Faninformation
10.02.2019

GROSSARTIGE ATMOSPHÄRE

Schon zum zweiten Mal in der laufenden Saison 2018/19 rollte ein Fankurvenexpress des Halleschen FC zum Auswärtsspiel. Erst nach München zu 1860, nun nach Kaiserslautern zum Betzenberg. Das neu gewählte Vorstandsmitglied Steffen Kluge war mit an Bord.

Steffen, Du bist am Samstag im 2. Fankurvenexpress nach Kaiserslautern gereist, warum?

Ich habe schon nach der Veröffentlichung des Spielplans vor Saisonbeginn die Fahrt zum Betze fest eingeplant. So wie viele andere auch. Als feststand, dass ein Fanzug rollt, habe ich mir schnell ein Ticket gesichert. Dass ich mit dem Klub mal zu einem Ligaspiel ins legendäre Fritz-Walter-Stadion fahre, hätte ich mir noch vor ein paar Jahren nicht träumen lassen.

Du bist bei der Mitgliederversammlung am 3. Februar in den HFC-Vorstand gewählt worden. Wie haben denn die Fans reagiert, als du am frühen Samstagmorgen in neuer Funktion in den Fankurvenexpress gestiegen bist?

Der Empfang war sehr herzlich, es gab jede Menge Glückwünsche und viele Gespräche, auch mit Fans zu denen ich bisher weniger Kontakt hatte.  Die Form des Umgangs und die Art und Weise der Gespräche haben sich nicht geändert, nur die Themenfelder sind noch breiter geworden.

Worüber hast du denn mit den Fans gesprochen?

Ich werde sicher nicht alles verraten. Vertrauensschutz war mir schon immer wichtig und wird auch so bleiben. In den allermeisten Fällen ging es aber nicht um persönliche Dinge, sondern  um das Ergebnis der Vorstandswahl, die Aufbruchstimmung im Verein, die sportliche Entwicklung, meine Aufgaben im neuen Vorstand und viele Ideen der Fans und Mitglieder.

Wie war denn die Stimmung im Zug?

Die Atmosphäre war von der ersten bis zur letzten Minute großartig. Es ist absolut beeindruckend, mit welcher Akribie die Ultras auch den 2. Fankurvenexpress organisiert haben. Da wurde an das kleinste Detail gedacht.  Die 750 mitgereisten HFC-Fans aller Altersklassen wussten das sehr zu schätzen und so sah ich nur strahlende Gesichter im Zug.

Was unterscheidet denn einen Fankurvenexpress vom normalen Reiseverkehr mit der Deutschen Bahn?

Der Unterschied ist sehr groß.  Im Fanzug sind die Fans unter sich, müssen nicht vielfach umsteigen und können sich entsprechend eigens aufgestellter Regeln verhalten.  Jeder Mitfahrer  kann sich Im Zug frei bewegen und hat die Wahl zwischen Diskofeeling im Partywaggon oder eine ruhigere Kugel in Sechser-Abteilen oder Großraumwaggons zu schieben.

Warum fährt die Fanszene dann nicht immer im Fanzug zum Auswärtsspiel?

Es gibt leider nur wenige private Anbieter, bei denen ein Zug mit Partyhänger gebucht werden kann. Dazu sind die Kosten deutlich höher als das Reisen mit einem Wochenendticket der Deutschen Bahn. Nicht zu vergessen der enorme organisatorische Aufwand und die Haftungsfrage. Bei jedem Zug haften die Unterzeichner des Nutzungsvertrages mit ihrem privaten Vermögen.

Sollte man als Verein oder auch der DFB über eine finanzielle Unterstützung von Fanzügen nachdenken?

In jedem Fall verursachen Fanzüge deutlich weniger Aufwand bei der Absicherung von Reisewegen. Da es immer wieder politische Stimmen gibt, die eine Kostenübernahme von Polizeieinsätzen durch die Fußballvereine fordern, könnte hier entsprechend entgegenargumentiert werden. Ich glaube aber nicht, dass Fans Geld vom DFB oder ihres Vereins annehmen, da sie dann wieder ein Stück Unabhängigkeit abgeben würden.

Ist in dieser Saison ein 3. Fankurvenexpress geplant?

Nachdem die Fanzüge zu 1860 München und nach Kaiserslautern so erfolgreich verliefen, könnte ich mir einen 3. Fankurvenexpress durchaus vorstellen.  Da werden die Organisatoren der Saalefront wahrscheinlich auch schon mal auf das restliche Auswärtsprogramm des HFC geschaut haben. Bekanntlich geht es am letzten Spieltag nach Karlsruhe und da träume ja nicht nur ich vom großen Finale.

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