12.09.2009 - 1. Hauptrunde im DFB-Pokal der Frauen, Saison 2009/10:
Hallescher FC - Tennis Borussia Berlin 0:5 (0:3)
Bundesligist TeBe mit klarem 5:0-Sieg auf dem „Bölli“
Trotz der erwarteten Niederlage bot unsere Frauenmannschaft eine gute Partie | Mangelnde Chancenverwertung verhinderte den Ehrentreffer | HFC-Co-Trainer Carsten Deparade ist vor dem Start in die neue Regionalligasaison sehr optimistisch
Die Crew um Abteilungsleiter Matthias Wienig hatte sich alle Mühe gegeben, um dieses Pokalspiel unserer Frauenmannschaft in einen würdigen Rahmen zu setzen. Völlig aufgeregt formierten sich die kleinen „Ballmädchen“ schon etliche Minuten vor dem Anpfiff an der bestens vorbereiteten Rasenfläche, um das „Auflaufen“ mit ihren Vorbildern nicht zu verpatzen. Muttis und Vatis hatten schon ebenso lange ihre Videocams und Digitalkameras im Anschlag, alles musste auf den Chip. Also herrschte schon vor dem Anpfiff viel Aufregung. Leider fanden nur 87 Zuschauer (mit den Offiziellen und Angehörigen beider Teams waren es sicherlich einige mehr) den Weg zum „Bölli“. Das Spiel, welches pünktlich um 14.00 Uhr begann, hätte schon einige Kiebitze mehr verdient. Trotz großer Verletzungsprobleme und in klarer Außenseiterrolle, begannen unsere Mädels recht vehement und beschäftigten den großen Favoriten aus der 1. Frauen-Bundesliga zunächst in dessen Hälfte. Es war schon ein bisschen Harakiri, denn TeBe bekam dadurch viel Raum und vollendete seinen ersten gefährlichen Angriff mit der Führung zum 1:0. Nur wenig später stand es 2:0, und man musste eigentlich um unsere Mannschaft bangen. Die beiden ersten TeBe-Tore erzielte Franziska Hagemann, nachdem die HFC-Abwehr zweimal zu spät kam und Frances Herter im Gehäuse eigentlich keine Chance besaß. Auch beim dritten Berliner Treffer hatte Frances nichts zu bestellen, als TeBe-Libero und Spielführerin Franziska Liepack nach einem Eckball einköpfte. Zwischenzeitlich standen die Gastgeberinnen vor dem Anschlusstreffer, aber den „Mordsschuss“ von Anika Steckbauer (27.) konnte die groß gewachsene Berliner Torsteherin Cordula Busack gerade noch um den Pfosten lenken. Auch ein Freistoß von Anne Lammert (38.), aus gut 35 m, ging nur knapp über das Berliner Tor. Bereits in der 27. Minute musste Carolin Buchwald verletzt ausscheiden, und es blieb leider nicht die Einzige in dieser Partie.
Eigentlich war dieses formell ungleiche Duell eines Erstligisten gegen einen Drittligisten mit dem Pausenstand längst entschieden. Doch so schnell gab sich der Regionalligist HFC gegen den Erstligaaufsteiger aus der Hauptstadt nicht geschlagen. „An einen Sieg für uns dachte doch wohl in dieser Partie keiner“, meinte HFC-Co-Trainer Carsten Deparade (vertrat den im Urlaub befindlichen Cheftrainer Enrico Schaaf) nach dem Abpfiff. „Aber mit der Leistung der Mädels bin ich sehr zufrieden. Vor allem in der zweiten Halbzeit spielten sie taktisch klug und machten die Räume eng.“ So hatten die „Veilchen“ zwar ein deutliches Übergewicht, aber die besseren Chancen besaßen zunächst die Gastgeberinnen, die sich etwas zurück gezogen hatten und beim Pressing, jetzt weit hinter der Mittellinie, Kräfte sparten, um verheißungsvolle Konter zu setzen. Die erste prächtige Möglichkeit vergab Patricia Steinbrück (52.), die, am langen Pfosten postiert, herrlich von Anika Steckbauer frei gespielt wurde, aber aus Nahdistanz das Leder vorbei zog. Nur fünf Minuten später die gleiche Situation, und wieder brachte Patricia den Ball nicht im TeBe-Tor unter. Der verdiente Anschlusstreffer war jetzt vergeben. Nachdem HFC-Keeperin Frances Herter etwas zu früh aus dem Tor stürzte, hatte Jana Teodoridis (60.), mit einem Heber von der Strafraumgrenze, keine Mühe zum spielentscheidenden 4:0 einzuschießen. Viele Wechsel auf beiden Seiten unterbrachen nun den Spielfluss. Leider musste auch Lisa Penner nach einem Muskelkrampf verletzt vom Feld und wurde ausgewechselt. Der Druck des Bundesligisten wurde wieder größer, reichte aber nur noch zu einen weiteren Treffer, den die beste TeBe-Spielerin Florence Okoe (75.) erzielte.
Ro-Heb | JS | Fotos: Agentur ROWIS
STATISTIK: Hallescher FC Frauen - Tennis Borussia Berlin 0:5 (0:3)
HFC (rot-rot): Herter – Penner (67. Groß), Buchwald (21. Radak), Steckbauer, Nöller, Blume, Kitzing, Lammert, Bein (81. Kullmann), Steinbrück, Freund. Trainer: i. V.: Carsten Deparade.
TeBe (lila-weiß): Busack – Willers, Liepack, Hess (63. Brückner), Sharif, Lindner (58. Fechner), Teodoridis, Hagemann, Okoe, Holzhaus, Özer (63. Tahiru). Trainer: Thomas Grunenberg.
Tore: 0:1 Hagemann (4.), 0:2 Hagemann (10.), 0:3 Liepack (29.), 0:4 Teodoridis (60.), 0:5 Okoe (75.). Schiedsrichterin: Anja Kunick. SRA: Annett Unterbeck, Daniel Kresin.
Zuschauer: 87 im Stadion am Böllberger Weg.
Statistik: Ro-Heb | JS
DIE TRAINERSTIMME
Carsten Deparade (Co-Trainer des Halleschen FC): „Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden. Das war heute völlig in Ordnung. In der ersten Halbzeit boten wir TeBe zu viel Raum. Das war dann in der zweiten Hälfte schon besser. Wir standen da hinten viel kompakter. Bei einer besseren Chancenverwertung wäre zumindest der verdiente Ehrentreffer möglich gewesen. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir viele verletzte Spielerinnen hatten. Mit der heutigen Leistung sehen wir dem Punktspielauftakt in der Regionalliga optimistisch entgegen.“
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