Faninformation
12.03.2019

COTTBUS KOMMT MIT NEUER ENERGIE

Der FC Energie Cottbus hat Blut geleckt. „Der Knoten ist geplatzt“, resümierte Trainer Pele Wollitz nach dem 3:0-Heimsieg gegen Preußen Münster am Wochenende. Im Kampf um den Klassenerhalt zählt für die Lausitzer aber weiterhin jeder Punkt, sie sieht nach wie vor akut bedroht im ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg.

Vor der Wende spielte Energie 21 Jahre in der DDR-Liga, 6 Jahre in der DDR-Oberliga. Erst 1989 konnte der erste Klassenerhalt bejubelt werden. Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte, der einen wahren Fußball-Boom in Cottbus auslöste. Hinter Dynamo Dresden und Hansa Rostock konnte Energie den dritthöchsten Zuschauerschnitt der DDR aufweisen. Die Saison 1989/90 schloss die Mannschaft als 7. ab, was die beste Platzierung von Energie im DDR-Fußball bedeutete und zur erstmaligen Teilnahme am UEFA Cup berechtigte. Die als NOFV-Oberliga ausgetragene Saison 1990/91 im inzwischen wiedervereinigten Deutschland brachte jedoch nur den vorletzten Platz. Hierdurch verpasste der FCE den Sprung in den gesamtdeutschen Profifußball und wurde zur Spielzeit 1991/92 in die Amateur-Oberliga, damals die dritthöchste Spielklasse, eingegliedert. Die Oberliga-Saison 1993/94 beendete Energie als Tabellenzweiter und nahm an den Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga teil, da Union Berlin als Meister keine Lizenz für den Profifußball bekam. In der Aufstiegsrunde scheiterte Energie zwar, hatte sich aber damit für die neu geschaffene Regionalliga qualifiziert. Hier verpflichtete Energie Eduard Geyer, der die Lausitzer 1997 in die 2. Bundesliga und 2000 in die Bundesliga führte. Zweimal schaffte der FCE entgegen vieler Prognosen den Klassenerhalt. 2003 stieg Energie für drei Jahre in die 2. Bundesliga ab. 2006 erfolgte die Rückkehr ins Oberhaus. Die bisher letzte Bundesliga-Saison 2008/09 beendete der FCE als 16. auf dem Relegationsplatz und musste nach zwei Niederlagen gegen den 1. FC Nürnberg, den Drittplatzierten der 2. Bundesliga, absteigen. Nach mehreren vergeblichen Versuchen des Wiederaufstiegs musste Energie 2014 den bitteren Weg in die 3. Liga, 2016 sogar erstmalig in der Vereinshistorie in die Viertklassigkeit antreten. 2018 gelang der Wiederaufstieg als Meister der Regionalliga Nordost und den Aufstiegsspielen gegen den Meister der Regionalliga Nord, den SC Weiche Flensburg 08.

Der FCE vertraute zunächst den Spielern, die den Aufstieg in die 3. Liga geschafft hatten. Nur drei Spieler holte Energie dazu. Standhaft blieb Energie bei Stürmer Streli Mamba, der das Interesse von Zweitligisten auf sich gezogen hatte. 500.000 € wurden geboten, 750.000 € wollten die Lausitzer mindestens – es gab keine Einigung, Mamba blieb.

Der FCE legte nach der beeindruckenden Aufstiegssaison einen furiosen Start in die neue 3. Liga Saison hin, war nach dem 2. Spieltag sogar Tabellenführer. Doch dann stellte sich eine längere Durststrecke ein, Energie rutschte nach und nach in den Abstiegskampf. Man überwinterte zwar noch auf Rang 14, holte in 2019 bislang jedoch erst vier Zähler und ist nunmehr 18. mit 27 Punkten. Am vergangenen Wochenende gelang ein kleiner Befreiungsschlag mit dem 3:0 daheim gegen Preußen Münster. Zudem hat Energie noch ein Nachholspiel in Unterhaching in der Hinterhand. In der Winterpause verstärkte sich FCE mit 5 Akteuren. Neben Daniel Bohl vom HFC und Jürgen Gjasula stieß hierbei Drittliga-Rekordspieler Robert Müller (zuletzt KFC Uerdingen) zu den Lausitzern, die hoffen, dass seine immense Erfahrung zum Klassenerhalt beiträgt. Schmerzhaft war der Weggang von Kapitän Marc Stein, der aus persönlichen Gründen Cottbus verließ und in seiner Heimat nun beim VfB Stuttgart II spielt.

Von den bisherigen insgesamt 5 Spielen in 3 gemeinsamen 3. Liga Jahren konnte der HFC 3 für sich entscheiden, bei einem Unentschieden und einer Niederlage. Das bislang letzte Spiel in Halle endete am 13.12.2015 vor 6.358 Zuschauern 1:1 (Torschütze für den HFC Sören Bertram). Das Hinspiel der laufenden Saison gewann der HFC am 10.10.2018 mit 2:1 in Cottbus (Torschützen für den HFC Bahn und Jopek).   

Auswärts erzielte FCE bislang 11 Punkte in 12 Spielen, gewann in Lautern und Rostock. Beste Torschützen des FCE in der laufenden Saison sind Streli Mamba und Dimitar Rangelov mit 8 bzw. 5 Treffern, beste Spieler (lt. Kicker) Torhüter Avdo Spahic (Note 3,00) und Mittelfeldspieler Fabio Viteritti (3,36).

Der Hallesche FC geht mit einem Augenzwinkern in dieses Ost-Derby, will dem Kontrahenten laut Ankündigungsgrafik "den Stecker ziehen". Das gilt allerdings nur für dieses direkte Duell - danach darf Cottbus gern die nötige Energie für den Klassenerhalt aufbringen.

Von: TD

Teile diesen Artikel mit Deinen Freunden