Profimannschaft
10.07.2018

PROBIEREN GEHT ÜBER STUDIEREN

Natürlich studiert das Trainer-Trio des Halleschen FC im Anschluss an jedes Testspiel die gezeigten Leistungen, aufbereitet durch Scout Björn Ganser als „Videobeweis“. Das Credo von Torsten Ziegner und Kollegen während der Vorbereitung lautet dennoch: Probieren geht über Studieren.

Die Positions-Rotation in den zurückliegenden Tests des Halleschen FC war für Außenstehende gleichermaßen spannend wie erstaunlich. Zahlreiche HFC-Kicker durften sich auf Feldern bewegen, die man ihnen womöglich gar nicht zugetraut hatte. Für Torsten Ziegner die normalste Sache der Welt. „Was Toni Lindenhahn rechts im offensiven Mittelfeld kann oder in der Zentrale, das wissen wir. Wichtig war deshalb zu sehen, wie er eine ganz andere Aufgabe angeht und löst“, begründete der neue HFC-Trainer nach dem Test gegen Nordhausen stellvertretend für viele seiner Positions-Überlegungen.

Gegen Wacker gab Toni Lindenhahn den rechten Innenverteidiger der Dreierkette – und zeigte mit Abgeklärtheit, gutem Kopfballspiel, Ballsicherheit und taktischem Verständnis, dass diese Position für ihn keine Utopie sein muss. Auch andere Spieler durften flexibel ran. Hendrick Starostzik in Aue nach Einwechslung im defensiven Mittelfeld, Fynn Arkenberg links hinten, Julian Guttau erst im Zentrum und dann auf dem linken Flügel, Davud Tuma hinter der Spitze, Marvin Ajani als zweiter Stürmer und dann wieder rechts vorn, Bentley Baxter Bahn abwechselnd auf nahezu allen Offensivpositionen, Rechtsverteidiger Eric Henschel im Mittelfeld. So ist das Team weniger ausrechenbar, kann sich auf verschiedene Grundordnungen einstimmen, Laufwege des Nebenmanns auch mal selbst gehen.

Trotz Rotation bleiben einige grundlegende Herangehensweisen der neuen Mannschaft stets unverändert: Hoher Laufaufwand, aggressives Anlaufen, frühes Pressing, aktive Spielgestaltung, schnelles Umschalten, mutige Eingaben, überzeugte Torabschlüsse. Egal wer auf welcher Position am Start ist. Die „Basics“ hat das Team bereits gut verinnerlicht. Nun gilt es in den letzten drei Testspielen vor dem scharfen Start zu schauen, wer auf welcher Position für den jeweiligen Tag am geeignetsten ist für die Mannschaft. Das kann sich dann auch wieder ändern je nach Gegner, Tagesform und Spielstand. Probieren geht eben über (nachträgliches) Studieren.

Von: LT

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