07.08.2011 - 1. Spieltag der DFB-Regionalliga NORD, Saison 2011/12:
Hamburger SV II - ZFC Meuselwitz 7:1 (4:1)
1. FC Magdeburg - Hertha BSC II 0:2 (0:0)
VfB Lübeck - VFC Plauen 3:3 (1:2)
SV Wilhelmshaven - FC St. Pauli II 3:2 (2:0)
VfL Wolfsburg II - Berliner AK 07 2:0 (1:0)
SV Meppen - RasenBallsport Leipzig 0:1 (0:0)
TSV Havelse - FC Energie Cottbus II 4:2 (1:0)
Hannover 96 II - Germania Halberstadt 1:1 (0:0)

   Hallescher FC - Holstein Kiel 1:0 (1:0)

Ein „Hexer“ und ein „Preuße“ entschieden das Ligaspitzenspiel
Darko Horvat hielt einen Foulelfmeter von Fiete Sykora | Michael Preuß nutzt eine großartiger Vorlage von Andis Shala zum „Tor des Tages“
„Wir waren heute ein glücklicher Sieger“, meinte HFC-Cheftrainer Sven Köhler mit einem zufriedenen Lächeln nach dem Abpfiff. „Und Glück braucht man in einem Spitzenspiel auf Augenhöhe, wenn man es gewinnen will“, ergänzte er. Doch es war auch eine gehörige Portion Arbeit, die seine Männer in den kampfbetonten 90 Spielminuten leisten mussten. Nach einer fast nicht enden wollenden Abtastphase, in der beide Teams nicht zimperlich miteinander umgingen, schien die Begegnung nach 20 Minuten in Kieler Richtung zu kippen. Die HFC-Abwehr wackelte jetzt etwas. In der 19. Minute nutzte Florian Meyer eine Unstimmigkeit zwischen Darko Horvat und Patrick Mouaya nicht und verfehlte nur knapp das HFC-Tor. Drei Minuten später gab es wieder ein Tohuwabohu im Strafraum unserer Rot-Weißen. Sören Eismann foulte Florian Meyer elfmeterreif. Der Schiedsrichter wartete den Vorteil ab und entschied dann regelgerecht auf Strafstoß. Doch der „Hexer“ im HFC-Tor, Darko Horvat, ahnte die Ecke und hielt den halbherzig geschossenen Elfer von Fiete Sykora sicher. Für beide war dies später Trainer die Schlüsselszene des Spiels. Der Gastgeber brauchte einige Minuten, um sich von den „Schreckschüssen“ der „Störche“ zu erholen, beherrschte dann aber die Partie. Als Andis Shala mit einer technisch hervorragenden „Brustvorlage“ Michael Preuß bediente, schlenzte der Rechtsaußen das Leder am herausstürzenden, bundesligaerfahrenen Morten Jensen vorbei ins Tor. Alles, was danach passierte - u. a. noch einige hochkarätige Kieler Chancen - blieb hinsichtlich des Endergebnisses bedeutungslos. Unsere Rot-Weißen brachten den wertvollen 1:0-Vorsprung über die Zeit und feierten mit der HFC-Fankurve die wichtigen drei Punkte gegen einen Mitaufstiegsfavoriten der Regionalliga NORD.
Ro-Heb | JS | Foto: Agentur ROWIS

DIE 1. HALBZEIT:
Darko Horvat und Michael Preuß sorgten für die spielentscheidenden Szenen | Der „Hexer“ hielt einen Elfmeter, der Ex-Halberstädter traf zum 1:0 | Auch die KSV mit guten Chancen
Beide Trainer zeigten sich vor dem Anpfiff dieses Spitzenspiels der Liga recht optimistisch und siegessicher. Sven Köhler sah seine Mannschaft durch den Heimvorteil leicht im Plus, der KSV-Trainer vertraute seiner Offensive, dem Prunkstück der „Störche“. Am Ende hatte „Köhlei“ das Recht auf seiner Seite. Allerdings musste er auf einen seiner Besten verzichten. Toni Lindenhahn war wegen seiner roten Karten aus dem letzten Regionalligaspiel der vergangenen Saison beim VFC Plauen noch gesperrt. Somit bot sich „Linde“ genügend Zeit, um vor dem Anpfiff den Pokal als „Bester HFC-Spieler der Saison 2010/11“, gestiftet von der Agentur ROWIS, durch HFC-Präsident Dr. Michael Schädlich in Empfang zu nehmen. Beide Mannschaften begannen in den erwarteten Formationen. Die erste gefährliche Offensivaktion ging auf das Konto von Andis Shala, dessen Kopfballgeschoss Marco Steil noch von der Linie kratzte (9.). Auch ein Kopfball von Marco Hartmann verfehlte nur knapp das KSV-Gehäuse (10.). Danach wurden die Gäste immer torgefährlicher, nutzten aber ihre Chancen, inklusive einen, von Sören Eismann an Florian Meyer verursachten, Elfmeter durch Fiete Sykora nicht (21.). Dagegen hämmerte Michael Preuß in der stärksten Phase des HFC den Ball zum 1:0 in das KSV-Tor. Dass ausgerechnet der HFC-Rechtsaußen traf, war etwas überraschend, denn er hatte bis dahin einen ganz schweren Stand gegen den starken KSV-Verteidiger Dan-Patrick Poggenberg. Bis zum Halbzeitpfiff nahmen die harten Zweikämpfe zu, ohne dass beide Teams unfair miteinander umgingen. Als der HFC sich wohl schon in der Kabine wähnte, setzte der Gast noch ein Achtungszeichen. Tim Siedschlag, stark aufspielender Rückkehrer vom Ligakontrahenten VfB Lübeck, blieb bei seinem Solo von der gesamten HFC-Abwehr ungestört und zog den Ball auf den langen Pfosten, wo Marc Heider nur Sekundenbruchteile zu spät kam.

DIE 2. HALBZEIT:
Der HFC steht in der Schlussphase stark unter Druck | Kiel nutzt die vorhandenen Konterchancen nicht | Die HFC-Fans sorgen für tolle Stimmung im Neustädter Stadion
Unverändert kehrten beide Formationen nach dem Pausentee auf den Rasen zurück. Über weite Strecken der zweiten 45 Minuten besaßen die Gäste mehr Spielanteile und die gefährlicheren Torchancen. Die HFC-Abwehr wankte, fiel aber nicht. Bedanken konnten sich die Rot-Weißen „Abwehrjäger“ bei ihrem Torhüter. Der 38jährige Darko Horvat bot eines seiner besten Spiele im HFC-Trikot und bügelte so manche Abwehrfalte seiner Vorderleute wieder glatt. Dabei war leider immer wieder Patrick Mouaya ein Unsicherheitsfaktor, der zu oft den Ball nicht unter Kontrolle bzw. mit gefährlichen Rückpässen den HFC-Keeper ungewollt in die Bredouille brachte. So konnte in der 48. Minute der Kieler Stürmer Marc Heider eine unglückliche Kopfballrückgabe von „Asamoah“ zum Glück nicht nutzen. Nach rund einer Stunde fand der HFC dann wieder ins Spiel zurück, und beide Mannschaften agierten von nun an wieder auf Augenhöhe. KSV-Trainer Thorsten Gutzeit reagierte und wechselte zweimal in Folge offensiv. In der 64. Minute verfehlte, der gerade in die Partie gekommene, Tim Wulff per Kopf nur knapp das HFC-Gehäuse. Auch „US-Boy“ Marc Heider ließ eine Nachlässigkeit von Steven Ruprecht ungestraft verstreichen (71.). Der Blick zur Stadionuhr wurde immer häufiger, die Kieler Konter ebenso. Doch spätestens mit dem Kopfballversuch von KSV-Kapitän Christian Jürgensen, der in der 79. Minute nur um wenige Zentimeter am linken Winkel des HFC-Tores vorbeistrich, war das Schlimmste überstanden. Zwischenzeitlich entschärfte Morten Jensen (75.) einen Durchbruch von Dennis Wegner. Die nicht konstruktiv geführte Schlussoffensive der Gäste brachte nichts mehr ein. Nach dem Abpfiff bedankte sich die HFC-Mannschaft bei ihren Fans, die, ebenso wie das Team, ein ausgezeichnetes Tageswerk vollbracht und im „BiZ“ eine kaum zuvor erlebte Stimmung erzeugt hatten.
Ro-Heb | JS | Fotos: Agentur ROWIS

STATISTIK: Hallescher FC - Holstein Kiel 1:0 (1:0)
HFC (rot-weiß): Horvat - Eismann, Mouaya, Ruprecht, Kanitz (C) - Wagefeld, Hartmann - Preuß, Müller (90. Kamm Al-Azzawe), Mast (74. Wegner) - Shala (67. Boltze). Trainer: Sven Köhler. Ersatzbank: Rittenauer - Benes, Butzmann, David.
KSV (blau-blau): Jensen - Herrmann, Steil, Jürgensen (C), Poggenberg - Toksöz (74. Chahed), Kazior - Siedschlag, Sykora (61. Wulff), Meyer (62. Lindner) - Heider. Trainer: Thorsten Gutzeit. Ersatzbank: Strähle - Fischer, F. Gutzeit, S. Müller.
Tor: 1:0 - Preuß (36., Vorarbeit Shala). Gelbe Karten: A. Müller (15., Foulspiel), Hartmann (69., Foulspiel), Preuß (86., Reklamieren) - Sykora (29., Foulspiel), Wulff (81., Foulspiel), Kazior (90., Foulspiel). Ecken: 6:4 (4:2). Freistöße: 27:21 (13:13). Chancen: 5:6 (3:3). Abseits: 2:6 (1:1). Schiedsrichter: Sebastian Schmickartz (Berlin), Note 3. Pfiff etwas kleinlich, aber ohne spielentscheidende fehler. SRA: Lasse Koslowski, Alexander Sather.
Zuschauer: 2.022 (darunter 85 Gästefans) im Stadion am Bildungszentrum in Halle-Neustadt.
Äußere Bedingungen: 23° und bewölkt, feuchter, aber dennoch gut bespielbarer Platz.
Anmerkungen: Beim HFC fehlten Steve Finke (Kreuzbandriss) und der nach seiner roten Karte aus der letzten Serie noch gesperrte Toni Lindenhahn. Letzterer erhielt vor dem Anpfiff seinen Pokal als „Bester HFC-Spieler der Saison 2010/11“. Bei der KSV Holstein fielen Fabian Wetter und Yannik Jakubowski verletzungsbedingt aus. Ihren ersten Punktspieleinsatz für den HFC bestritten Sören Eismann, Steven Ruprecht, Maik Wagefeld, Michael Preuß, Anton Müller, David Haider Kamm Al-Azzawe, Dennis Wegner und Andis Shala. In der 21. Minute parierte Darko Horvat einen Foulelfmeter von Fiete Sykora.
Statistik: JS | Ro-Heb | Foto: Agentur ROWIS



AUS DER PRESSEKONFERENZ
Thorsten Gutzeit (Cheftrainer von Holstein Kiel): „Nach dem Spielverlauf über beide Halbzeiten gesehen, gab es heute einen glücklichen Sieger. Beide Mannschaften begannen sehr verhalten und hatten großen Respekt voreinander. Natürlich mussten wir durch den Elfmeter in Führung gehen. Auch danach hatten wir noch gute Offensivaktionen. Der HFC nutzte eine seiner Chancen konsequent zum 1:0. In der zweiten Halbzeit waren wir verstärkt nach vorn orientiert und kamen wiederholt zu Einschussmöglichkeiten. Das Spiel haben wir heute im Angriff verloren. Dennoch ein Lob an meine Mannschaft, die 90 Minuten unter Volldampf gekämpft hat. Die Welt geht nicht unter, es war der erste Spieltag. Da wird noch viel passieren.“
Sven Köhler (Cheftrainer des Halleschen FC): „Natürlich waren wir heute die Glücklicheren auf dem Platz. Wäre Kiel mit dem Elfmeter in Führung gegangen, dann hätten wir die Partie auch verlieren können. Aber Darko Horvat hat ihn hervorragend gehalten. Die KSV war nach vorn immer gefährlich. Beide Mannschaften agierten, wie erwartet, lange Zeit auf Augenhöhe. Die Kieler zeigten nach dem Sieg im DFB-Pokal auch hier in Halle ihre Qualitäten. Wir haben uns am Ende erfolgreich gegen den drohenden Ausgleich gestemmt. Ich bin sehr froh über den Sieg, habe aber auch noch Reserven gesehen.“
Foto: Agentur ROWIS