Spielbericht
10.03.2019

HFC GEWINNT WINDLOTTERIE

Der Hallesche FC hat die nächste Reifeprüfung erfolgreich bestanden und das ganz schwierige Auswärtsspiel beim Tabellenschlusslicht VfR Aalen mit 1:0 gewonnen. In einer Windlotterie überwog der Kampf, Marvin Ajani traf per abgefälschtem Schuss zum „goldenen Tor“ auf der Ostalb.

Der Trainerstab schickte bei schwierigen Witterungsverhältnissen die gleiche Startelf ins Rennen, die vor neun Tagen gegen Uerdingen überzeugt hatte. Christian Tiffert hatte die Reise nach Baden-Württemberg wegen leichter muskulärer Probleme nicht mit angetreten. Trotz der identischen Besetzung entwickelte sich ein völlig anderes Spiel als zuletzt beim 4:0 gegen den KFC. Aalen versuchte von Beginn an, die gewohnte Struktur des HFC-Spielaufbaus einzudämmen.

ntsprechend schwer taten sich die Saalestädter, konstruktiv nach vorn zu spielen. Wenn die erste Linie des VfR mal passiert war, machte der Wind oder der glitschige Boden den Ansatz zunichte. Allerdings gab es bereits nach zwei Minuten eine Chance für die Gäste, weil VfR-Torwart Bernhardt ausrutschte – doch auch Marvin Ajani verlor die Standfestigkeit und konnte den Lapsus somit nicht nutzen. Aalen war mit frühem Attackieren gut im Spiel, Morys gab die ersten beiden Torschüsse ab und hatte einmal Pech beim Schlenzer am langen Pfosten vorbei. Weil es spielerisch unter diesen Umständen nicht klappte, konzentrierte sich der HFC zunehmend auf kämpferische Tugenden und Stabilität in der Deckung inklusive Kompromisslosigkeit vor dem eigenen Tor. Das sah mitunter nicht schön aus, der Zweck heiligte jedoch die Mittel. Noch vor der Pause gab es aus Sicht der Hallenser dann ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst musste Braydon Manu nach einem Schritt auf das Schienbein verletzungsbedingt raus. Dann fasste sich Marvin Ajani ein Herz, zog von der linken Offensivseite nach innen und schoss flach von der Strafraumgrenze. Der Ball wurde leicht abgefälscht und landete zum 0:1 im Aalener Tor (43.). Eine glückliche Führung bei Halbzeit.

Diesen knappen Vorsprung verdienten sich die Rot-Weißen nachträglich, weil sie sich in Hälfte zwei viel besser auf den böigen Wind eingestellt hatten und als verschworenes Kollektiv auftraten. Der HFC hatte nun auch die besseren Chancen. Mathias Fetsch scheiterte mit letztem Einsatz im Fallen am Keeper (50.), Toni Lindenhahn zwang den Torhüter nach Ablage von Maxim Pronichev zu einer Glanzparade (58.) und Marvin Ajani wurde ebhenfalls im letzten Moment von Bernhardt beim Linksschuss gestoppt (85.). Der VfR agierte vornehmlich mit hohen Bällen, die wegen des Windes im Rücken allzu oft zu lang ausfielen. Dennoch musste sich Kai Eisele zwischen den HFC-Pfosten einmal strecken und einen gefährlichen Flatter-Freistoß fausten, der Nachschuss verfehlte das Gehäuse dann doch deutlich. Die Saalestädter brachten die Führung mit viel Geschick, Selbstbewusstsein und Cleverness über die Zeit, betrieben großen läuferischen Aufwand und waren sich nicht zu schade, den Ball auch auf die Tribüne zu befördern. So holte das Team um Kapitän Jan Washausen in diesem komplizierten Auswärtsspiel die Maximalausbeute von drei Punkte und festigte Platz drei.

VfR: Bernhardt – Ristl (46. Traut), Schoppenhauer, Geyer, Rehfeldt, Fennell, Schnellbacher (46. Andrist), Sessa, Papadopoulos (74. Trianni), Funk, Morys

HFC: Eisele – Schilk, Heyer, Landgraf, Ajani, Bahn, Washausen, Manu (40. Pronichev), Lindenhahn (75. Arkenberg), Fetsch (87. Guttau), Sohm

Schiedsrichter: Sven Waschitzki

Gelb: Sessa – Washausen, Bahn, Lindenhahn

Zuschauer: 3015

Von: LT