28.08.2009 - 4. Spieltag der DFB-Regionalliga NORD, Saison 2009/10:
ZFC Meuselwitz - VFC Plauen 0:0 (0:0)
Tennis Borussia Berlin - SV Wilhelmshaven 1:1 (0:0)
1. FC Magdeburg - F.C. Hansa Rostock II 2:2 (0:1)
Hertha BSC II - Goslarer SC 08 2:1 (1:0)
FC Oberneuland - SV Babelsberg 03 1:2 (1:0)
Hamburger SV II - Türkiyemspor Berlin 1:2 (0:1)
VfL Wolfsburg II - Hannover 96 II 2:0 (0:0)
FC St. Pauli II - VfB Lübeck 1:3 (0:1)

     Chemnitzer FC - Hallescher FC 1:1 (0:1)

Der HFC ist Dank „Hexer-Darko“ weiter ein „Auswärtskrösus“
Glücklicher Punktgewinn in Chemnitz | Den halleschen Führungstreffer erzielte Marcel Wilke | David Jansen glich aus | HFC-Keeper Darko Horvat hielt den Punkt fest
Eines war von Anbeginn an klar: Im Chemnitzer „Gellert“ wird es eine ganz schwere Aufgabe. Der CFC spielte bereits in der vergangenen Serie deutlich unter seinen Möglichkeiten. Die Himmelblauen sind auch in dieser Saison weitaus stärker, als es der momentane Tabellenstand ausweist. So hingen die Trauben in Chemnitz erwartungsgemäß sehr hoch. Am Ende gab es für unsere Rot-Weißen ein glückliches 1:1-Unentschieden - kein Punktverlust, sondern wohl eher ein Zähler, der lange Zeit gefährdet war, aber eben am Ende noch sehr wichtig sein kann. Auch wenn Statistiken nicht immer den Spielverlauf widerspiegeln, die zur heutigen Partie ist schon für die rassigen 90 Minuten prägend. Der CFC war in der Offensive die deutlich bessere Mannschaft. Der Unterschied bestand vor allem in den Abschlussaktionen. Da waren die Sachsen entschlussfreudiger und verbuchten am Ende immerhin 7:1-Chancen. Mit nur einer Möglichkeit einen Punkt zu holen, das ist aus der Sicht des HFC zwar äußerst effektiv, doch so richtig zufrieden traten die Hallenser die Heimreise nicht an. Dies machte auch HFC-Coach in der anschließenden Pressekonferenz deutlich: „Ich denke, dass ich mich kurz fassen kann. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, nicht aber mit dem Spiel meiner Mannschaft. Wir hätten uns schämen müssen, wenn wir hier gewonnen hätten. Der CFC hat die Leidenschaft gezeigt, welche wir im letzten Spiel gegen Hertha BSC II an den Tag gelegt haben. Das beste ist aus unserer Sicht am Ende das Unentschieden.“ Verständlich die etwas verschnupfte Analyse von CFC-Trainer Gerd Schädlich: „Wir sind nicht zufrieden und haben Halle mit dem Gegentor genau in die Karten gespielt. Es ist bekannt, dass es gegen den HFC schwer wird, wenn er in Führung liegt. Wir hätten schon vor der Pause den Ausgleich erzielen und am Ende auch gewinnen müssen. Meine Mannschaft hat sich heute für ihre gute Leistung nicht belohnt.“

Bei unseren Rot-Weißen gab es im Vergleich zur letzten Partie gegen Hertha BSC II zwei Änderungen im Startaufgebot: Für Patrick Mouaya rückte Christian Kamalla, übrigens mit einer überzeugenden Partie, in die Viererkette, und für René Stark lief diesmal der wiedergenesene Thorsten Görke auf. Im Programmheft hieß die Überschrift zum Gästeporträt: „Der Auswärtskrösus gibt sich die Ehre.“ Am Ende sollten die Chemnitzer mit dieser Aussage recht behalten. Aufgrund des großen Zuschauerandrangs (4.460 verfolgten die Partie, darunter gut 1.000 Hallenser) und des gleichzeitig stattfindenden Stadtfestes begann die Partie zehn Minuten später, und beim HFC feierten die schwarzen Ausweichtrikots ihre Punktspielpremiere. Beide Fanlager waren gut bestückt und spornten ihre Mannschaften vehement an.
Nach der ersten CFC-Ecke köpfte Ronny Hebestreit das Leder nur ganz knapp neben den eigenen(!) linken Pfosten ins Toraus (3.). Runde zehn Minuten später zischte ein Geschoss von Benjamin Boltze, fast von der rechten Seitenauslinie abgegeben, über Darko Horvats Gehäuse. Dann folgte ein Freistoß von Thorsten Görke, den Marcel Wilke platziert ins eigene Tor zur Gästeführung köpfte (12.) - die HFC-Führung wie aus „heiterem Himmelblau“. Im Anschluss versuchten die Chemnitzer, das Spiel zu machen, agierten dabei aber oftmals zu überhastet und ungenau. Als Thorsten Görke verletzt im Mittelkreis lag, spielten die Gastgeber weiter, und der Hexer im HFC-Tor konnte eine Flanke von Benjamin Boltze gerade noch zur Ecke lenken (31.). Im Anschluss traten nacheinander Adli Lachheb, David Jansen und Steve Finke neben den Ball, der bei Kevin Hampf landete. Letzterer brachte es fertig, aus 8 m übers Gehäuse unserer Chemiker zu ballern (38.). Kurz vor dem Pausenpfiff verfehlte Julius Reinhardt aus 18 m das linke Toreck nur knapp. Danach war eine erste Hälfte zu Ende, in der unser HFC sich zwar keine nennenswerte Chance erspielte, trotzdem aber in Front lag.
Aus den Kabinen kamen beide Teams unverändert zurück. Nico Kanitz war es vorbehalten, die erste Duftmarke zu setzen. Doch der Schuss des „Dicken“ aus 16 m ging rechts daneben (53.). Nach vier Gelben Karten in kürzester Folge zog David Jansen aus 20 m ab, das Leder senkte sich ins rechte Dreiangel, und um die HFC-Führung war es geschehen (62.). 20 Minuten später köpfte der gerade erst eingewechselte Marc Benduhn scharf aufs HFC-Gehäuse, scheiterte aber ebenso an Darko Horvat, wie nur 60 Sekunden später David Jansen. Auf der Gegenseite kam dann Jan Benes nur einen Schritt gegen Sebastian Klömich zu spät. Nach dem herbeigesehnten Schlusspfiff kann man konstatieren, dass zwar die beeindruckende HFC-Auswärtsserie hielt, der Punktgewinn in Chemnitz, ohne wenn und aber, zumindest als glücklich zu bezeichnen ist.
JS | Ro-Heb | Fotos: Agentur ROWIS


STATISTIK: Chemnitzer FC - Hallescher FC 1:1 (0:1)
CFC (himmelblau/weiß-himmelblau): Klömich - Reinhardt, Richter, Wilke, Liebers - Boltze (57. Garbuschewski), Vrtelka (57. Emmerich), Becker, Löwe - Jansen, Hampf (79. Benduhn). Trainer: Gerd Schädlich.
HFC (schwarz-schwarz): Horvat - Benes, Lachheb, Kamalla, Sieber - Görke (63. Schubert), Finke - David, Hebestreit, Kanitz (84. Hauk) - Neubert (72. Müller). Trainer: Sven Köhler.
Tore: 0:1 - Wilke (12., ET, Vorarbeit Görke), 1:1 - Jansen (62., Vorarbeit Löwe). Ecken: 8:1 (6:0). Chancen: 7:1 (3:1). Freistöße: 17:17 (10:9). Abseits: 1:3 (1:1). Gelbe Karten: Becker (55., Foulspiel), Richter (89., Rangelei) - Görke (56., Foulspiel), David (60., Foulspiel), Kamalla (61., Foulspiel), Müller (89., Rangelei). Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach) - Note 3,5: Lag bei einigen Entscheidungen (Ecken und Einwürfe) daneben. Völlig unverständlich die doppelte gelbe Karte in der 89. Minute, als eigentlich Andreas Richter nach einer Tätlichkeit an Markus Müller einen Platzverweis verdient hätte. SRA: Josef Mayer, Florian Kornblum.
Zuschauer: 4.460 (darunter ca. 1.000 HFCer) im Stadion an der Gellertstraße in Chemnitz.
Äußere Bedingungen: 26 Grad und leicht bewölkt, gut bespielbarer Rasen.
Anmerkung: Außer den Langzeitverletzten David Bergner, Benedikt Seipel und Milan Janecek waren beim HFC alle Mann an Bord.
Statistik: JS | Ro-Heb | AT | Foto: Agentur ROWIS


AUS DER PRESSEKONFERENZ
Sven Köhler (Cheftrainer des Halleschen FC): „Ich denke, dass ich mich kurz fassen kann. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, nicht aber mit dem Spiel meiner Mannschaft. Wir hätten uns schämen müssen, wenn wir hier gewonnen hätten. Der CFC hat die Leidenschaft gezeigt, welche wir im letzten Spiel gegen Hertha BSC II an den Tag gelegt haben. Das beste ist aus unserer Sicht am Ende das Unentschieden.“
Gerd Schädlich (Cheftrainer des Chemnitzer FC): „Fast 5.000 Zuschauer haben ein spannendes und umkämpftes Regionalligaspiel gesehen. Wir sind nicht zufrieden und haben Halle mit dem Gegentor genau in die Karten gespielt. Es ist bekannt, dass es gegen den HFC schwer wird, wenn er in Führung liegt. Wir hätten schon vor der Pause den Ausgleich erzielen und am Ende auch gewinnen müssen. Meine Mannschaft hat sich heute für ihre gute Leistung nicht belohnt.“
Foto: Sv-Heb


MDR-Fernsehbericht zum Spiel aus „Sport im Osten“ (5:49).