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12.01.2019

TRAININGSLAGER-TAGEBUCH: SAMSTAG

Das Trainingslager-Tagebuch hat sich bewährt. Im Sommer in Bad Blankenburg. War ein gutes Omen für eine dann erfolgreiche Hinrunde. Deshalb gibt es auch aus dem gar nicht so winterlichen Belek tägliche Berichte aus Spieler-Sicht. Wieder namenlos. Sicherheitshalber.

Der Himmel weint. Und ich gleich mit. Da haushalte ich die ganze Woche im Trainingslager mit den Kräften, mache die Übungen mit „Auge“ ohne in den sauren Bereich zu geraten, lege den gesamten Fokus auf diesen letzten Test gegen Braunschweig über angedachte zweimal 60 Minuten und wollte am Sonnabend als letzten Eindruck für den Coach vor der Abreise nochmal richtig einen raushauen gegen müde Kontrahenten – und dann fällt dieses Spiel aus. Ins Wasser, aber volles Gewürz. Land unter ist der absolut treffende Begriff. Es schifft wirklich den ganzen Tag ohne Unterlass. Jetzt hängen wir also gelangweilt und unterfordert im Hotel rum, durften uns exakt 30 Minuten bei einem mannschaftlichen Lauf bewegen und wurden von einem durch die Riesenpfütze bretternden Lkw bis auf die Haut durchnässt. Was für ein verkorkster Abschluss.

Umso erstaunlicher, dass der Cheftrainer ein positives Fazit zog. Hab ich belauscht bei seiner Journalistenrunde. Zwei Verletzungen, ein Tag ganz ohne Training, nur eins von zwei Testspielen – und Torsten Ziegner faselt trotzdem etwas von „gelungener Woche“. Unverbesserlicher Optimist, wie es scheint. Ganz so happy wird der eine HFC-Fan wohl nicht gewesen sein, der an Krücken durchs Hotel wankt und sich offenbar beim Fanspiel gegen das Trainerteam einen Bänderriss zugezogen hat und hier operiert wurde. Armes Schwein. Gute Besserung. Apropos Fans: Die werden heute am letzten Abend bestimmt nochmal Vollgas geben. Echt bemerkenswert, was die auf sich nehmen und auch nicht rummaulen, wenn der große Bus zum Test gegen Braunschweig ungenutzt wieder losfährt und bestimmt trotzdem bezahlt werden muss.

Jetzt wird gepackt und am Sonntagmorgen um 4 Uhr starten wir Richtung Flughafen. Es laufen schon Wetten, wer von uns verschläft. Ich werde es nicht sein. Jede Wette. Und zweimal in sieben Tagen verzocke ich mich hoffentlich nicht.

Euer Berichterstatter in kurzen Hosen

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