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06.02.2019

MYTHOS BETZENBERG

Der 1. FC Kaiserslautern, die „Roten Teufel“, ist zweifellos einer der Traditionsvereine des deutschen Fußballs. Der FCK war Gründungsmitglied der Bundesliga 1963 und gehörte dieser ununterbrochen bis zum Jahre 1996 an. Heimstätte ist der berühmte Betzenberg, zu Ehren der Clublegende und  Weltmeister 1954 nunmehr "Fritz Walter-Stadion".

Mit vier deutschen Meisterschaften und zwei DFB-Pokalsiegen zählt der Club aus der Pfalz zu den erfolgreichsten Fußballvereinen Deutschlands. In der ewigen Tabelle der Bundesliga belegt der FCK derzeit den zehnten Platz. Internationale Erfolge des Vereins waren u.a. das Erreichen des Champions-League-Viertelfinales 1999 sowie die zweimalige Teilnahme am UEFA-Pokal-Halbfinale. Einmalig ist, dass der FCK in der Saison 1997/98 unter Trainer Otto Rehhagel als Aufsteiger die deutsche Meisterschaft gewann. Heimstätte der „Roten Teufel“ ist das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern, benannt nach dem Kapitän der DFB-Nationalelf, die 1954 den Weltmeistertitel gewann. Es ist mit einer Zuschauerkapazität von 49.850 das derzeit größte Stadion der 3. Liga. Das Stadion, der „Betze“ wie er im Volksmund heißt, befindet sich hoch oben auf dem Kaiserslauterer Betzenberg. Es hat in Fußball-Deutschland einen ganz besonderen Ruf. So mancher Spitzenclub, auch in früheren Jahren die Bayern, zitterte beim Gedanken, im „Höllenfeuer“ auf dem Betzenberg spielen zu müssen. Auch heute noch ist der „Betze“ ein Magnet für Fans aus ganz Fußballdeutschland. Der Zuschauerschnitt in der laufenden Saison beträgt bislang 22.750, auch der Gästeblock war meist gut besucht.

Das Fritz-Walter-Stadion war während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 Austragungsort von fünf Spielen. Seinen heutigen Namen erhielt das Stadion am 2. November 1985 anlässlich des 65. Geburtstags von Fritz Walter, Kapitän der FCK-Meistermannschaften von 1951 und 1953 und Ehrenspielführer der deutschen Fußballnationalmannschaft. Zuvor wurde es schlicht Betzenbergstadion oder Stadion auf dem Betzenberg genannt. Daher wird das Stadion umgangssprachlich auch als „Betze“ bezeichnet. An der Stelle, auf der das heutige Fritz-Walter-Stadion steht, wurde 1920 der „Sportplatz Betzenberg“, eröffnet. Es handelte sich um einen Sandplatz, an dessen Südseite Zuschauerränge und eine kleine Holztribüne errichtet worden waren. 1926 wurde der Sandplatz durch einen Rasenplatz ersetzt. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurden weitere Tribünen errichtet, die Zuschauerkapazität erhöhte sich, 2002 – 2006 erfolgte schließlich der Umbau zum WM-Stadion. In den Ecken Nord-Ost und Nord-West befinden sich nun der markante „Medienturm“ bzw. „Logenturm“. Das Stadion ist vollständig überdacht, verfügt über eine Rasenheizung und ein eigenes Fernsehstudio. Einzigartig macht das Stadion seine Photovoltaikanlage auf drei der vier Stadiondächer. Insgesamt 6.000 Quadratmeter sind mit Solarzellenmodulen ausgestattet und bilden so eine der größten Anlage ihrer Art.

Der schleichende Abstieg des FCK begann, nachdem er 2012 wieder einmal aus der Bundesliga abgestiegen war. In der Saison 2012/13 scheiterte er in der Relegation am Bundesligisten TSG Hoffenheim. In der Saison 2014/15 hatte er noch am 30. Spieltag einen Vorsprung von 4 Punkten auf den Relegationsrang, verspielte diesen und belegte am Ende nur den undankbaren Platz 4. Über Platz 10 und 13 führte der Weg 2017/18 auf den letzten Platz der 2. Bundesliga. Der FCK ist zum ersten Mal in seiner Geschichte nur noch drittklassig.

Natürlich möchte der FCK den sofortigen Wiederaufstieg schaffen und galt auch laut Umfragen vor Saisonbeginn als der große Aufstiegsfavorit. Im Grunde ist der Wiederaufstieg auch Pflicht, soll sich die ohnehin angespannte wirtschaftliche Gesamtlage nicht weiter verschlechtern. Verfehlte Finanzpolitik in vergangenen Jahren, Fehlentscheidungen im Sportlichen und das teure WM-Stadion - drei wesentliche Gründe für den Niedergang. Schon seit Jahren ist der FCK damit beschäftigt, die Ausgaben zu reduzieren. Nach dem Abstieg kam es zwangsläufig zu weiteren massiven Einsparungen.

Fast die ganze Mannschaft des FCK hat sich nach dem Abstieg verabschiedet. Verpflichtet wurden vor der Saison 14 Spieler. Wintertransfers wurden nicht vorgenommen. Die Spieler, die dem FCK nach dem Abstieg treu geblieben sind, lassen sich an einer Hand abzählen. Neu dazugestoßen sind einige Zweitliga-Spieler sowie einige starke und viele talentierte Spieler aus der 3. Liga. Einer der Zugänge ist im Übrigen HFC-Schreck Timmy Thiele, der gegen eine kolportierte Ablösesumme von 375.000 € aus Jena losgeeist wurde. Im Laufe der Saison wurden talentierte Eigengewächse wie Christian Kühlwetter, nunmehr Leistungsträger, mit einem Profivertrag ausgestattet.

Bittere Realität zum Jahreswechsel war die untere Tabellenhälfte. Den Höhepunkt der bisherigen Saison gab es bereits am 1. Spieltag, wo 41.324 Zuschauer das 1:0 gegen 1860 München sahen. Danach lief der FCK den Erwartungen hinterher. Der Tiefpunkt war das 0:5 am 17. Spieltag in Unterhaching. Tags darauf wurde Trainer Michael Frontzeck entlassen, der zum Sündenbock gestempelt wurde, auch wenn großen Anteil am bisherigen unbefriedigenden Verlauf der Saison sicherlich auch Sport-Geschäftsführer Martin Bader trägt, maßgeblich verantwortlich für die Zusammenstellung des Kaders und die sportliche Ausrichtung. Verpflichtet wurde Sascha Hildmann, Anfang der Saison noch in Großaspach tätig. Das Ruder herumreißen konnte Hildmann bislang noch nicht. Zuletzt gab es ein 1:3 bei 1860, ein 2:0 daheim gegen Großaspach und ein 0:2 in Münster.  
Nach dem 22. Spieltag belegt der FCK mit 28 Punkten Platz 9 der Tabelle, hat bereits 14 Punkte Rückstand auf die direkten Aufstiegsplätze, dafür nur 5 Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Daheim hat der FCK bislang 16 Zähler erzielt. Beste Torschützen des FCK in der laufenden Saison sind Christian Kühlwetter und Timmy Thiele mit je 4 Toren, bester Spieler (lt. Kicker) ist Abwehrspieler Kevin Kraus (Note 3,14) vor Mittelfeldspieler Theodor Bergmann (3,15).
Das bislang einzige Punktspiel des HFC gegen den FCK gab es am 4. Spieltag der laufenden Saison. Der HFC bezwang den FCK in einem begeisternden Spiel vor 8.133 Zuschauern mit 2:0 (Torschützen Bahn und Mai). Unvergessen ist auch der 20. August 2016. In einem echten Pokalkrimi vor 10.021 begeisterten Zuschauern bezwang der HFC den FCK in Halle mit 4:3 n.V.! Warum sollte nicht nun der dritte Streich folgen?

Ausblick: 1. FC Kaiserslautern

3. Liga 2018/2019 – 23. Spieltag
1. FC Kaiserslautern – Hallescher FC
9. Februar 2019 – 14:00 Uhr: Fritz-Walter-Stadion

Stadion: Fritz Walter-Stadion

Anschrift: Fritz-Walter-Straße 1, 67663 Kaiserslautern, Rheinland-Pfalz
Fassungsvermögen: 49.850 (33.055 überdachte Sitzplätze, 16.685 überdachte Stehplätze, 110 Funktionsplätze)

Von: TD

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