15.08.2010 - DFB-Vereinspokal, 1. Hauptrunde, Saison 2010/11:
Jahn Regensburg - Arminia Bielefeld 6:7 (0:1) nE | SV Wilhelmshaven - Eintracht Frankfurt 0:4 (0:2) | VfL Osnabrück - 1. FC Kaiserslautern 2:3 (1:0) | FC Ingolstadt - Karlsruher SC 2:0 (1:0) | VfB Lübeck - MSV Duisburg 0:2 (0:0) | FSV Frankfurt - SC Paderborn 2:0 (0:0) | Chemnitzer FC - FC St. Pauli 1:0 (1:0) | FK Pirmasens - Bayer Leverkusen 1:11 (0:1) | Rot Weiss Ahlen - Werder Bremen 0:4 (0:1) | SC Pfullendorf - Hertha BSC 0:2 (0:0) | Wacker Burghausen - Borussia Dortmund 0:3 (0:2) | F.C. Hansa Rostock - TSG 1899 Hoffenheim 0:4 (0:4) | SV Babelsberg 03 - VfB Stuttgart 1:2 (1:2) | FC Oberneuland - SC Freiburg 0:1 (0:1) | SC Verl - 1860 München 1:2 (1:0) | Eintracht Braunschweig - SpVgg Greuther Fürth 1:2 (0:0) | FC Erzgebirge Aue - Borussia Mönchengladbach 1:3 (0:1) | SV Elversberg - Hannover 96 5:4 (0:0) nE | SV Sandhausen - FC Augsburg 5:7 (2:1) nE | SC Victoria Hamburg - RW Oberhausen 1:0 (1:0) | TuS Heeslingen - FC Energie Cottbus 1:2 (0:2) | Schwarz-Weiß Essen - Alemannia Aachen 1:2 (0:2) | TuS Koblenz - Fortuna Düsseldorf 1:0 (0:0) | ZFC Meuselwitz - 1. FC Köln 0:2 (0:2) | Eintracht Trier - 1. FC Nürnberg 0:2 (0:1) | Berliner Athletik Klub - 1. FSV Mainz 05 1:2 (0:1) | Kickers Offenbach - VfL Bochum 3:0 (2:0) | Torgelower SV Greif - Hamburger SV 1:5 (1:1) | Preußen Münster - VfL Wolfsburg 1:2 (0:0) | TSV Germania Windeck - Bayern München 0:4 (0:2) | VfR Aalen - FC Schalke 04 1:2 (0:1)

   Hallescher FC - 1. FC Union Berlin 1:0 (1:0)

Erstmals seit 19 Jahren gelang wieder der Einzug in die 2. Hauptrunde des DFB-Pokalwettbewerbes
1:0-Sieg gegen den Zweitligisten 1. FC Union Berlin | Mit Kampf, Biss, effektiver Chancenverwertung und etwas Glück gewinnt man Pokalspiele | Beide Fanblöcke deeskalierten sich selbst | Dummköpfe sorgten für eine Spielunterbrechung und gehören ausgesperrt
Erstmals seit 19 Jahren (damals noch selbst als Zweitbundesligist mit einem 3:1 bei Borussia Neunkirchen) gelang es unserem Verein in seinem siebenten DFB-Pokalspiel wieder, in die 2. Hauptrunde einzuziehen. Vor 9.020 Zuschauern in der Leipziger Red Bull Arena gewannen die rot-weißen Hallenser gegen den Zweitligisten 1. FC Union Berlin mit 1:0. Für das Tor des Tages sorgte Christoph Klippel, der in der 38. Minute einen von Benjamin Boltze in den Strafraum geschlagenen Freistoß per Kopf in das Tor der „Eisernen“ beförderte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Berliner schon einige gute Möglichkeiten vergeben. Doch die HFC-Abwehr stand sicher und konnte die gefährlichen Grundliniendurchbrüche der Gäste immer wieder durch viel Kampfgeist und gutes Stellungsspiel vereiteln. In der zweiten Halbzeit gab es ebenfalls eine Begegnung auf Augenhöhe, auch wenn die Berliner deutlich mehr Spielanteile besaßen. Mit „Mann und Maus“ verteidigten die Saalestädter den wertvollen Vorsprung und verstanden es immer wieder, gefährliche Nadelstiche in die Union-Abwehr zu setzen. Das zweite Tor und damit die Spielentscheidung gelang ihnen aber nicht. Die Kräfte schwanden und die Konzentration ließ beim Viertligisten deutlich nach. Die Köpenicker drängten phasenweise erdrückend auf den Ausgleich, doch weder Björn Brunnenmann, noch Patrick Kohlmann (traf nach einem Freistoß nur die Torlatte), konnten die HFC-Abwehr überwinden.
Beide Fanlager blieben die ersten 15 Spielminuten vereinbarungsgemäß stumm. Während die Berliner in dieser Viertelstunde tonlos immer wieder fußballtypische Jubelszenen (ohne einen Laut von sich zu geben) imitierten, spendeten die HFC-Fans für diese Animationen verhaltenen Beifall. Nachdem die Stadionuhr dann die 15. Spielminute anzeigte, waren beide Fanblöcke für ihre Mannschaften lautstark, aber stets fair zueinander da (d. A. Ro-Heb: Das war ehrlich gesagt ein „Gänsehautfeeling“, welches ich bisher nur bei einem wichtigen Tor unserer Mannschaft verspürte. Kompliment an beide Fangemeinden!). Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen zündeten zwei, drei Personen aus dem halleschen Fanblock (HFC-Fans konnten das nie und nimmer sein!) kurz vor dem Abpfiff zwei Böller, die den souverän amtierenden Schiedsrichter zu einer Spielunterbrechung zwangen. Sofort begaben sich nicht nur fast alle HFC-Spieler und Trainer, sondern auch Präsident Dr. Michael Schädlich in die HFC-Kurve und mahnten zur Besonnenheit. Das war gut so, auch wenn der überwiegenden Mehrheit der hallenschen Fans überhaupt nichts vorzuwerfen war, und die Lage beruhigte sich zusehends. In den verbliebenen sechs Spielminuten „brannte nichts mehr an“, weder auf den Rängen, noch auf dem Spielfeld. Die Berliner bestimmten zwar weiter das Spiel, doch ihre Aktionen blieben harmlos. Dem HFC-Sieg stand nichts mehr im Wege. So einigten sich auch beide Trainer in ihren Statements nach dem Abpfiff auf den einheitlichen Nenner, dass die Partie einen zwar glücklichen, aber verdienten Sieger gefunden hatte. Unter Ausschluss zweier Dummköpfe war es eine sehr umkämpfte, aber stets faire Partie. Ein Kompliment gebührt auch dem Union-Keeper für seine absolut sportliche Einstellung am Spielende. Ein Wurfgeschoss explodierte kurz hinter Jan Glinker. Der hielt sich anschließend lange das Ohr, spielte aber bis zum Schluss weiter. „Wir werden keinen Protest beim DFB einlegen“, sagte Union-Sprecher Christian Arbeit. „Wir hatten die Möglichkeit, dieses Spiel auf sportlichem Wege zu entscheiden, haben das aber leider versäumt.“
Ro-Heb | JS | Foto: Sv-Heb

STATISTIK: Hallescher FC - 1. FC Union Berlin 1:0 (1:0)
HFC (weiß-rot): Horvat - Teixeira, Klippel, Mouaya, Benes - Boltze, Finke - Lindenhahn, David (68. Hebestreit), Kanitz (74. Aydemir) - Neubert (85. Müller). Trainer: Sven Köhler. Ersatzbank: Rittenauer (ETW), Schubert, Kamalla, Knaack.
FCU (grün-grün): Glinker - Polenz, Madouni, Göhlert, Kohlmann - Younga-Mouhani (82. Peitz), Mattuschka - Brunnemann, Kolk (70. Quiring), Ede (57. Benyamina) - Mosquera. Trainer: Uwe Neuhaus. Ersatzbank: Höttecke (ETW), Rauw, Menz, Savran.
Tor: 1:0 - Klippel (38., Vorarbeit Boltze). Gelbe Karten: Klippel (32., Foulspiel), Mouaya (90.+6, Foulspiel). Schiedsrichter: Peter Sippel, Note 1,5; Umsichtiger und besonnener Spielleiter ohne nennenswerte Fehler. Absolut richtig seine Unterbrechung nach dem Werfen von zwei Feuerwerkskörpern aus dem HFC-Block. SRA: Thomas Frank (Hannover), Eduard Beitinger (Regensburg). Vierter Offizieller: Andras Robke (Damme).
Zuschauer: 9.020 in der Red Bull Arena in Leipzig.
Äußere Bedingungen: 23° und bewölkt, gut bespielbarer Platz.
Anmerkungen: Beim HFC fehlten verletzungsbedingt David Sieber und Marco Stier.
Statistik: Ro-Heb | JS

AUS DER PRESSEKONFERENZ
Uwe Neuhaus (Cheftrainer des 1. FC Union Berlin): „Natürlich ist das Ergebnis für uns enttäuschend. Der Spielverlauf war so zu erwarten. Wir waren klar feldüberlegen, haben es aber versäumt, das Spiel mit einer unserer zahlreichen Chancen frühzeitig zu entscheiden. Halle hat mit Mann und Maus verteidigt. Ärgerlich ist, wie das Tor fiel. Die Stärke der Hallenser bei Standarts war meiner Mannschaft eigentlich bekannt. In der zweiten Halbzeit agierten wir zu hektisch und zu zerfahren, weil jeder die entscheidende Aktion setzen wollte. Dennoch kamen wir zu Möglichkeiten, um zumindest noch die Verlängerung zu erreichen. Am Ende ist der Sieg für den HFC verdient.“
Sven Köhler (Cheftrainer des Halleschen FC): „Union war über weite Strecken die bessere Mannschaft, aber wir haben kämpferisch und läuferisch alles gegeben und sind dann durch einen Standart in Führung gegangen. Wir hatten das Glück, dass Union seine Chancen nicht nutzen konnte, haben aber auch in der zweiten Halbzeit versucht, immer wieder Nadelstiche zu setzen. Jetzt freuen wir uns auf die nächste Runde.“