22.08.2010 - 2. Spieltag der DFB-Regionalliga NORD, Saison 2010/11:
Eintracht Braunschweig II - RasenBallsport Leipzig 0:0 (0:0)
Türkiyemspor Berlin - VfL Wolfsburg II 2:4 (1:0)
Chemnitzer FC - Hertha BSC II 3:1 (2:1)
Holstein Kiel - SV Wilhelmshaven II 3:2 (1:0)
ZFC Meuselwitz - VfB Lübeck 1:3 (1:1)
1. FC Magdeburg - Hamburger SV II 1:1 (0:1)
TSV Havelse - VFC Plauen 1:0 (1:0)
Hannover 96 II - FC Oberneuland 1:0 (0:0)

   Hallescher FC - FC Energie Cottbus II 1:0 (1:0)

Gegen gut aufgelegte Cottbuser den DFB-Pokalsieg veredelt!
Heimspielpremiere im „BiZ-Stadion“ mit 1:0-Erfolg | Unser gebürtiger Cottbuser legte zum Tor des Tages von Pavel David auf | HFC verpasste nachzulegen und musste bis zum Schluss bangen | Toni Lindenhahn als „Bester HFC-Spieler der Saison 2009/10“ geehrt
Als am heutigen Sonntag vor knapp 2.000 Zuschauern die Heimspielpremiere im Stadion am Bildungszentrum stieg, hing deren Ausgang auch von der Form eines gebürtigen Cottbusers im halleschen Trikot ab. Thomas Neubert erblickte in der Lausitz das Licht der Welt. Der Stürmer markierte bei Hertha BSC II beide HFC-Treffer, war dort der überragende Spieler auf dem Platz und zerrte auch gegen den 1. FC Union Berlin immer wieder an den Ketten. „Neubi“ war dann auch an der spielentscheidenden Szene beteiligt, legte er doch zum „Tor des Tages“ durch Pavel David auf (20.).
Der Tscheche hätte dann fast noch seinen zweiten Treffer markiert, leider landete sein Freistoß aus rund 25 m jedoch nur am linken Pfosten (62.). Somit blieb es am Ende beim knappen 1:0-Erfolg unserer Jungs, dem ersten Dreier in der neuen Serie. Zu den auffälligsten Akteuren der Hallenser zählte erneut Toni Lindenhahn, der vor dem Spiel als „Bester HFC-Spieler der Saison 2009/10“ geehrt wurden und einen Pokal erhielt. Insgesamt war es eine gelungene Heimspielpremiere im teilsanierten Stadion an der Nietlebener Straße in Halle-Neustadt. Besonders die ausgezeichnet präparierte Rasenfläche hatte es beiden Trainern angetan. „Absolut Spitze“, meinte Gästecoach Detlef Ullrich. Der MDR bezeichnete ihn in seiner Berichterstattung sogar als „WM-tauglich.“
Ro-Heb | JS | Foto: Sv-Heb

DIE 1. HALBZEIT:
Energie bestimmte die Anfangsphase | Christoph Klippel klärt auf der Torlinie | Im Gegenzug verwandelt Pavel David eine perfekte Grundlinieneingabe von Thomas Neubert zum 1:0 | Bis zum Pausenpfiff blieb die Partie ausgeglichen
Es herrschte schon etwas Aufregung vor dem Anpfiff. Alles war neu zu organisieren und einiges eben auch anders, als im KWS. Auch die Spieler hatten neue Wege zu beschreiten. Beide Teams kamen aus den Katakomben nicht direkt auf das Spielfeld, sondern mussten sozusagen über einen Umweg, hinter der VIP-Tribüne, auf die Rasenfläche schreiten. Bei absolut hochsommerlichen Temperaturen ertönte dann jedoch doch fast pünktlich der Anpfiff zum ersten Heimpunktspiel des HFC im „BiZ-Stadion“. Zuvor wurde der erst 19jährige Toni Lindenhahn durch Manager Ralph Kühne mit einem, von der Agentur ROWIS gestifteten, Pokal als „Bester Spieler der CHEMIKER in der Saison 2009/10“ geehrt. Von fast 5.000 Usern hatte der Rechtsaußen fast 25% der Stimmen erhalten. HFC-Chefcoach Sven Köhler vertraute seinen Pokalhelden und veränderte die Startformation gegenüber der Begegnung gegen den 1. FC Union Berlin nicht. Sein Kollege Detlef Ullrich änderte seine gegen den ZFC Meuselwitz (0:1) glücklos spielende Elf auf drei Postionen. Der Österreicher Markus Obernosterer, Velimir Jovanovic (26 Tore in der Oberliga NORD) und der einstige Energie-Profi Daniel Ziebig standen im Anfangsaufgebot. Vorab gesagt, der Letztere war der beste Cottbuser an diesem Tage. Auch die beiden anderen standen dem Linksaußen kaum nach.
Die Gäste waren sofort im Spiel und übernahmen das Heft des Handelns. Als dann aber Thomas Neubert seinen ersten Ballkontakt hatte, lag das frühe 1:0 für die Hausherren in der Luft (2.). Aus 12 m Entfernung zog „Neubi“ kurzentschlossen ab, doch der Energie-Keeper Marvin Gladrow parierte ausgezeichnet. Weil der Ex-Cottbuser den Ball zuvor aber mit der Hand gespielt hatte, wäre dem Treffer jedoch die Anerkennung abgesprochen worden. Es war eine Szene, die die Partie auch im weiteren Verlauf prägen würde. Während die Gäste über die größeren Spielanteile verfügten, setzte der HFC im eigenen Stadion immer wieder gefährliche Konter. In der nächsten Viertelstunde gab es auf beiden Seiten kaum ernstzunehmende Strafraumszenen, sieht man einmal von einem Schussversuch von Robert Rudnik ab (9.). Die HFC-Abwehr stand sicher und hatte bei mancher Situation auch das Glück auf ihrer Seite. So auch in der 18. Minute, als der Pokalheld von Leipzig, Christoph Klippel, einen Mordsschuss, erneut von Rudnik abgegeben, noch auf der Torlinie entschärfte. Der darauf folgende Gegenzug des HFC führte zur Spielentscheidung. Nach einem unnötigen Ballverlust der Cottbuser im Mittelfeld, bediente Thomas Neubert aus Linksaußenposition den mitlaufenden Pavel David, der den Ball fast vom Elfmeterpunkt in den Winkel hämmerte und FCE-Keeper Marvin Gladrow keine Chance ließ. Bis zur Pause vergaben der sehr agile Tscheche (27.) und Thomas Neubert (42.) zwei weitere gute Möglichkeiten zur frühzeitigen Spielentscheidung. Der Neu-Cottbuser Velimir Jovanovic (39.) sorgte mit einer guten Aktion noch einmal für Aufregung im HFC-Strafraum, aber Patrick Mouaya und Darko Horvat blockten den Mittelstürmer erfolgreich und klärten die Situation. So ging es mit einer nicht unverdienten Halbzeitführung für den HFC in die Kabinen.

DIE 2. HALBZEIT:
HFC drängt in der ersten Viertelstunde auf das zweite Tor | Die Cottbuser halten die Partie aber weiter offen | Pavel David traf mit einem 20 m-Freistoß nur das Lattenkreuz
Beide Mannschaften kamen in unveränderten Formationen aus der Halbzeitpause zurück. Der HFC bestimmte nun von Beginn an das Spiel, drängte auf den zweiten Treffer und damit auf die Spielentscheidung. Und wieder war es Thomas Neubert, der das erste Achtungszeichen setzte (47.). Er tunnelte zwar noch einen Energie-Abwehrspieler, doch der Ball kullerte am rechten Torpfosten vorbei ins Toraus. Von den Gästen war zunächst nicht mehr viel zu sehen. Nach einem vehementen Lindenhahn-Solo entschied der Schiedsrichter völlig berechtigt auf Freistoß und zeigte dem Cottbuser Innenverteidiger Robert Zickert für diese äußerst unfaire Aktion die gelbe Karte. Pavel David zog das Leder an der Gästemauer vorbei, traf aber nur das Lattenkreuz (63.). Danach wurde die in der ersten Halbzeit gutklassige Partie wohl eher zum Langweiler. Der HFC schien sein Pulver verschossen zu haben, Energie fand keine Mittel, um die sicher stehende hallesche Abwehr ernsthaft zu gefährden. Lediglich Robert Rudnik (81.) kam noch einmal in eine günstige Schussposition, doch der Ball flog aus 12 m Entfernung über das Horvat-Gehäuse. Weil aber den Hallensern das wichtige 2:0 nicht gelungen war und auch die Wechsel keinen richtigen Schwung in die HFC-Offensive brachten, blieb es bis zum Abpfiff sehr eng. Die letzte Aktion gebührte dann wieder Thomas Neubert, der in der fünften Nachspielminute das Streitobjekt aus dem eigenen Strafraum bugsierte und damit schließlich die drei Punkte endgültig sicherte.
Ro-Heb | JS | Fotos: Agentur ROWIS

STATISTIK: Hallescher FC - FC Energie Cottbus II 1:0 (1:0)
HFC (rot-rot): Horvat - Teixeira, Klippel, Mouaya, Benes - Boltze, Finke - Lindenhahn (75. Aydemir), David (85. Hebestreit), Kanitz (C/82. Hauk) - Neubert. Trainer: Sven Köhler. Ersatzbank: Rittenauer - Schubert, Kamalla, Knaack.
FCE (weiß-weiß): Gladrow - Lemke, Zickert, Ziebig - Henkel, Hempel (C), Schwarz (72. Lenk), Krieger (58. Zimmermann), Obernosterer (82. Gelici) - Rudnik, Jovanovic. Trainer: Detlef Ullrich. Ersatzbank: Latendresse-Levesqu - Mihm, Schmidt, Reichelt.
Tor: 1:0 - David (20., Vorarbeit Neubert). Gelbe Karten: David (60., Foulspiel), Aydemir (84., Foulspiel) - Obernosterer (32., Halten), Ziebig (45., Foulspiel), Zickert (62., Foulspiel). Ecken: 2:6 (0:4). Freistöße: 24:23 (13:8). Chancen: 6:5 (3:4). Abseits: 5:3 (2:0). Schiedsrichter: Stefan Brauer (Hildesheim), Note 3, pfiff kleinlich und unterbrach damit immer wieder den Spielfluss beider Mannschaften. SRA: Stefan Haupt, Sebastian Hübner.
Zuschauer: 1.981 (darunter 10 Gästefans) im Stadion am Bildungszentrum in Halle.
Äußere Bedingungen: 32° und sonnig, gut bespielbarer Platz.
Anmerkungen: Beim HFC fehlten verletzungsbedingt David Sieber und Marco Stier.
Statistik: JS | Ro-Heb | Foto: Agentur ROWIS



AUS DER PRESSEKONFERENZ
Detlef Ullrich (Trainer des FC Energie Cottbus II): „Ich bin natürlich etwas enttäuscht. In der ersten Halbzeit war meine Mannschaft dominant und erspielte sich gute Chancen. Nach einen eigenem Fehler gerieten wir in Rückstand. In der zweiten Halbzeit war die Partie ausgeglichener, es gab nur noch einen Lattenknaller des HFC zu vermerken. Wir haben uns, wie schon im letzten Spiel, nicht für unseren hohen Aufwand belohnt. Die Jungs müssen es noch lernen, siegen zu wollen. Diese wichtige Mentalität ist bei ihnen noch nicht genug ausgeprägt. Schade, wir hätten hier, gegen eine gute hallesche Mannschaft, die für mich zu den Aufstiegsanwärtern zählt, einen Punkt holen können.“
Sven Köhler (Cheftrainer des Halleschen FC): „Dieser Sieg war für uns ein hartes Stück Arbeit. Wir trafen auf eine spielstarke Cottbuser Mannschaft, die einige gefährliche Aktionen hatte. Uns gelang ein schönes Tor. In der zweiten Halbzeit hätten wir zumindest einen unserer zahlreichen Konter zum 2:0 nutzen müssen. Dies gelang uns leider nicht. So blieb das Spiel bis zum Ende offen. Wir konnten aber das Ergebnis über die Runden bringen, was wir in der Vorjahressaison nicht immer schafften.“
Foto: Agentur ROWIS