08.09.2011 - FSA-Landespokal, Achtelfinale, Saison 2011/12:
SG Union Sandersdorf - BSV Halle-Ammendorf 2:1 (0:0)
Blau-Weiß 1921 Farnstädt - 1. FC Lok Stendal 1:2 (0:0)
SV Edelweiß Arnstädt - Haldensleber SC 0:3 (0:1)
SV Eintracht Salzwedel - FC Grün-Weiß Piesteritz 0:9 (0:3)
Burger BC 08 - Magdeburger SV Preussen 0:1 (0:0) n. V.
TV Askania Bernburg - 1. FC Magdeburg 0:5 (0:2)
Germania Olvenstedt - VfL Halle 1896 1:3 (0:0)
VfL Eintracht Bitterfeld - Hallescher FC 0:2 (0:1)
Der David rettet den Goliath
Andis Shala und Pavel David erzielen gegen engagiert auftretenden Landesligisten die HFC-Tore zum glanzlosen 2:0-Sieg | Nur 739 Zuschauer beim Achtelfinalpokalspiel im Wolfener Jahnstadion | „Bronco“ verschoss einen Foulelfmeter
HFC-Cheftrainer Sven Köhler hatte nach dem 2:0-Sieg gegen den Landesligaspitzenreiter VfL Eintracht Bitterfeld seinen Standardsatz: „Wir hatten Luft nach oben“ parat, den er nach einer wenig überzeugenden seiner Mannschaft stets formuliert. Auf die ebenso nicht seltene Bemerkung: „Es war das erwartet schwere Spiel“ verzichtete er, weil sie nicht zutraf. Ohne die Eintracht zu unterschätzen, beherrschte der Regionalligist die Partie über weite Strecken eindeutig und besaß 75% Spielanteile. Doch aus dieser Überlegenheit heraus wurden, außer den beiden Toren, kaum hochkarätige Chancen erspielt, wenn man vom Pfostenschuss Toni Lindenhahns (58.) und dem vergebenen Foulelfmeter Pavel Davids (82.) einmal absieht. Dem Landesligisten unterliefen nur wenige Fehler, aber ein frühzeitiger entschied wohl die Begegnung. In der vierten Spielminute waren sich VfL-Keeper Robert Hahn und Linksverteidiger Tomas Jancik uneinig und ermöglichten dem Regionalligisten auf leichtfertige Weise das zeitige 1:0. Benjamin Boltze und Andis Shala nutzten die Kommunikationsprobleme der beiden Bitterfelder Akteure und „produzierten“ den Führungstreffer der Hallenser, welcher bis zum Pausenpfiff Bestand hatte und den Saalestädtern sogar noch etwas schmeichelte, denn der Landesligist besaß durch Mathias Kuhlig eine Riesenchance zum Ausgleich (33.). Diesen konnte jedoch Jürgen Rittenauer mit einer tollen Parade verhindern. Die Rot-Weißen erspielten sich in der ersten 45 Minuten eine Vielzahl von Standardsituationen, die aber allesamt nicht genutzt wurden. So blieb die Vorstellung des Regionalligaspitzenreiters in der ersten Halbzeit, trotz der durchaus verdienten Führung, ziemlich glanzlos.
Auch nach dem Wiederanpfiff änderte sich am Spielverlauf kaum etwas. Allerdings gehörten die ersten 15 Minuten dem Gastgeber, der aus einer sicheren Konterstellung nun mit dem Wind im Rücken mutiger nach vorn agierte. Auffällig die beiden Ex-HFCer Raik Wawrzyniak und VfL-Kapitän Mario Kövari, die mit technisch brillanten Ballannahmen und darauf folgenden präzisen Pässen für einige Unruhe in der bis dahin kaum geforderten HFC-Abwehr sorgten. In der 49. Minute lag den Eintracht-Fans der Torschrei schon auf den Lippen, als Jürgen Rittenauer das Zweikampfduell gegen Mathias Kuhlig verlor. Doch Patrick Mouaya bugsierte in „Hamburger Manier“ den Ball vor dem Überschreiten der Torlinie noch ins Aus. Das HFC-Flügelspiel blieb zumeist harmlos. Nur Toni Lindenhahn konnte sich hin und wieder durchsetzen. So auch in der 58. Minute, als er nach einem erfolgreichen Dribbling gegen mehrere Bitterfelder leider nur den rechten Torpfosten traf. Wer glaubte, der Siebtligist würde spätestens nach einer Stunde mit seinen Kräften am Ende zu sein, sah sich eines besseren belehrt. Der VfL gab sich nicht auf und besaß in der 59. Spielminute erneut eine gute Chance zum Ausgleich, als ein weiter Ball von Raik Wawrzyniak für eine Unstimmigkeit zwischen Jürgen Rittenauer und Steven Ruprecht führte, die aber ungestraft blieb. Der Ball kullerte nur knapp am HFC-Gehäuse vorbei. Über die starke rechte Seite der Hallenser wurde dann die Spielentscheidung herbeigeführt. Toni Lindenhahn hob von der Rechtsaußenposition das Leder gefühlvoll auf den langen Pfosten, wo Pavel David keine Schwierigkeiten hatte, erfolgreich zum 2:0 einzuköpfen (78.). Der Tscheche hätte dann auch noch seinen zweiten Treffer erzielen müssen, doch nach einem Foulspiel von Jan Riediger an „Linde“ scheiterte er vom Punkt am sicher den Ball haltenden VfL-Torhüter Robert Hahn (82.). So blieb es beim verdienten 2:0-Arbeitssieg des Regionalligisten, der erwartungsgemäß in das Landespokalviertelfinale einzog.
Ro-Heb | JS | Fotos: Agentur ROWIS
STATISTIK: VfL Eintracht Bitterfeld - Hallescher FC 0:2 (0:1)
VfL (blau/schwarz-blau): Hahn - Perl (71. Michalak), Bernard, Hempel (46. Raba), Mieth, Kuhlig, Wawrzyniak, Jancik, Röthling, Riediger, Kövari (C, 85. Velek). Trainer: Marko Zenau. Ersatzbank: Winkler - Molzahn, Trümpelmann.
HFC (rot/weiß-rot): Rittenauer - Benes, Mouaya, Ruprecht, Kanitz (C) - A. Müller, Hartmann - Boltze (46. Mast), David, Lindenhahn - Shala. Trainer: Sven Köhler. Ersatzbank: Horvat - Butzmann, Wegner, Eismann.
Tore: 0:1 - Shala (4., Vorarbeit Boltze), 0:2 - David (78., Vorarbeit Lindenhahn). Ecken: 5:3 (2:1). Freistöße: 14:19 (6:14). Chancen: 2:11 (1:6). Abseits: 3:0 (1:0). Gelbe Karten: Hempel (43., Foulspiel) - Ruprecht (36., Foulspiel). Schiedsrichter: Patrick Kluge (Zeitz). SRA: Maik Tille, Winfried Bohrmann.
Zuschauer: 739 (darunter ca. 400 HFCer) im Jahnstadion in Wolfen.
Äußere Bedingungen: 12° und teilweise sonnig, starker Wind, gut bespielbarer Platz.
Anmerkungen: Beim HFC fehlten der Langzeitverletzte Steve Finke (Kreuzbandriss), Maik Wagefeld (rechtes Handgelenk angebrochen) und David Haider Kamm Al-Azzawe (nach roter Karte bei der U23). Der Bitterfelder Torhüter Robert Hahn parierte in der 83. Minute einen von Pavel David geschossenen Foulelfmeter.
Statistik: JS | Ro-Heb
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