28.04.2010 - FSA-Pokal, Viertelfinale, Saison 2009/10:
05.04.2010:
1. FC Lok Stendal - VfL 96 Halle 1:0 (1:0)
1. FC Romonta Amsdorf - VfB Germania Halberstadt 0:1 (0:1)
14.04.2010:
SG Union Sandersdorf - 1. FC Magdeburg 0:5 (0:3)
BSV Halle-Ammendorf - Hallescher FC 0:1 (0:1)
HFC schleicht sich mit einem Sonntagsschuss ins Halbfinale
Nico Kanitz sorgte mit einem Tor kurz vor dem Pausenpfiff für die Entscheidung | Kaum ein Zweiklassenunterschied zu erkennen | Darko hielt den Kasten rein | Erneuter Feldverweis für den HFC
Die rührigen Gastgeber hatten alles getan, um das heutige Viertelfinalspiel im Landespokal in ihrem 100. Gründungsjahr zu einem Höhepunkt zu machen. BSV-Allroundmanager Lutz Schülbe ließ nichts unbedacht und gestaltete mit seinem Team dieses Spiel in seinem Umfeld zu einem echten Höhepunkt für den Verbandsligisten. Der unerwartet große Zuschauerandrang, am Ende waren es fast 2.000, ließ das Stadtderby erst zehn Minuten später beginnen. Einträchtig in rot-weiß, den Vereinsfarben beider Mannschaften, war das Stadion der Waggonbauer in den halleschen Stadtfarben geschmückt. Auch das Wetter stimmte. Herrlicher Sonnenschein und ein gepflegter Rasen boten beste Voraussetzungen für eine spannende Landespokalpartie.
Dass am Ende der Regionalligist, in Bestbesetzung auflaufend, mit einem 1:0-Erfolg ins Halbfinale einzog, konnte man erwarten. Für das Tor des Tages sorgte Kapitän Nico Kanitz kurz vor dem Halbzeitpfiff mit einem schönen Distanzschuss ins Dreiangel (43.). Doch die momentane Nr. 1 in Sachsen-Anhalt war weit weg vom Prädikat: überzeugend.
Im Halbfinale trifft unsere Mannschaft am kommenden Mittwoch in Stendal beim 1. FC Lok auf einen weiteren Verbandsligisten. Der Sieger dieser Begegnung trifft am 16. Mai 2010 (Spielort noch offen) auf den Oberligisten VfB Germania Halberstadt.
Ro-Heb | JS | Foto: Agentur ROWIS
DIE 1. HALBZEIT:
Viele Aktive und Spieler (insgesamt 14 im BSV-Aufgebot inkl. Trainergespann waren einst in Diensten des HFC) kannten sich bestens, aber einen geschenkten Sieg sollte es für den Viertligisten nicht geben. Den geplanten Etat von 120.000 Euro für die nächste Saison hätten sich die Ammendorfer allein mit dem Landespokalsieg verdienen können. Entsprechend engagiert ging der Verbandsligist auch in die Partie und stand nach einem Kopfball von Peter Freund (10.) sowie einer Doppelchance von Enrico Kricke (16.) vor dem Führungstreffer, den HFC-Keeper Darko Horvat mit drei tollen Paraden verhinderte.
Mit zunehmender Spieldauer kam der Regionalligist zwar zu mehr Spielanteilen, aber in eine Drucksituation geriet der BSV kaum. Zehn Minuten vor dem Pausenpfiff erhöhte sich dann jedoch die Offensivstärke des HFC, und Markus Müller (38./43.) prüfte den BSV-Keeper mit zwei verheißungsvollen Aktionen, die Norbert Guth aber für sich entschied. Die bis dahin langen Gesichter hellten sich dann kurz vor dem Pausenpfiff etwas auf, als Nico Kanitz von jenseits der Strafraumgrenze einen Hammer ansetzte, der letztendlich unhaltbar im Dreiangel des Ammendorfer Gehäuses landete. Eine Spielentscheidung sollte dies noch nicht sein, ein psychologisch schmerzhafter Zeitpunkt war es für den Gastgeber aber schon.
DIE 2. HALBZEIT:
Beide Mannschaften kamen unverändert aus den Kabinen. Wer nun dachte, der Regionalligist würde mit dem zweiten, und dann vielleicht weiteren Toren, die Entscheidung herbeiführen, sah sich bitter enttäuscht. Das Spiel des HFC war weiter von großen Verunsicherungen geprägt und im Angriffsspiel äußerst smart. Lediglich Toni Lindenhahn sorgte hin und wieder für etwas Unsicherheit in der stark aufspielenden BSV-Abwehr. Markus Müller, der in der Regionalliga fast jedes Kopfballduell gewinnt, war bei Kristian Koch völlig abgemeldet. Die zweite Hälfte bot, abgesehen von der dramatischen Schlussphase, kaum Höhepunkte. Wenn dann ein Ball in die Strafräume kam, dokumentierten beide Torhüter ihre Klasse. Dennoch stand der tapfer kämpfende Außenseiter zumindest zweimal vor dem Ausgleich. Einen 25 m-Freistoß von Marcel Geidel (64.) parierte der überragend haltende Darko Horvat, und eine Kopfballrückgabe von Ronny Hebestreit landete glücklicherweise für den HFC nur am Außennetz (84.). Drei Minuten vor dem pünktlichen Abpfiff kam dann doch noch tüchtig Farbe in die bis dahin fast colorfreie Begegnung. Nach einer Rudelbildung im HFC-Strafraum sah Ronny Hebestreit pures Rot und Enrico Kricke, zuvor schon gelbverwarnt (73.), gelb-rot. Und schließlich vergab Nico Kanitz eine Riesenchance zum 2:0 (89.), als er Norbert Guth zu einer großen Parade zwang und der abgeprallte Ball vom eingewechselten Angelo Hauk über den Balken gedroschen wurde.
Ro-Heb | JS | Fotos: Agentur ROWIS
STATISTIK: BSV Halle-Ammendorf - Hallescher FC 0:1 (0:1)
BSV (rot-rot): Guth - Kominek (78. Jahnel), Geidel, Koch, Caroli - Zern, Freund, Keitel (81. Hausius), Bloßfeld - Konxheli (81. Schülbe), Kricke. Trainer: René Papst.
HFC (schwarz-schwarz): Horvat - Schubert, Lachheb, Mouaya, Benes - Hebestreit, Finke - Lindenhahn (78. Hauk), Müller, Kanitz - Neubert (56. Aydemir). Trainer: Sven Köhler.
Tor: 0:1 - Kanitz (43., Vorarbeit Benes). Ecken: 3:3 (1:1). Chancen: 2:4 (1:2). Freistöße: 17:15 (8:11). Abseits: 7:1 (5:1). Gelbe Karten: Konxheli (62., Handspiel), Freund (68., Halten) - Hebestreit (63., Halten), Hauk (85., Foulspiel). Gelb-Rote Karte: Kricke (73., Handspiel, 87., Tätlichkeit). Rote Karte: Hebestreit (87., Tätlichkeit). Schiedsrichter: Paul Stüeken (Halle/S.). SRA: Frank Hildebrandt, Christian Petzka.
Zuschauer: 1.850 (darunter ca. 1.200 HFCer) im Stadion der Waggonbauer in Halle-Ammendorf.
Äußere Bedingungen: 20° und sonnig, gut bespielbarer Platz.
Anmerkungen: Beim HFC fehlten die verletzten Pavel David, René Stark und Marco Hartmann.
Statistik: JS | Ro-Heb
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