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"Dorfklub" kämpft um 3.Liga

Die SG Sonnenhof Großaspach kämpft um den Verbleib in der 3. Liga. Seit 2014 hält sich der recht junge Verein im Profifußball, blieb stets ein sympathischer Exot zwischen all den Traditionsclubs mit großen Fanlagern. Als Tabellenvorletzter droht nun der Gang in die Regionalliga.

Heimstätte der SG Sonnenhof Großaspach (SGS) ist die im Jahre 2011 eröffnete WIRmachenDRUCK Arena, ein reines Fußballstadion, inmitten der herrlichen Natur des Fautenhaus. Die Arena ist zum einen das sportliche Aushängeschild des Rems-Murr-Kreises, zum anderen besticht sie durch ihre Vielfältigkeit. Denn neben den Heimspielen der SGS ist sie auch Ort für das sagenhafte Andrea Berg Open Air und weitere musikalische und kulturelle Highlights. Die malerische Einbindung in die Natur mit ihren hohen ökologischen Standards (eine unterirdische Wasserzisterne mit einem Fassungsvolumen von 1,2 Mio. Liter deckt komplett den Wasserbedarf der sanitären Anlagen sowie die Beregnung des Rasens ab, die 4.000 qm große Solaranlage auf dem Stadiondach erzeugt den Großteil der benötigten Energie) macht die Arena zu einem besonderen Bauwerk.

Am 30. September 2010 symbolisierte der Spatenstich den offiziellen Startschuss zum Stadion-Neubau. Wo vorher noch der alte Kunstrasenplatz war, entstand innerhalb von nur zehn Monaten eine komplett neue Arena. Die insgesamt 6.500 Sitzplätze können bei Umrüstung von Teilbereichen in Stehplätze auf eine Gesamtkapazität von über 10.000 Zuschauerplätzen bei Sportveranstaltungen erhöht werden. Bei Musik- und Kulturveranstaltungen finden sogar bis zu 15.000 Besucher Platz. Optisches Highlight der Arena ist ein in eine der Tribünen integriertes Blockhaus im kanadischen Stil.

Vom 1. Juli 2011 bis zum 30. Juni 2014 trug das neu entstandene Stadion den Namen Comtech Arena, benannt nach der Comtech GmbH. Am 3. Juli 2014 wurde bekanntgegeben, dass die Mechatronik Fahrzeug- und Motorentechnik GmbH neuer Namenssponsor und das Stadion in Mechatronik Arena umbenannt wird. Seit Januar 2020 trägt es den Namen WIRmachenDRUCK Arena, benannt nach einer gleichnamigen Online-Druckerei. 

Den bisherigen Rekordbesuch bei Fußballspielen von 10.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion gab es beim Testspiel zwischen der SGS und dem FC Bayern München im Juli 2013. Die meisten Besucher eines Pflichtspiels gab es am 4. Dezember 2015 gegen die SG Dynamo Dresden, bei dem die Arena mit 9.750 Plätzen ausverkauft war und am 2. Spieltag der letzten Saison gegen den 1. FC Kaiserslautern (9.500). Der aktuelle Zuschauerschnitt der SGS beträgt indes nur rd. 2.500, ähnlich gering wie in Vorjahren.  

Den „Dorfklub“ (eingetragen als Marke vom Deutschen Patent- und Markenamt) SGS aus der 8.000 Seelen Gemeinde Aspach kannte bis vor wenigen Jahren kaum jemand außerhalb Baden-Württembergs. Erstmals ins Rampenlicht trat der „Dorfklub“ 2009 im DFB-Pokal gegen den VFB Stuttgart, in dem er nach 1:0 Halbzeitführung mit 1:4 unterlag. Entstanden ist er aus der Fusion der SpVgg Großaspach und dem FC Sonnenhof Kleinaspach, letzterer maßgebend ins Leben gerufen durch Uli Ferber, Chef des Kleinaspacher Hotels Sonnenhof und Ehemann der Schlagerkönigin Andrea Berg. Diese lockte im Juli 2019 wieder zweimal 15.000 Fans zu ihrem „14. Heimspiel“ in die Arena.

Bislang war der HFC seit dem Aufstieg der SGS in die 3. Liga im Jahre 2014 fünfmal zu Gast im Fautenhau, nur einmal ging er als Sieger vom Platz (am 24. März 2018 mit 3:0), zweimal konnte die SGS siegen, einmal trennten sich beide Remis. Das Hinspiel der laufenden Saison gewann der HFC mit 4:0. Insgesamt konnte der HFC bislang 5 Siege gegen die SGS erringen, bei zwei Unentschieden und vier Niederlagen.

Der übliche Aderlass vor der Saison war wieder einmal groß. Insbesondere die Abgänge von Makana Baku (Holstein Kiel), Zlatko Janjic (SC Verl), Shqiprim Binakaj (TSG Backnang), Philipp Hercher (1. FC Kaiserslautern) und Torhüter Kevin Broll (Dynamo Dresden) schmerzten. Erfahrenste Neuzugänge waren Dennis Slamar (zwei Drittligajahre beim FCC) und Panagiotis Vlachodimos, fast alle anderen Neuzugänge haben Talentstatus. Im Winter kehrte Routinier und Stürmer Matthias Morys zurück zur SGS.

Auch wenn Großaspach bekannt dafür ist, Talenten eine schnelle Eingewöhnungszeit zu ermöglichen und es bislang immer wieder schaffte, mit kleinem Budget die Klasse zu halten, sieht es derzeit nicht gut aus. Die SGS belegt Rang 19 der Tabelle, hat 12 Punkte Rückstand zum rettenden Ufer. In 2020 lauteten die Resultate bisher 0:0 in Kaiserlautern, 0:6 daheim gegen Würzburg, 1:2 in Uerdingen, 0:1 daheim gegen Rostock und 0:1 bei Viktoria Köln. Insgesamt wurden in den bisherigen 13 Heimspielen erst 6 Punkte erzielt.

Der neue Trainer der SGS zu Saisonbeginn war ein Altbekannter, Oliver Zapel, bereits 2016/17 mit Rang 10 für die SGS tätig. Im Dezember wurde er wegen Erfolglosigkeit abgelöst durch das Trainergespann Mike Sadlo und Heiner Backhaus, beide bisher ohne Erfahrung in der 3. Liga, zuletzt tätig in der NOFV-Oberliga bei Union Sandersdorf bzw. beim BSV Rehden (Regionalliga Nord). Letztgenannte wurden jedoch bereits nach den ersten 3 Spielen in 2020 von ihren Aufgaben entbunden, das Trainerexperiment beendet. Nun musste es interimsweise wieder Nachwuchscoach Markus Lang richten. Am Mittwoch wurde dann mit Hans-Jürgen Boysen (62) der neue Cheftrainer vorgestellt. Er will v.a. die Tugenden der SGS wieder wecken.  

Bester Torschütze der SGS in der bisherigen Saison ist Panagiotis Vlachodimos mit 5 Treffern, beste Spieler (lt. Kicker) Torhüter Maximilian Reule (Note 2,87) und Verteidiger Julian Leist (3,04). Bekanntester Spieler der SGS neben Matthias Morys ist sicherlich Routinier und Stürmer Timo Röttger.