16.12.2011 - 18. Spieltag der DFB-Regionalliga NORD, Saison 2011/12:
VfB Germania Halberstadt - Hannover 96 II 0:1 (0:0)
VFC Plauen - VfB Lübeck 1:0 (1:0)
Hertha BSC II - 1. FC Magdeburg 2:0 (1:0)
ZFC Meuselwitz - Hamburger SV II 2:2 (1:2)
FC St. Pauli II - SV Wilhelmshaven 2:2 (0:1)
Berliner AK 07 - VfL Wolfsburg II 4:1 (1:0)
RasenBallsport Leipzig - SV Meppen 3:2 (2:1)
FC Energie Cottbus II - TSV Havelse 2:1 (0:1)
Holstein Kiel - Hallescher FC 0:0 (0:0)
An der Kieler Förde mit verdientem Punktgewinn
Beide Mannschaften mit tollem Spitzenspiel | Dreimal landete das Leder am Aluminium | In einer strittigen Szene sah der Schiedsrichter den Kopfball von Telmo Teixeira nicht hinter der Linie
„Wir können jetzt durchatmen“, meinte der hallesche Cheftrainer Sven Köhler nach der spannenden Regionalligapartie seiner Mannschaft beim Herbstmeister in Kiel. „In den zwei schweren Auswärtsspielen gegen die beiden Spitzenmannschaften der Liga haben wir immerhin vier Punkte geholt.“ Die knapp 9.000 Zuschauer erlebten bei strömendem Regen und katastrophalen Platzverhältnissen am Freitagabend ein torloses Unentschieden der weitaus besseren Güte. Während die „Störche“ die erste Halbzeit bestimmten und sieben gute Möglichkeiten besaßen, um in Führung zu gehen, war der Club in der zweiten Hälfte das bessere Team. Fast hätte es an der Kieler Förde sogar noch zum Auswärtssieg gereicht, aber Dennis Mast traf nur den Pfosten und den Lattenabpraller von Telmo Teixeira sah das Schiedsrichtertrio verwunderlicherweise nicht hinter der Torlinie. Am Ende waren beide Trainer mit dem Punktgewinn zufrieden. Es war eine Klassepartie unter eigentlich unzumutbaren Bedingungen.
Ein Sonderlob verdienten sich nicht nur die Aktiven, sondern auch die rund 400 mitgereisten HFC-Fans (im Weihnachtsoutfit), die im strömenden Regen stehend ihre Jungs unentwegt anfeuerten.
DIE 1. HALBZEIT:
Nach dem souveränen 1:0-Auswärtssieg am vergangenen Wochenende beim Klassenprimus in Leipzig konnte der HFC auch beim Ex-Drittligisten seine Aufstiegsambitionen aufrecht erhalten. Allerdings waren die Kieler „Störche“ spielerisch am Freitagabend von einer ganz anderen Qualität, als die biederen RasenBaller. Die Gastgeber begannen, so wie der HFC in Leipzig, mit einem ähnlichen taktischen Konzept und ließen durch ihr starkes Pressing die Hallenser kaum zur Entfaltung kommen. Schon nach knapp dreißig Sekunden knallte ein Schuss von Rafael Kazior an den HFC-Torpfosten. Unsere Rot-Weißen, in gleicher Formation wie gegen RasenBall antretend, bemühten sich redlich. Es folgten weitere starke 30 Minuten des Tabellenführers, doch der besten Abwehr der Liga unterliefen keine Fehler. Einige Abschlussmöglichkeiten musste sie dennoch zulassen, aber die Holstein-Kicker hatten zum Glück der Hallenser kein Zielwasser getrunken. Die nur wenigen Kontermöglichkeiten des HFC (Andis Shala vergab aus fünf Metern, 7. und Dennis Wegner versuchte es mit einer Direktabnahme, 42.) blieben ebenso ungenutzt. So ging es aus Sicht der Saalstädter etwas glücklich mit einem 0:0 in die Halbzeitpause.
DIE 2. HALBZEIT:
Nach dem Wiederanpfiff bestimmten zunächst die Norddeutschen weiterhin das Geschehen. Doch mit den nachlassenden Regengüssen und ab der Einwechslung von Dennis Mast in der 61. Minute für Andis Shala erarbeitete sich der HFC zunehmend Oberwasser, und der Spitzenreiter geriet gehörig ins Schwanken. Die Kieler Innenverteidigung bekam den noch 19jährigen „Masty“ kaum unter Kontrolle. Fast wäre der unbekümmert aufspielende Schwarzschopf zum Held des Tages aufgestiegen, doch sein Schuss aus 12 m klatsche nur an den Pfosten (63.). „Ich hatte den Ball auf meinem schwächeren rechten Fuß“, entschuldigte er sich bescheiden nach dem Spiel. Jetzt schien die Partie in Richtung HFC zu kippen, und der Spitzenreiter war nun eigentlich fällig. Die „Störche“ mussten ihrem hohen Tempo der ersten Stunde Tribut zollen und waren mit den Kräften so ziemlich am Ende. Spätestens nach dem Kopfball von Telmo Teixeira, klar hinter der Torlinie, hätte es 1:0 für die Hallenser stehen müssen! In der Schlussviertelstunde neutralisierten sich beide Teams und gingen keinerlei Risiko mehr ein. So blieb es am Ende bei einem gerechten, torlosen Unentschieden, mit dem beide Trainer gut leben konnten.
Die KSV Holstein verlor nach dem 3:2 der Leipziger gegen den SV Meppen zudem die Tabellenspitze und durch das Unentschieden gegen unsere Jungs ihre bislang blütenweiße „Heimweste“. Der HFC blieb wieder einmal ohne Gegentor und verfügt mit insgesamt nur deren acht über die beste Abwehr der ersten vier Fußballligen Deutschlands.
Ro-Heb | JS | Fotos: Ro-Heb
STATISTIK: Holstein Kiel - Hallescher FC 0:0 (0:0)
KSV (blau-blau): Jensen - Berzel, Jürgensen, Poggenberg, Herrmann - So. Chahed (81. Sykora), Kazior, Siedschlag (77. Wetter), S. Müller - Heider (88. Wulff), Lindner. Trainer: Thorsten Gutzeit. Ersatzbank: Strähle - Schulz, Sachs, Toksöz.
HFC (rot/weiß-rot): Horvat - Eismann, Mouaya, Ruprecht, Benes - Hartmann, Wagefeld - Lindenhahn (81. Preuß), Teixeira, Wegner - Shala (61. Mast). Trainer: Sven Köhler. Ersatzbank: Rittenauer - Kamm Al-Azzawe, Butzmann, Boltze, A. Müller.
Tore: Fehlanzeige. Ecken: 8:6 (3:5). Freistöße: 31:17 (18:8). Chancen: 8:4 (7:2). Abseits: 1:5 (0:4). Gelbe Karten: Siedschlag (21., Schwalbe), Jürgensen (69., Foulspiel) - Wagefeld (17., Foulspiel), Ruprecht (39., Unsportlichkeit), Eismann (68., Foulspiel). Schiedsrichter: Norbert Grudzinski (Hamburg). SRA: Dennis Krohn, Alexander Teuscher.
Zuschauer: 8.753 (darunter ca. 400 HFCer) im Holstein-Stadion in Kiel.
Äußere Bedingungen: 2° und bis zur 60. Minute Dauerregen. Tiefer und eigentlich unbespielbarer Platz.
Anmerkungen: Neben dem Langzeitverletzten Steve Finke (Kreuzbandriss) fehlten beim HFC noch Nico Kanitz und Pavel David. Die gelben Karten gegen Maik Wagefeld und Sören Eismann waren jeweils deren fünfte, so dass beide im nächsten Meisterschaftsspiel gesperrt sind.
Statistik: JS | Ro-Heb | Foto: Agentur ROWIS
AUS DER PRESSEKONFERENZ
Sven Köhler (Cheftrainer des Halleschen FC): „Ich freue mich über den am Ende verdienten Punkt. In der ersten Halbzeit spielte Kiel sehr druckvoll und hatte einige gute Chancen, um in Führung zu gehen. Das klappte aber nicht, so dass wir etwas glücklich mit einem 0:0 in die Pause gingen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns das Unentschieden im Nachhinein verdient. Jetzt hatten wir einige klare Möglichkeiten, die wir aber ebenso nicht nutzen konnten. Jetzt können wir durchatmen, denn wir haben immerhin aus zwei Spitzenspielen auswärts vier Punkte geholt.“
Thorsten Gutzeit (Cheftrainer von Holstein Kiel): „Wir haben heute ein echtes Spitzenspiel unter sehr schweren Bedingungen gesehen. Es war ein Spiel mit vielen Klasse-Spielszenen und zwei verschiedenen Halbzeiten. Wir wollten eigentlich ein schnelles Tor, was uns aber nicht gelang. Der HFC bekam in der zweiten Halbzeit das Spiel immer mehr in den Griff. Wir sind mit dem Punkt aber sehr zufrieden und können damit durchaus leben.“
Foto: Agentur ROWIS
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