Der Hallesche FC hat das erste Heimspiel der Saison 2020/21 gegen den FC Ingolstadt nach guter erster Halbzeit mit 0:2 verloren, musste sich effektiven und abgezockten Gästen vor 2500 Zuschauern geschlagen geben.

Im Vergleich zum siegreichen Auswärtsspiel in Magdeburg mussten beide Flügel neu besetzt werden, weil Toni Lindenhahn und Julian Derstroff verletzungsbedingt ausfielen. Julian Guttau und Dennis Mast nahmen die verwaisten Positionen ein. Gegen den Fast-Aufsteiger der vergangenen Saison schwang sich der HFC bei strömendem Regen zu einer starken ersten Halbzeit auf. Die Rot-Weißen fanden eine gelungene Mischung aus Spielkontrolle und druckvollem Offensivspiel, aus Ballsicherheit und Geduld bei vorgetragenen Angriffen. Bereits nach zehn Minuten bekamen die Saalestädter Szenenapplaus der zufriedenen Besucher mit feinem Gespür für eine couragierte Vorstellung, eine Minute später klärte Paulsen nach Querpass von Dennis Mast vor der Torlinie in höchster Not (11.). Der HFC blieb am Drücker. Dennis Mast flankte von rechts, Terrence Boyd bekam nicht genügend Druck hinter seinen Kopfball (14.). Die Hausherren blieben während der gesamten ersten Halbzeit die deutlich aktivere Mannschaft, Ingolstadt stand tief und lauerte auf Konter. Das Trio mit Kutschke, Beister und Elva zählt wohl zum Besten, was die Liga in der Offensive zu bieten hat. Und das blitzte bei zwei Antritten von Elva links im Strafraum auch auf, in der Mitte fehlte jeweils der Vollstrecker. So hatte Terrence Boyd mit seinem Schlenzer mit links die letzte nennenswerte Chance des HFC vor der Pause (28.), auch weil die Abschlüsse nach zu kurzer Abwehr von Julian Guttau, Michael Eberwein und Sören Reddemann geblockt wurden.

Ingolstadt startete aktiver und zielstrebiger in die zweite Halbzeit, der HFC wurde früher angelaufen und machte bei Ballbesitz mehr Fehler als noch in Abschnitt eins. Trotzdem blieb die Partie intensiv und ausgeglichen, weil auch die Rot-Weißen gut verteidigten. So fiel der Führungstreffer für die Audi-Städter nach einem Sonntagsschuss von Gaus mit dem schwächeren rechten Fuß unhaltbar ins lange Eck (55.). Der FCI blieb am Zug, Lukas Boeder klärte aufmerksam per Kopf in letzter Sekunde (59.) und nach 67 Minuten nutzte Kutschke ein „Luftloch“ der HFC-Abwehr abgebrüht zum 0:2 aus Nahdistanz. Die Gastgeber versuchten auch in der Folgezeit auf tiefem Boden alles, klare Torchancen blieben jedoch aus. Terrence Boyd hatte einen schweren Stand gegen die robusten Innenverteidiger des Kontrahenten, die Youngster Laurenz Dehl und Jan Shcherbakovski konnten sich trotz Leichtfüßigkeit zu selten im Eins-gegen-Eins durchsetzen. Zudem spielte Ingolstadt früh auf Zeit, so dass der Spielfluss immer wieder unterbrochen wurde und eine echte Druckphase des HFC kaum zustande kam. Letztlich blieb es beim 0:2 in einem richtig guten Drittliga-Spiel. Die Mannschaft des Halleschen FC ließ nur wenige Gelegenheiten des FCI zu, diese jedoch wurden eiskalt genutzt. In der Offensive fehlte es den Rot-Weißen diesmal an Durchschlagskraft bei guter Spielanlage und nie erlahmendem Engagement.

HFC: Eisele – Boeder, Vollert, Reddemann, Landgraf, Mast (70. Shcherbakovski), Titsch Rivero, Nietfeld, Guttau, Eberwein (70. Dehl), Boyd.