenen eingehen zu wollen. HFC-Sportdirektor Ralf Heskamp wurde deutlicher: „Der Unparteiische war der Partie nicht gewachsen.“

Er hat das Spiel eben entschieden, nicht geleitet. Neben Rot für Toni Lindenhahn gab es weitere acht Gelbe Karten in einem Spiel, das zwar umkämpft und leidenschaftlich geführt, aber keineswegs unfair war. Neben der zu erwartenden Sperre für Toni Lindenhahn muss der Hallesche im nächsten Spiel nun auch auf Jan Washausen und Baxter Bahn verzichten, die jeweils die fünfte Verwarnung kassierten. Aber das sind angesichts der getroffenen Entscheidungen mit immensem Einfluss auf den Spielverlauf eher Randerscheinungen mit späterer Wirkung.

Von: LT

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