Die geschichtlichen Wurzeln des HFC sind bis zum Anfang des letzten Jahrhunderts nachzuverfolgen. Der FC Wacker 1900 Halle war zeitweilig einer der stärksten deutschen Fußballvereine Mitteldeutschlands und errang in der Saison 1920/21 den Titel des Mitteldeutschen Meisters. In der darauffolgenden Endrunde um die Deutsche Meisterschaft erreichten die Hallenser das Halbfinale und unterlagen dort allerdings deutlich dem 1. FC Nürnberg, der sich später die Deutsche Meisterschaft sicherte.
1924 kam Wacker Halle bei der Mitteldeutschen Meisterschaft bis ins Finale, musste sich dort aber der SpVgg 1899 Leipzig geschlagen geben. Im Jahre 1928 konnte der Dresdner SC im Finale um die Mitteldeutsche Meisterschaft besiegt werden. Im Achtelfinale der Deutschen Fußballmeisterschaft schied man dann jedoch gegen den FC Bayern München aus, 10.000 Zuschauer sahen hier ein 0:3. Ein letztes Mal qualifizierte sich Wacker als Meister der Gauliga Mitte 1933/34 für die Endrunde. In den Spielen um die Deutsche Meisterschaft waren dann aber der 1. FC Nürnberg, Borussia Fulda und der Dresdner SC zu starke Kontrahenten und so kam man als Gruppenletzter nicht über die Vorrunde hinaus. Nach 45 Jahren endete vorerst die Geschichte von Wacker mit der Auflösung im Jahr 1945. Mehrere Spieler von Wacker trugen jedoch einige Jahre später wieder das Trikot der BSG Turbine Halle.
2. Vom Neuanfang nach dem Krieg bis zum SC Chemie:
Auf der Grundlage der Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrats verbot die sowjetischen Besatzungsmacht alle bürgerlichen Sportvereine auf Dauer und gestattete zunächst Sportwettkämpfe nur in engen regionalen Grenzen. So entstanden locker organisierte Sportgruppen, in Halle (Saale) zum Beispiel 1946 die SG Halle-Glaucha. Sie benannte sich 1948 in SG Freiimfelde Halle um und stand in diesem Jahr im Endspiel um die 1. Ostzonenmeisterschaft (0:1 gegen die SG Planitz). 1949 machte es die Nachfolgemannschaft, nun unter dem Namen ZSG Union Halle antretend, im Endspiel um die 2. Ostzonenmeisterschaft besser und bezwang Fortuna Erfurt mit 4:1. Gleichzeitig hatte sie sich für die neue Oberliga, welche nun als höchste Spielklasse Ostdeutschlands fungierte, qualifiziert. In der ersten Spielserie 1949/50 landete die ZSG Union auf Platz 5. Die im Sommer 1950 gegründete BSG Turbine Halle beendete die Folgesaison 1950/51 auf dem 6. Rang. Die Serie 1951/52 verlief dann für Turbine optimal: Mit vier Punkten Vorsprung vor der SG VP Dresden wurde die DDR-Fußballmeisterschaft gewonnen. Die Folgesaison brachte aber einen enttäuschenden Abfall auf Rang 13 (nur zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz). Anschließend flüchteten zahlreiche Spieler nach den politischen Unruhen im Zusammenhang mit dem Volksaufstand von 1953 in die Bundesrepublik und die Mannschaft brach völlig auseinander. Nichtsdestotrotz konnte sich Turbine jedoch in der folgenden Saison 1953/54 als Achter in der Oberliga behaupten. Die DDR-Sportführung startete 1954 eine neue Strukturreform und veranlasste die Gründung von Sportklubs als regionale Schwerpunktzentren. Die Fußballsektionen der Betriebssportgemeinschaften waren eine der wesentlichsten Stützen dieser neuen Sportklubs. So sollte auch mit dem SC Chemie Halle-Leuna verfahren werden, doch seitens der Spieler gab es große Widerstände, so dass die Fußballsektion der BSG Turbine Halle erst im Oktober 1954 zum Übetritt in den neuen SC Chemie Halle-Leuna bereit war. Parallel zum SC Chemie war in Halle auch noch der SC Wissenschaft Halle gegründet worden. Als Zweitligist konnten die Hallenser allerdings ihren nächsten großen Erfolg feiern und gewannen 1956 den DFGB-Pokal durch ein 2:1 im Finale gegen ASK Vorwärts Berlin. Weiterhin gelang in diesem Spieljahr 1957 der Wiederaufstieg in die Oberliga, um zwei Jahre später, nun als SC Chemie Halle (1958 wurden der SC Chemie Halle-Leuna und der SC Wissenschaft Halle fusioniert), erneut abzusteigen. Nach der sofortigen Rückkehr in die oberste Spielklasse konnte sich der Club dort immerhin vier Jahre halten. Erfolgreicher als in der Liga war der SC Chemie jedoch erneut im FDGB-Pokal. Nachdem 1960 noch im Halbfinale gegen SC Empor Rostock das Aus kam, konnte die Mannschaft 1962 den Pokal ein zweites Mal gewinnen. Im Finale wurde der SC Dynamo Berlin mit 3:1 besiegt. Somit spielte der SC Chemie Halle 1962 erstmals im Europapokal mit, scheiterte aber in der Qualifikation zum EC der Pokalsieger am OFK Belgrad (2:0/3:3). Ein Jahr später erreichten die Hallenser erneut das Pokalhalbfinale gegen Motor Zwickau, mussten jedoch 1964/65 erneut für ein Jahr in die Zweitklassigkeit.
3. Die Clubgründung:
Der Deutsche
Fußballverband der DDR (DFV) fasste im Dezember 1965 den Beschluss, Fußballclubs zu
bilden. Darin hieß es u. a.: "Ab 1. Januar 1965 werden die Fußballsektionen aus den
bestehenden Sportclubs der DDR herausgelöst. In den Städten Berlin, Leipzig,
Karl-Marx-Stadt, Jena, Erfurt, Halle, Magdeburg, Rostock und bei den Sportvereinigungen
Vorwärts und Dynamo Berlin werden je ein Fußballclub gebildet. Sinn dieser Maßnahmen war
es, der fortschreitenden Leistungsentwicklung des Fußballs in Europa und in der Welt
Rechnung tragen, das Niveau der Oberligamannschaften zu heben und der Entwicklung der
DDR-Nationalmannschaft ein noch breiteres und festeres Fundament zu geben. Dabei galt es,
für die neuen Fußballclubs und die anderen Oberliga-Gemeinschaften eine entsprechende
Basis zu schaffen, die aus zahlreichen Knaben- und Schülermannschaften, Jugend- und
Juniorenmannschaften sowie drei bis vier Männermannschaften der verschiedensten
Leistungsklassen bestehen sollten.
In Halle gab es unterschiedliche Auffassungen und Diskussionen um den Namen für den neuen Fußballclub.
Schließlich setzte sich der Name HFC Chemie, genauer Hallescher Fußballclub Chemie
durch. FC Halle oder 1. FC Chemie Halle wurden verworfen. Am 26. Januar 1966 wurde der HFC
Chemie gegründet.
In den Schlagzeilen einer bekannten halleschen Tageszeitung war damals zu lesen: "Nun hat auch
die Saalestadt ihren Fußballclub, den HFC Chemie, der am Mittwoch in Halles neuem repräsentativen
Interhotel -"Stadt Halle"- aus der Taufe gehoben wurde. Rot-Weiß (rote Hose,
weißes Jersey) sind wie in Erfurt die neuen Farben, und im neuen Emblem erscheint neben
dem Chemie-C Halles Stadtwappen."
In der Ausgabe Nr. 5 der "FUWO" vom 1. Februar 1966 wird der feierliche Akt in Halle durch
Werner Stück folgendermaßen beschrieben: "Auch in Halle wurde die Klubgründung unter Dach und Fach
gebracht, wenn man die gediegenen Räume des neuen Interhotels dem Namen der Saalestadt als Ort der Handlung
so prosaisch umschreiben darf. Es waren schöne Abendstunden, in denen man erstmalig die Kontakte zwischen
dem im Bezirk führenden, auf Kohle und Chemie beruhenden Wirtschaftszweig und dem Fußball in
festlicher Repräsentation zu spüren bekam. Mehrere VVB sind die Trägerbetriebe, Dr.
Wolfgang Nette, Generaldirektor der VVB Elektrochemie und Plaste der erste Vorsitzende des
neuen Klubs. Stellvertreter sind der bisherige Sektionsleiter des SC Chemie, Werner
Langenhahn, und Dr. Gerhard Schmidt, bis vor einiger Zeit aktiver Spieler der ersten
Mannschaft des SC Chemie und der HSG Wissenschaft. Auch im weiteren Vorstand sind die VVB
durch führende Vertreter verankert. Von der Seite des Sports kommen Klaus Hoffmann,
Werner Steinweg (bekannt durch die ausgezeichneten Kinderolympiaden der BSG Lokomotive)
als technischer Leiter und der frühere Torwart Günter Melchior (Finanzen und
Wirtschaft)."
Für die Aktiven sprach Klaus Urbanczyk: "Die Oberligaspieler, so versicherte er, fänden den neuen Namen
sehr schön und sie würden alle Anstrengungen unternehmen, um das große Ziel der Leistungssteigerung und
der Verbesserung der Nachwuchsarbeit zu erreichen. ... Dr. Nette, früher als Handballer bei Chemie Leuna
sportlich aktiv, sprach über die Tradition und Verpflichtung des neuen Klubnamens - HFC bedeutet die guten
Traditionen des Halleschen Fußballs fortzusetzen und Chemie bedeute, dessen führende wirtschaftliche Rolle
nun auch den Fußball des Bezirkes Halle zu übertragen...."
4. Die sportliche Entwicklung des Clubs:
In der Saison der
Clubgründung (1965/66) war der Hallesche FC Chemie noch als SC Chemie Halle als
Aufsteiger in die DDR-Oberliga gestartet. Dem SC Chemie gelang nach dem Abstieg 1963/64
somit der sofortige Wiederaufstieg. Unter Trainer Heinz Krügel (später mit dem 1. FC
Magdeburg Europapokalsieger im EC II) startete eine recht junge Truppe (Durchschnittsalter
23,5 Jahre) in die Spiele der höchsten DDR-Spielklasse. Neben so erfahrenen Kempen, wie
Torhüter Heinz Weise, dem Abwehrstrategen Robert Heyer, dem Mittelfeldspieler Günter
"Hopser" Hoffmann und dem leider verstorbenen, drangvollen Mittelstürmer Werner "Paule"
Lehrmann standen mit Klaus Urbanczyk und Bernd Bransch zwei wichtige junge Führungsspieler. Roland Nowotny
und Bernd Donau waren noch echte "Youngster" im HFC-Team. Klaus Hoffmann assistierte nach seiner
aktiven Laufbahn erstmals als Mannschaftsleiter.
Das erste offizielle Oberliga-Punktspiel bestritt der HFC Chemie am 13.02.1966 in Leipzig gegen den 1. FC Lok
Leipzig in folgender Formation:
Wilk - Stricksner, Urbanczyk, Okupniak, Riedl, G. Hoffmann, Walther, Stein, Donau, Steinborn, Nicht.
Nach Toren der Leipziger Naumann (67.) und Frenzel (87.) verlor der Club mit 0:2. Erster nennenswerter
Höhepunkt des HFC Chemie in den 60er Jahren war das Erreichen des Halbfinals im FDGB-Pokal, wo es gegen
die BSG Motor Zwickau das Aus gab. In der Oberliga reichte es nur zu den Plätzen 10 und 11.
Mit Beginn der 70er Jahre gab es die erste sportliche Zäsur in der HFC-Geschichte. Unter Trainer Walter
Schmidt gewann der HFC Chemie 1970/71 mit dem Erreichen des 3. Platzes die Bronzemedaille. Zugleich
qualifizierte sich die Mannschaft erstmalig für den UEFA-Pokal. Mit dem holländischen
Vertreter P.S.V. Eindhoven hatte der HFC Chemie ein attraktives Los gezogen. Am 15.09.1971
gab es im Hinspiel zwischen beiden Mannschaften im halleschen Kurt-Wabbel-Stadion ein
leistungsgerechtes 0:0. Mit 35.000 Zuschauern war das Stadion ausverkauft. Einige HFC-Spieler, wie
Meinert, Nowotny, Boelssen u. a. konnten einfach nicht über ihren Schatten springen.
Deutete sich schon einmal eine gute Kombination an, so war einer von ihnen selbst
überrascht, erschrocken gar, nutzte die Möglichkeit des Durchstoßes nicht, zögerte,
spielte erneut zurück. Vom Lösen aus der Abwehr ganz zu schweigen. So konnte sich
einfach nicht umsetzen, was Brade, Bransch, Urbanczyk und vor allem Langer vorbereiteten. Die PSV
demonstrierte, wie man ein solches Cupspiel auswärts gestalten kann", anerkannte
Georg Buschner. "Technisch seiner Mittel sicher, taktisch abgeklärt, erwies sich
diese Elf erfahrener, homogener. Die Begeisterung des HFC reichte da noch nicht." Am 29.09.1971 sollte das
Rückspiel um den UEFA-Cup zwischen der PSV Eindhoven und dem HFC Chemie stattfinden.
Doch es fiel einem tragischen Ereignis zum Opfer. Durch eine Gasexplosion im Eindhovener
Hotel "Silbernes Seepferd" ausgelöst, kam es zu einem Hotel-Großbrand. In
diesem Hotel war die HFC-Mannschaft untergebracht. Der junge und talentierte
HFC-Nachwuchsspieler Wolfgang Hoffmann fand dabei den Tod. Die HFC-Spieler Klaus Urbanczyk
und Erhard Mosert wurden bei der Hilfe andere zu retten, schwer verletzt. Die Delegation
des HFC Chemie leistete durch aktive Rettungsmaßnahmen Vorbildliches. Sie verdiente sich
überall ungezolltes Lob der niederländischen Öffentlichkeit. In seinem Leitartikel in der
"FUWO" findet Klaus Schlegel treffendes, indem er bemerkt: "Sich auf dem
Spielfeld zu bewähren, das war dem HFC in Eindhoven nicht möglich. Sie bestand indes
eine weit höhere, schwierigere Form der Bewährung. Und der Ausdruck - Helden - ist
durchaus angebracht, war selten so berechtigt wie in diesem Fall. Wer die Katastrophe mit
der Mannschaft erlebte, wer die Spieler während des Brandes und in den Stunden danach
beobachtete, mit ihnen zusammen war, darf sich dieses Urteil wohl erlauben. Und Roland
Nowotny, Peter Klemm, Rainer Langer, die auch andere Gäste retten halfen, sie machten
keine großen Worte darum." In Übereinstimmung mit der Leitung des HFC Chemie zog der
DFV der DDR die Mannschaft aus den UEFA-Cup-Spielen zurück.
Leider folgte nach Platz 6 in der Saison 1971/72 in der Saison 1972/73 der erste
Oberligaabstieg des HFC Chemie in seiner Clubgeschichte. 1973/74 gelang aber der sofortige
Wiederaufstieg. Nach einem 11. Platz im ersten OL-Jahr nach dem Wiederaufstieg folgten recht stabile
Plazierungen im OL-Mittelfeld (zwischen Platz 6 und 8).
Mit einer Superserie begann der HFC Chemie den Start in die 80er-Jahre. 13 x auf Platz 3 dotiert
und am Ende doch nur Rang 7. Eine Serie für die HFC-Fans, trotz der Enttäuschung über die Endplazierung.
Denn an ihnen lag es nicht. Mit 378.000 Zuschauern insgesamt (Schnitt 14.558) und 237.000
Zuschauern in den Heimspielen (Schnitt 18.231) machten die HFC-Anhänger ihr
"Meisterjahr", denn nie zuvor und niemals danach kamen mehr Zuschauer zu den
HFC-Spielen.
Die schlechteste DDR-OL-Saison des HFC Chemie gab es dann in der Spielserie 1983/84, außer dem 2:1 am 2.
Spieltag gegen die BSG Chemie Leipzig im KWS gelang der Clubelf kein Sieg mehr. Mit 11:41
Punkten mußten die Saalestädter die höchste DDR-Spielklasse verlassen und dies gar für
3 Spielserien. Nach zwei zweiten Plätzen in der DDR-Liga Staffel B gelang erst in der Saison 1987/88 der
Wiederaufstieg - gerade noch rechtzeitig, um an der späteren "Fußballeinheit" Deutschlands
teilzuhaben. In der alles entscheidenden Spielserie 1990/91, wo es um die Qualifikation für den bezahlten
Fußball ging, erreichte das von Karl Trautmann trainierte Team des HFC Chemie Platz 4 und damit
den "Aufstieg" in die 2. Bundesliga. Das war der absolute Höhepunkt in der
Geschichte des HFC Chemie. Wiederum hatte man neben der lebenswichtigen Quali für die 2. Bundesliga
den Sprung in den UEFA-Cup geschafft. Nach einem 2:1 im KWS schied der Club nach dem 0:3 in Moskau
gegen Torpedo Moskau aus.
Die weitere Entwicklung des HFC Chemie, welcher 1991 eine Namensänderung in Hallescher Fußballclub
e. V. erfuhr, war sehr dramatisch und bedauerlich zugleich. Nach einem recht verheißungsvollen Start
in die zweigeteilte 2. Bundesliga Staffel: Süd mit Siegen beim FC Rot-Weiß Erfurt (3:2) und den
überzeugenden Heimpartien gegen den VfB Leipzig (3:2), den TSV 1860 München (0:0), den 1. FC Saarbrücken
(3:0) und gar einem 3:1 beim 1. FSV Mainz 05 schien alles in Ordnung. Die Unerfahrenheit in vielen Belangen,
vor allem aber der sportliche Substanzverlust durch den Weggang von Dariusz Wosz nach der Doppelrunde im
Dezember 1991 zum VfL Bochum, leitete den, dann schnellen sportlichen Niedergang des HFC
bis hin zum mehrmalig drohenden Konkurs ein. In der Abstiegsrunde gelangen nur noch zwei
Erfolge. Ausgerechnet gegen den in der Doppelrunde zweimal bezwungenen und schon
frühzeitig als Absteiger feststehenden FC Rot-Weiß-Erfurt wurde nicht nur das Hinspiel
klar mit 0:4, sondern auch das letzte und alles entscheidende Heimspiel mit 1:2 verloren.
Wichtige weitere Führungsspieler verließen das "sinkende Schiff" und
etablierten sich in der 1. und 2. Bundesliga.
In der Serie 1992/93 sollte aus der Amateuroberliga der sofortige Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga
geschafft werden. Doch mit einem 2. Platz scheiterte man am 1. FC Union Berlin, welcher später aber
keine Lizenz bekam. Nach diesem weiteren Desaster geriet der HFC in eine weitere
sportliche Krise, die ihn gar an der Qualifikation für die neu geschaffene Regionalliga
scheitern ließ. Mit Platz 8 war der HFC aus dem Rennen und nun plötzlich gar
viertklassig.
Im Zusammenhang mit finanziellen Problemen und sportlicher Perspektivlosigkeit verließen 1994
28 Fußballer den Club. Der HFC stand faktisch ohne Mannschaft da, mußte gar die 2. Vertretung aus der
Landesliga (jetzt Verbandsliga) zurückziehen und wurde mit einer verstärkten A-Jugend
klarer Absteiger aus der Amateuroberliga. In der AOL gelangen, anfangs unter Trainer Klaus
Urbanczyk und später und Günter Riedl, in der Saison 1994/95 in 30 Spielen kein Sieg und
nur 3 Unentschieden, bei 27 Niederlagen und einem Torverhältnis von 17:83. Durch den
Gewinn des DFB-Landespokals 1994 stand diese Rumpfmannschaft des HFC in der 1. Hauptrunde
des DFB-Pokals 1994/95 gegen Bayer Uerdingen, wobei sie sich beim 1:4 nicht einmal
schlecht verkaufte. Ein herzliches Wiedersehen gab dabei mit dem Ex-HFCer und
Uerdinger-Kapitän Heiko Peschke.
Das oft strapazierte Wort Zäsur (Einschnitt) in der Geschichte des Halleschen Fußballclubs
war dann für die nachfolgende Saison 1995/96 das treffende. Um Andreas Muth, dem mutigen neuen
HFC-Präsidenten, hatte sich ein neues Umfeld formiert, das sehr lange im Schatten der
Altlasten stand, dem es aber gelungen war dem Traditionsverein eine neue Zukunft zu geben,
den vielen (über 250) Nachwuchskickern Perspektiven zu eröffnen und dem treuen
Fanpotential seinen Club zu erhalten. Mit Trainer Michael Rehschuh gab es dann in der 5. Liga
auch eine sportliche Konsolidierung und der weitere Fall nach unten konnte aufgehalten werden.
Mit Platz 7 in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt musste man vorerst zufrieden sein, wenn auch der
VfL Halle 96 nunmehr zur sportlichen Nr. 1 in der Saalestadt aufstieg. Das neue Präsidium hatte
in dieser schweren Zeit viel bewegt. So war es auch gelungen, den deutschen Rekordmeister FC Bayern
München mit fast all seinen Stars um Jürgen Klinsmann und dem legendären Erfolgscoach Otto Rehagel
ins KWS zu holen. Vor einer phantastischen Kulisse von ca. 15.000 Zuschauern gab es ein 2:12, wobei
sich Sven Kitzinger mit der 1:0-Führung im wahrsten Sinne des Wortes berühmt schoss.
Schon ein Jahr später, in der Saison 1996/97, gelang dem Club der Wiederaufstieg in die Amateuroberliga.
Dieser bescherte ein neues Kapitel in Halles Fußballgeschichte. Erstmalig trafen zwei hallesche
Mannschaften in einer Spielklasse aufeinander. Sportlich blieb der VfL 96 bei zwei
Siegen (4:0, 2:0) die Nr. 1, doch den Sieg bei den Fans erzielten die des HFC. 7.500
Zuschauer kamen zum ersten "Gipfel" ins KWS - am Ende der Saison ein
"Oberligarekord" für Fans in Deutschland. Traurig anzumerken ist das tragische Fallschirmunglück
vor dem ersten Termin des Stadtderbys, als neben einem Springer auch noch drei jugendliche Fans des HFC den
Tod fanden. Da der VfB Leipzig neben dem FSV Zwickau und dem FC Carl Zeiss JENA buchstäblich in letzter
Sekunde aus der 2. Bundesliga abstieg, musste auch der HFC als zusätzlicher vierter Absteiger wieder
in die Verbandsliga zurück. Die beiden Unentschieden (1:1, 0:0) gegen Türkyemspor Berlin in
den Relegationsspielen, und damit der HFC-Gesamterfolg (durch die Auswärtstorregel), blieben
bedeutungslos.
Wiederum, nicht selten ein Saisonziel des HFC, sollte in der Serie 1998/99 der sofortige Wiederaufstieg gelingen.
Obwohl mit Patrick Albrecht (VfL 96) und Marcel Geidel (Lok Stendal) zwei Spieler mit
höheren Ambitionen den Verein verließen, war der Kader dazu stark genug. Der
Saisonverlauf bewieß es auch. Und doch: Es reichte am Ende nicht. Es gäbe viele Wenn und Aber
anzuführen - Fakt ist: Der HFC scheiterte wieder einmal an sich selbst. Der
Oberliga-Mitabsteiger FC Anhalt Dessau schafft den eigentlich nicht avisierten
Wiederaufstieg. Der HFC wird trotz seiner besten Gewinnquote (23 Siege gab es noch nie!)
nur Zweiter. In allen fünften Ligen Deutschlands (außer eben in Sachsen-Anhalt und
Mecklenburg-Vorpommern) hätte die HFC-Bilanz zum souveränen Aufstieg gereicht. Der
hoffnungsvolle Trainerwechsel zu Beginn der 2. Halbserie (der Ex-Herthaner Fußballprofi
Dieter Timme übernahm das Traineramt von Dieter Strozniak) half nichts mehr. Auch in der
Saison 1998/99 waren zumindest die HFC-Fans wieder einmal meisterhaft. Über 3.000 HFC-Anhänger
skandieren zum Saisonfinale trotz verpasstem Aufstieg " Jetzt erst recht!".
Sie hatten zuvor alles in ihren Kräften stehende getan, selbst einen Sonderzug zum
"Endspiel" nach Dessau hatten sie organisiert - nein an ihnen lag es wirklich
nicht, dass der HFC auch in der Saison 1999/2000 in der 5. Liga spielen musste.
In dieser Serie klappte es dann endlich mit dem Wiederaufstieg. 85 Punkte bei 83:17 Toren reichten
für den unangefochtenen Platz 1 und die Rückkehr in die NOFV-Oberliga Süd. Hier schlug sich der
Aufsteiger beachtlich und belegte am Ende der Serie 2000/01 einen guten 10. Rang (44 Punkte bei 45:57 Toren).
In den Folgejahren sollte sich zuerst der Klasse etabliert werden, um dann mittelfristig den Aufstieg in die
Regionalliga anzupeilen. Die Serie 2001/02 beendete das Team auf Rang 7 (wieder 44 Punkte bei 45:29 Toren). Nach
einigen Eskapaden musste Cheftrainer Reinhard Häfner seinen Stuhl räumen, und Dieter Strozniak sprang
zum wiederholten Male ein. Unter seiner Regie gelang der Sieg im Finale des FSA-Pokals mit einem
3:1 gegen den FC Grün-Weiß Wolfen, was zum Start in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals berechtigte.
Hier hieß der Gegner zum Auftakt der Saison 2002/03 SC Freiburg, dem man sich mit 1:3 geschlagen
geben musste. In der Liga lief es eher durchschnittlich, in der Endabrechnung sprang unter Cheftrainer
Dirk Mankowski Rang 5 (59 Punkte bei 49:29 Toren) heraus. Um einen Platz nach oben verbesserte sich
die Mannschaft im Folgejahr (57 Punkte bei 56:32 Toren). Der zwischenzeitlich verpflichtete Manager
Lutz Lindemann sollte sein Kontaktgefüge in den Verein einbringen und insbesondere den Mannschaftskader
entsprechend verstärken. Dies gelang ihm allerdings in den Folgejahren nicht. Der neue Cheftrainer
Hermann Andreev startete mit zwei Niederlagen in die Saison 2004/05 und musste noch in der 1. Halbserie
seinen Hut nehmen. Lutz Lindemann nahm selbst auf der Trainerbank platz, schaffte am Ende aber auch
nicht mehr, als wiederum einen 4. Rang (60 Punkte bei 70:38 Toren). Zu allem Überfluss schied der
HFC im Halbfinale des FSA-Pokals dann auch noch in der Nachspielzeit beim VfB 06 Sangerhausen aus (0:1),
was für die zahlreichen Anhänger das Traditionsvereins eine herbe Enttäuschung bedeutete. In die Serie
2005/06 ging man dann mit einer prominenten Verpflichtung: René Müller übernahm das Zepter und sollte
nun endlich den erhofften Erfolg organisieren. Der schon fast traditionelle vierte Rang in der Endabrechnung
(53 Punkte bei 46:26 Toren) war wiederum enttäuschend. Im Folgejahr musste der Leipziger dann seinen
Hut nehmen und wurde durch den bisherigen A-Jugendcoach Detlef Schößler ersetzt. Die 0:5-Niederlage am letzten
Spieltag beim FSV Budissa Bautzen setzte den Schlusspunkt unter eine total verkorkste Serie, an derem Ende
mit Platz 7 (42 Punkte bei 31:30 Toren) der Tiefpunkt nach dem Wiederaufstieg stand.
Somit ging es in der Saison 2007/08 um das sportliche Überleben des HFC. Durch die Neustrukturierung der
Spielklassen konnten sich die ersten vier Vertretungen (Platz 1 bis 3 direkt und Platz 4 durch die Relegation)
für die ab der Serie 2008/09 neu eingeführte DFB-Regionalliga qualifizieren. Ein Verfehlen dieser Qualifikation
hätte für den HFC das Ende des Leistungsfußballs bedeutet.
Unter "Neu-Manager" Ralph Kühne wurde zuerst eine fast komplette Mannschaft zusammengestellt, bevor
Fußballlehrer Sven Köhler ans Regiepult trat. Unter seiner Verantwortung konnte der HFC sich nach einer
noch eher durchwachsenen Hinrunde in der Frühjahrsserie enorm steigern und den Staffelsieg in der NOFV-Oberliga
Süd erringen (60 Punkte bei 50:21 Toren). Der zusätzliche Erfolg im Finale des Landespokals, was ausgerechnet
im Stadion des Erzrivalen ausgetragen werden musste und nach Elfmeterschießen gewonnen wurde, setzte den
Schlusspunkt unter die bis dato seit langem sportlich erfolgreichste Saison des halleschen Traditionsvereins.
Nun galt es, auch in der neu geschaffenen DFB-Regionalliga NORD sowie im DFB-Pokal, wo die Auslosung den
Erstligisten Hannover 96 als Gegner bescherte, zu bestehen!
Dies gelang wider Erwarten gut. Nach einer 0:5-Niederlage in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals gegen
Hannover 96 folgte ein torloses Remis im Auftaktspiel gegen den FC Sachsen Leipzig. Doch bereits in der
ersten Auswärtspartie gab es einen Dreier - mit 1:0 gewannen die Köhler-Jungs beim ehemaligen Zweitligisten
VfB Lübeck. Nach der Hinrunde der Serie 2008/09 - in der noch der 2:1-Erfolg beim Erzrivalen 1. FC Magdeburg
und der 2:0-Erfolg unter Flutlicht beim SV Babelsberg 03 besonders hervorzuheben sind - lag die Mannschaft mit 35
Punkten (9S-8U-0N) bei 18:8 Toren auf Rang drei und war immer noch ungeschlagen. Die erste Niederlage setzte
es dann am 27. Spieltag im heimischen KWS gegen Hannover 96 II (0:2), wobei an dieser der überaus schwache
Bundesliga-Schiri Peter Gagelmann einen nicht gerade geringen Anteil besaß (ansonsten können die Leistungen der
Unparteiischen in der Regionalliga jedoch durchweg als positiv eingestuft werden). Zuvor wurden u. a. beim FC
Sachsen Leipzig (4:0), gegen den 1. FC Magdeburg (1:0), beim Chemnitzer FC (3:1) und bei Holstein Kiel (2:1) Siege
erkämpft, die den HFC als einzigen Verfolger der „Störche“ etablierten. Bis zum letzten Spieltag war das
Aufstiegsrennen offen. Doch wegen einer eigenen 0:1-Niederlage gegen den VFC Plauen und eines 1:0-Erfolgs des KSV
gegen den VfB Lübeck klappte es am Ende nicht mit dem Durchmarsch in Liga 3, der einer kleinen Sensation
gleichzusetzen gewesen wäre. Mit 70 Punkten (19S-13U-2N) bei einem Torverhältnis von 43:20 beendeten die
Saalestädter ihre Regionalligapremiere auf Platz 2 und etablierten sich damit eindrucksvoll in der neuen
Spielklasse. Das Landespokalfinale ging nach einigen mehr als nur fragwürdigen Entscheidungen des
unterklassigen Referees Gunnar Melms (so pfiff dieser sehr einseitig, zeigte Ronny Hebestreit eine
ungerechtfertigte rote Karte sowie zuvor nach einem außerhalb des Strafraums begangenem Foul auf den
Elfmeterpunkt) mit 0:1 gegen den 1. FC Magdeburg verloren. Trotz dieses kleinen Wermutstropfens war die Saison
2009/10 die erfolgreichste in der jüngeren Historie der Saalestädter, die von den Trainern der Kontrahenten
für die neue Serie nun sogar unisono als Aufstiegsfavoriten gehandelt wurden.
Vor der Serie 2009/10 kamen Angelo Hauk (TSV Crailsheim), Toni Lindenhahn (HFC U19), Jürgen Rittenauer
(SC Freiburg II), David Sieber (Chemnitzer FC), Patrick Mouaya (FC Oberneuland), Patrick Rosenau (SV Wehen
Wiesbaden) und Selim Aydemir (Eintracht Braunschweig) als Neuzugänge an die Saale. Verlassen mussten dagegen der
bisherige Ersatztorwart Norbert Guth (BSV Halle-Ammendorf), Alexander Gröger (TSV Germania Windeck),
Christian Beck (FC Rot-Weiß Erfurt II), Christian Person (VFC Plauen), Jens Werner (1. FC Lokomotive Leipzig),
Kevin Kittler (FC Sachsen Leipzig), Robert Stark (SV Wilhelmshaven) und Maik Kunze (unbekannt) den Club. Im
weiteren Saisonverlauf gingen auch noch Ex-Kapitän David Bergner (ab September 2009 Sportinvalide) sowie in
der Winterpause Milan Janecek (zum VfB 06 Sangerhausen) von Bord. Nach der Hinrunde belegte die Mannschaft den
3. Tabellenplatz, wies aber bereits sechs Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter SV Babelsberg 03 auf. Der strenge
Winter mit vielen Spielausfällen ging dann aber in der Rückrunde zu sehr an die Substanz. Nachdem man am
26. Spieltag noch einen eindrucksvollen 1:0-Auswärtserfolg beim Erzrivalen 1. FC Magdeburg feiern konnte und
mit sieben Punkten Rückstand (bei einem Spiel weniger) auf die Potsdamer noch durchaus vom Aufstieg in Liga 3
träumen konnte, schwächte sich die Köhler-Truppe mit mehreren Sperren selbst und verlor den Anschluss an
die Spitze. Somit belegte man in der Endabrechnung Rang 4, konnte aber durch einen 3:2-Erfolg im Landespokalfinale
gegen den VfB Germania Halberstadt in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals einziehen, wo als Gegner der 1. FC Union
Berlin aus der 2. Bundesliga zugelost wurde. In der A-Jugend-Bundesliga NORD/NORDOST machte die Mannschaft
von Trainer Hagen Schmidt mit einem 3:1-Sieg beim FC Rot-Weiß Erfurt am letzten Spieltag den Klassenerhalt
perfekt - ein toller Erfolg für die HFC-Nachwuchsabteilung. Und auch die U23-Mannschaft konnte in der
Verbandsliga Sachsen-Anhalt mit Rang 2 ihre bis dato beste Platzierung erreichen. Eine richtungsweisende
Entscheidung für das Fortbestehen des Halleschen FC in seiner leistungsorientierten Ausrichtung fiel auch
endlich und langersehnt: Nach fast achtjähriger Vorbereitung bekam die Bietergemeinschaft der Firmen GP
Papenburg und Beton & Rohrbau den Zuschlag für den Ersatzneubau des Kurt-Wabbel-Stadions in
ein mordernes und zeitgemäßes „Schmuckkästchen“ mit einem Fassungsvermögen von 15.000 Zuschauern. Somit war
die Partie gegen Hannover 96 II (1:1) am 22.05.2010 der letzte Punktekampf in der 76jährigen Historie des
„KWS“, und die Fans verabschiedeten ihr „altes Haus“ bei diesem Spiel sowie bei einer weiteren Veranstaltung
am 5. Juni 2010 sehr emotional. In der Serie 2010/11 werden unsere Rot-Weißen ihre Heimspiele im Stadion
Halle-Neustadt bzw. die sicherheitsrelevanten Partien im Zentralstadion in Leipzig
austragen.
5. Die Bilanzen des HFC von 1965 bis 2010:
Nr. |
Saison |
Liga |
Pl. |
Sp. |
g. |
u. |
v. |
Tore |
Pkt. |
Bester TS |
Tore |
Trainer |
1 |
1965/66* |
OL |
11 |
26 |
7 |
9 |
10 |
26:33 |
23:29 |
H. Walther |
9 |
Krügel |
2 |
1966/67 |
OL |
11 |
26 |
11 |
4 |
11 |
38:41 |
26:26 |
W. Lehrmann |
8 |
Sockoll |
3 |
1967/68 |
OL |
10 |
26 |
8 |
7 |
11 |
32:41 |
23:29 |
B. Bransch |
6 |
Sockoll |
4 |
1968/69 |
OL |
11 |
26 |
6 |
10 |
10 |
32:35 |
22:30 |
D. Boelssen |
8 |
Sockoll |
5 |
1969/70 |
OL |
10 |
26 |
8 |
6 |
12 |
35:34 |
22:30 |
R. Nowotny |
10 |
Sockoll / Schmidt |
6 |
1970/71 |
OL |
3 |
26 |
10 |
10 |
6 |
35:29 |
30:22 |
D. Boelssen |
7 |
Schmidt |
7 |
1971/72 |
OL |
6 |
26 |
10 |
7 |
9 |
40:44 |
27:25 |
W. Schmidt |
7 |
Schmidt |
8 |
1972/73 |
OL |
14 |
26 |
4 |
8 |
14 |
35:57 |
16:36 |
D. Boelssen |
7 |
Schmidt / Hoffmann |
9 |
1973/74 |
Liga |
1 |
22 |
19 |
3 |
0 |
75:17 |
41:3 |
M. Vogel |
19 |
Hoffmann |
10 |
1974/75 |
OL |
11 |
26 |
5 |
11 |
10 |
37:49 |
21:31 |
M. Vogel |
17 |
Hoffmann |
11 |
1975/76 |
OL |
8 |
26 |
9 |
7 |
10 |
37:35 |
25:27 |
W. Peter |
10 |
Hoffmann |
12 |
1976/77 |
OL |
7 |
26 |
7 |
10 |
9 |
34:39 |
24:28 |
M. Vogel |
12 |
Hoffmann / Kohl |
13 |
1977/78 |
OL |
6 |
26 |
11 |
8 |
7 |
44:34 |
30:22 |
H. Krostitz |
11 |
Kohl |
14 |
1978/79 |
OL |
6 |
26 |
10 |
7 |
9 |
36:32 |
27:25 |
H. Krostitz |
9 |
Kohl |
15 |
1979/80 |
OL |
7 |
26 |
12 |
4 |
10 |
38:37 |
28:24 |
H. Krostitz |
11 |
Kohl |
16 |
1980/81 |
OL |
8 |
26 |
11 |
3 |
12 |
41:41 |
25:27 |
H. Krostitz |
12 |
Kohl |
17 |
1981/82 |
OL |
11 |
26 |
8 |
7 |
11 |
28:46 |
23:29 |
W. Schmidt |
7 |
Kohl / Dr. Koitzsch |
18 |
1982/83 |
OL |
11 |
26 |
5 |
7 |
14 |
41:53 |
17:35 |
F. Pastor |
12 |
Urbanczyk |
19 |
1983/84 |
OL |
14 |
26 |
1 |
9 |
16 |
32:68 |
11:41 |
F. Pastor |
9 |
Urbanczyk |
20 |
1984/85 |
Liga |
2 |
34 |
19 |
11 |
4 |
77:30 |
49:19 |
U. Machold |
17 |
Keller |
21 |
1985/86 |
Liga |
2 |
34 |
22 |
3 |
9 |
85:36 |
47:21 |
J. Rziha |
15 |
Keller / Hoffmann |
22 |
1986/87 |
Liga |
1 |
34 |
21 |
11 |
2 |
63:28 |
53:15 |
L. Schülbe |
18 |
Trautmann |
23 |
1987/88 |
OL |
5 |
26 |
7 |
12 |
7 |
33:33 |
26:26 |
U. Machold |
6 |
Trautmann |
24 |
1988/89 |
OL |
9 |
26 |
8 |
9 |
9 |
36:38 |
25:27 |
J. Rziha |
7 |
Trautmann |
25 |
1989/90 |
OL |
9 |
26 |
8 |
8 |
10 |
38:38 |
24:28 |
L. Schülbe |
10 |
Trautmann |
26 |
1990/91 |
OL |
4 |
26 |
10 |
9 |
7 |
40:31 |
29:23 |
L. Schülbe |
13 |
Donau |
27 |
1991/92 |
2. BL |
5** |
32 |
7 |
13 |
12 |
35:47 |
27:37 |
D. Wosz |
5 |
Donau |
28 |
1992/93 |
AOL |
2 |
32 |
21 |
5 |
6 |
86:36 |
47:17 |
S. Meißner |
27 |
Urbanczyk |
29 |
1993/94 |
AOL |
8 |
30 |
9 |
12 |
9 |
46:47 |
30:30 |
F. Pastor |
11 |
Urbanczyk |
30 |
1994/95 |
AOL |
16 |
30 |
0 |
3 |
27 |
17:83 |
3:57 |
A. Linzert |
4 |
Urbanczyk / Riedl |
31 |
1995/96 |
VL |
7 |
32 |
13 |
10 |
9 |
54:39 |
43 |
M. Rüdiger |
10 |
Rehschuh |
32 |
1996/97 |
VL |
1 |
34 |
23 |
9 |
2 |
74:22 |
78 |
L. Ilgner |
20 |
Rehschuh |
33 |
1997/98 |
OL Süd |
13 |
30 |
6 |
12 |
12 |
39:47 |
30 |
M. Scholz |
8 |
Wilk / Strozniak |
34 |
1998/99 |
VL |
2 |
30 |
26 |
6 |
2 |
82:21 |
84 |
R. Kirst |
13 |
Strozniak / Timme |
| 35 |
1999/00 |
VL |
1 |
34 |
26 |
7 |
1 |
83:17 |
85 |
D. Kurzeja |
20 |
Timme / Häfner |
| 36 |
2000/01 |
OL Süd |
10 |
34 |
12 |
8 |
14 |
45:57 |
44 |
V. Kopunovic |
13 |
Häfner |
| 37 |
2001/02 |
OL Süd |
7 |
32 |
13 |
5 |
14 |
45:29 |
44 |
E. Kricke |
15 |
Häfner / Strozniak |
| 38 |
2002/03 |
OL Süd |
5 |
34 |
15 |
14 |
5 |
49:29 |
59 |
E. Kricke |
11 |
Mankowski |
| 39 |
2003/04 |
OL Süd |
4 |
30 |
16 |
9 |
5 |
56:32 |
57 |
A. Ofodile |
12 |
Mankowski / Strozniak |
| 40 |
2004/05 |
OL Süd |
4 |
34 |
17 |
9 |
8 |
70:38 |
60 |
N. Breitkopf |
8 |
Andreev / Lindemann |
| 41 |
2005/06 |
OL Süd |
4 |
30 |
14 |
11 |
5 |
46:26 |
53 |
L. Georg / D. Koslov |
5 |
Müller |
| 42 |
2006/07 |
OL Süd |
7 |
30 |
12 |
6 |
12 |
31:30 |
42 |
M. Kunze |
5 |
Müller / Schößler |
| 43 |
2007/08 |
OL Süd |
1 |
30 |
19 |
6 |
5 |
50:21 |
60 |
N. Kanitz |
11 |
Köhler |
| 44 |
2008/09 |
RL Nord |
2 |
34 |
19 |
13 |
2 |
43:20 |
70 |
N. Kanitz / P. David |
7 |
Köhler |
| 45 |
2009/10 |
RL Nord |
4 |
34 |
14 |
14 |
6 |
47:25 |
56 |
N. Kanitz |
10 |
Köhler |
*Diese Angaben beinhalten auch die
Ergebnisse der 1. Halbserie, als der HFC Chemie noch als SC Chemie Halle spielte
**Der HFC belegte in der Abstiegsrunde der 2. Bundesliga - Staffel Süd den 5. Platz von 6 Mannschaften
6. Rund um die 1. Bundesliga:
In
der 1. Bundesliga kamen bis zur Winterpause 2009/10 insgesamt 16 ehemalige Spieler des
Halleschen FC bzw. seines Vorläufers HFC Chemie zum Einsatz. Rekordhalter ist dabei der
Ex-Bayern-Spieler Norbert Nachtweih. Er kam, von 1977 bis 1982 und wieder von 1991 bis 1992 bei
Eintracht Frankfurt (123 Einsätze/26 Tore) sowie von 1982 bis 1989 beim FC Bayern München
(202 Einsätze/20 Tore), insgesamt auf 325 Spiele und 46 Tore in der 1. Bundesliga. Ihm folgt mit
nur einem Spiel weniger Dariusz Wosz. Die "Zaubermaus" spielte von 1991 bis 1998 beim VfL Bochum,
von 1998 bis 2001 bei Hertha BSC und von 2001 bis 2007 wieder beim VfL Bochum und brachte es auf
insgesamt 324 Spiele und 39 Tore. Norbert und Dariusz werden mit dieser Quote sicherlich über eine
sehr lange Zeit die HFC-internen BL-Spitzenreiter bleiben.
Interessant war auch die Entwicklung von Jürgen Pahl, der von 1978 bis 1987 ausschließlich bei
Eintracht Frankfurt in der 1. Bundesliga zwischen den Pfosten stand. Er kam auf 152 Einsätze und
stand zudem gemeinsam mit Norbert Nachtweih beim bisher größten Erfolg der Hessen, dem UEFA-Pokalsieg (1980)
gegen Borussia Mönchengladbach (1:0 und 2:3), im Frankfurter Team. In dieser Mannschaft waren auch so
bekannte Fußballgrößen wie Bruno Pezzey, Charly Körbel, Horst Ehrmanntraut und Werner Lorant. Auf der
Seite der Borussen standen in diesem Deutschlandfinale u. a. Lothar Matthäus, Winni Schäfer und Ewald
Lienen.
Große Europacup-Meriten schrieb auch René Tretschok beim Champions-League-Sieger Borussia Dortmund, wo er
mit seinem Treffer in Manchester 1997 den Borussen den Weg ins Finale ebnete.
Ein geradezu magisches Dreieck des HFC gab es mit Steffen Karl, René Tretschok und Dariusz Wosz für kurze Zeit
bei Hertha BSC. Steffen Karl war dann lange verletzt und wechselte zum Zweitligisten FC St. Pauli nach
Hamburg.
Mit Timo Lange (F.C. Hansa Rostock), Silvio Meißner (Arminia Bielefeld und VfB Stuttgart) und Marco
Gebhardt (Eintracht Frankfurt und Energie Cottbus) kamen weitere ehemalige HFCer zu nennenswerten Einsätzen
im deutschen Fußballoberhaus. In jüngerer Vergangenheit sind noch Christian Tiffert (VfB Stuttgart und MSV
Duisburg) sowie Danny Fuchs (VfL Bochum) zu erwähnen, aktuell kickt Christopher Schorch (nach seinen
Stationen bei Hertha BSC und Real Madrid) in der Abwehr des 1. FC Köln.
Ehemalige HFC-Spieler in der 1. Bundesliga bis
zum Ende der Saison 2009/10:
| Nr |
Bundesligaspieler |
Bundesligaverein |
Saison |
Spiele |
Tore |
| 1. |
Norbert Nachtweih |
Eintracht Frankfurt |
1977 |
- |
1982 |
. |
. |
| . |
. |
FC Bayern München |
1982 |
- |
1989 |
. |
. |
| . |
. |
Eintracht Frankfurt |
1991 |
- |
1992 |
325 |
46 |
| 2. |
Dariusz Wosz |
VfL Bochum |
1991 |
- |
1998 |
. |
. |
| . |
. |
Hertha BSC |
1998 |
- |
2001 |
. |
. |
| . |
. |
VfL Bochum |
2001 |
- |
2007 |
324 |
39 |
| 3. |
Silvio Meißner |
DSC Arminia Bielefeld |
1996 |
- |
2000 |
. |
. |
| . |
. |
VfB Stuttgart |
2000 |
- |
2008 |
250 |
37 |
| 4. |
René Tretschok |
Borussia Dortmund |
1992 |
- |
1997 |
. |
. |
| . |
. |
1. FC Köln |
1997 |
- |
1998 |
. |
. |
| . |
. |
Hertha BSC |
1998 |
- |
2003 |
180 |
23 |
| 5. |
Timo Lange |
FC Hansa Rostock |
1992 |
- |
2004 |
165 |
13 |
| 6. |
Jürgen Pahl |
Eintracht Frankfurt |
1978 |
- |
1982 |
152 |
0 |
| 7. |
Christian Tiffert |
VfB Stuttgart |
2000 |
- |
2006 |
. |
. |
| . |
. |
MSV Duisburg |
2007 |
- |
2008 |
151 |
9 |
| 8. |
Steffen Karl |
Borussia Dortmund |
1989 |
- |
1994 |
. |
. |
| . |
. |
Hertha BSC |
1997 |
- |
1998 |
99 |
3 |
| 9. |
Marco Gebhardt |
Eintracht Frankfurt |
1997 |
- |
2001 |
. |
. |
| . |
. |
Energie Cottbus |
2002 |
- |
2003 |
82 |
11 |
| 10. |
Heiko Peschke |
KFC Uerdingen |
1992 |
- |
1996 |
67 |
5 |
| 11. |
Andreas Wagenhaus |
1. FC Dyn. Dresden |
1991 |
- |
1994 |
50 |
1 |
| 12. |
Alexander Löbe |
SG Wattenscheid 09 |
1993 |
- |
1994 |
. |
. |
| . |
. |
MSV Duisburg |
1994 |
- |
1997 |
43 |
5 |
| 13. |
Christopher Schorch |
Hertha BSC |
2006 |
- |
2007 |
. |
. |
| . |
. |
1. FC Köln |
2009 |
- |
2010 |
19 |
1 |
| 14. |
Danny Fuchs |
VfL Bochum |
2007 |
- |
2009 |
18 |
1 |
| 15. |
Frank Schön |
FC Schalke 04 |
1995 |
- |
1997 |
12 |
0 |
| 16. |
Jörg Nowotny |
Bayer 04 Leverkusen |
1993 |
- |
1994 |
4 |
0 |
7. Die zwölf HFCer im Trikot der DDR-A-Auswahl:
Mit
Dariusz Wosz kam sogar ein ehemaliger DFB-Nationalspieler vom Halleschen FC. Er brachte es auf
11 Einsätze für den DFB, wobei er gleich im ersten Spiel auch sein erstes Länderspieltor für
Deutschland erzielte. Zudem kam er zu sieben Einsätzen in der DDR-Nationalmannschaft. Dabei
gehörte er am 12. September 1990 zum Team um Matthias Sammer, das im allerletzten Länderspiel
der DDR in Brüssel mit 2:0 gegen Belgien siegte. Der hallesche Torwart Jens Adler wurde damals
drei Minuten vor Spielschluss eingewechselt und ist damit praktisch der letzte DDR-Nationalspieler.
Mit Heiko Peschke und Andreas Wagenhaus standen in dieser letzten DDR-Nationalmannschaft zwei weitere
Ex-HFC-Kicker, soviel wie in keiner vorangegangenen Auswahlelf.
Insgesamt zwölf hallesche Spieler kamen zu Länderspieleinsätze, wovon Bernd Bransch (72
DFV-Länderspiele), Klaus Urbanczyk (34) und Werner Peter (9) die erfolgreichsten waren
und bei Olympischen Spielen Gold, Silber und Bronze gewannen. Als Kapitän der DDR-Auswahl
führte Bernd Bransch das Team 1976 in Montreal zum Olympiasieg (3:1 gegen Polen).
Unvergessen natürlich auch für jeden HFC-Fan die beiden Tore von "Branscher"
im WM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien, die die DDR zum ersten und einzigen Male zu
einer WM führte (1974 in der BRD).
Auch Klaus Urbanczyk war 1964 der Kapitän des DDR-Olympiateams in Tokio. Im Spiel um Platz 3
(3:1 gegen Ägypten) konnte er wegen eines Beinbruchs aus dem Halbfinalspiel gegen die CSSR
nicht mehr mitwirken. Werner Peter stand 1980 gegen die CSSR im Moskauer Olympiafinale (0:1)
und gewann Silber. Dieter Strozniak spielte ebenfalls sechsmal in der DDR-A-Auswahl.
|
Ehemalige HFC-Spieler in der DDR-A-Nationalmannschaft:
| 1. |
Bernd Bransch |
1967 - 1976 |
72 Spiele |
| 2. |
Klaus Urbanczyk |
1961 - 1969 |
34 Spiele |
| 3. |
Werner Peter |
1978 - 1979 |
9 Spiele |
| 4. |
Dariusz Wosz |
1989 - 1990 |
7 Spiele |
| 5. |
Frank Pastor |
1983 - 1987 |
7 Spiele |
| 6. |
Dieter Strozniak |
1980 - 1982 |
6 Spiele |
| 7. |
Helmut Stein |
1962 - 1973 |
2 Spiele |
| 8. |
Günter Imhof |
1952 |
2 Spiele |
| 9. |
Jens Adler |
1990 |
1 Spiel |
| 10. |
Günter Haase |
1953 |
1 Spiel |
| 11. |
Erhard Mosert |
1969 |
1 Spiel |
| 12. |
Horst Walter |
1962 |
1 Spiel |
8. Die HFC-Spieler in der DDR-Olympiaauswahl:
Neben
der A-Nationalmannschaft gab es noch eine DDR-Olympiaauswahl, welche zum Teil auch
offizielle A-Länderspiele austrug, aber auch besonders zwischen den einzelnen Olympiaden
Freundschaftsspiele bestritt. In dieser Olympiaauswahlstatistik des DFV der DDR wurden sowohl
Qualifikations- und Endrundenspiele, als auch Freundschaftsspiele erfasst.
Freundschaftsspiele wurden nicht immer gegen adäquate Auswahlmannschaften ausgetragen
Die nachfolgende Statistik
berücksichtigt Einsätze von HFC-Spielern bis zum Jahre 1984 in allen drei Kategorien.
Ehemalige HFC-Spieler in der DDR-Olympiamannschaft:
| Bernd Bransch |
20 Einsätze |
| Klaus Urbanczyk |
20 Einsätze |
| Werner Peter |
15 Einsätze |
| Dieter Strozniak |
11 Einsätze |
| Frank Pastor |
6 Einsätze |
| Holger Krostitz |
3 Einsätze |
| Manfred Fülle |
1 Einsatz |
9. Die bisherigen Spielserien im Detail:
Klicken Sie einfach die gewünschte Saison im folgenden Menü an.
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