23.08.2009 - 3. Spieltag der DFB-Regionalliga NORD, Saison 2009/10:
Türkiyemspor Berlin - 1. FC Magdeburg 1:0 (0:0)
F.C. Hansa Rostock II - ZFC Meuselwitz 0:3 (0:0)
VfB Lübeck - Hamburger SV II 0:0 (0:0)
Hannover 96 II - Chemnitzer FC 2:0 (1:0)
VFC Plauen - Tennis Borussia Berlin 0:2 (0:1)
SV Babelsberg 03 - VfL Wolfsburg II 0:0 (0:0)
SV Wilhelmshaven - FC Oberneuland 2:3 (0:2)
Goslarer SC 08 - FC St. Pauli II 3:2 (2:2)

   Hallescher FC - Hertha BSC II 3:2 (2:0)

Markus Müller trifft zum 3:2-Sieg
Nach überragender erster Halbzeit drohte ein Dejavu | HFC-Coach Sven Köhler wechselte den Sieg ein
Als der insgesamt unauffällig und souverän pfeifende Bundesliga-Schiri Lutz Wagner aus Hofheim das Regionalligapunktspiel zwischen unserem HFC und Hertha BSC II vor fast 2.500 Zuschauern anpfiff, hatten viele von ihnen noch die Partie aus der letzten Saison im Hinterkopf. Zunächst schien sich die Geschichte aber nicht zu wiederholen, begannen die Hallenser doch wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Bereits nach drei Minuten legte Nico Kanitz schön für René Stark auf, der das Leder aus 16 m direkt nahm und das Ziel nur knapp verfehlte. Eine ähnliche Szene schloss sich an, nur war es diesmal der hinter den Spitzen agierende Ronny Hebestreit, der Thomas Neubert in eine aussichtsreiche Schussposition brachte (7.). Der HFC spielte weiterhin offensiv, und somit war die Führung nur noch eine Frage der Zeit. Sie erzielte dann Pavel David, der eine gut getimte Flanke von David Sieber per Kopf versenkte (17.). Auf der Gegenseite rettete Darko Horvat, der einen Heber von Sascha Bigalke gerade noch zur Ecke lenken konnte (23.). Dann foulte Fabian Holland Pavel David, und Nico Kanitz zirkelte den daraus resultierenden Freistoß zur 2:0-Führung über die Mauer der Herthaner (28.). Die temporeiche und gutklassige Partie nahm ihren Lauf, und wieder war es der Hexer im HFC-Tor, der einen Knaller von Fabian Holland aus dem rechten Toreck fischte (30.). Nachdem dann Thomas Neubert nach einer Klasse-Kombination mit dem überzeugenden Ronny Hebestreit den Ball direkt nahm und sein Ziel nur um weniges verfehlte (40.), wurden die Gastgeber mit stehenden Ovationen in die Kabinen verabschiedet.

Aus dieser kamen die Hauptstäder mit zwei neuen Gesichtern zurück. Sascha Bigalke wurde durch Dennis Lemke ersetzt, und Junior Torunarigha kam für Florian Riedel herein. Die Zuschauer sahen nun zunächst eine völlig andere Partie. Plötzlich machten die „Hertha-Bubis“ das Spiel, und der HFC hatte arge Probleme in der Abwehr.
Dennoch blieben die Rot-Weißen nicht ungefährlich und konterten gefährlich. Zunächst verpasste jedoch Nico Kanitz das mögliche 3:0. Der „Dicke“ tauchte völlig frei vor Christopher Gäng auf, zielte ins verwaiste rechte Toreck, doch das Leder zischte nur wenige Zentimeter auf dem „hoppelnden Rasen“ am Pfosten vorbei ins Toraus.
Im Gegenzug setzte Sebastian Hoeneß den agilen Junior Torunarigha in Szene, und dieser verkürzte zum 1:2. Nach mehreren Möglichkeiten auf beiden Seiten, die größte vergab Pavel David für die Gastgeber (66.), konnte Adli Lachheb nach einem Laufduell über 30 m Junior Torunarigha nur noch durch ein Foulspiel im Strafraum bremsen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Sebastian Hoeneß zum Ausgleich und den Zuschauern stockte der Atem, nahm das Spiel bis hierhin doch fast einen identischen Verlauf mit dem letzten Auftritt der Herthaner an der Saale.
Doch im Gegensatz dazu bewies Sven Köhler bei seinen Wechseln ein glückliches Händchen, und der HFC kämpfte sich zurück. Angelo Hauk tankte sich auf der rechten Außenbahn durch, passte klug zurück auf Markus Müller, und dieser erzielte den vielumjubelten Siegtreffer (82.). In Gefahr geriet der Dreier dann noch einmal, als Junior Torunarigha den Ball ans rechte Lattenkreuz setzte (86.). Nachdem Markus Müller, Angelo Hauk und Philip Schubert nacheinander aus Nahdistanz nicht trafen (87.), war eine nervenaufreibende Partie zuende und den Hallensern blieb ein Dejavu erspart.
JS | Ro-Heb | Fotos: Sv-Heb


STATISTIK: Hallescher FC - Hertha BSC II 3:2 (2:0)
HFC (weiß-rot): Horvat - Benes, Lachheb, Mouaya, Sieber - Stark (67. Schubert), Finke - David (80. Hauk), Hebestreit, Kanitz - Neubert (68. Müller). Trainer: Sven Köhler.
HER (schwarz/rot-schwarz): Gäng - Bigalke (46. Lemke), Schalle, Neumann, Holland (84. Boyd) - Perdedaj - Riedel (46. Torunarigha), Gänge, Hoeneß - Rommel, Knoll. Trainer: Kartsen Heine.
Tore: 1:0 - David (17., Vorarbeit Sieber), 2:0 - Kanitz (28., Vorarbeit David), 2:1 - Torunarigha (55., Vorarbeit Hoeneß), 2:2 - Hoeneß (71., FE, Vorarbeit Torunarigha), 3:2 - Müller (82., Vorarbeit Hauk). Ecken: 1:8 (0:5). Chancen: 9:6 (4:2). Freistöße: 15:12 (3:4). Abseits: 3:0 (3:0). Gelbe Karte: Holland (28., Meckern). Schiedsrichter: Lutz Wagner (Hofheim) - Note 2, pfiff souverän und ohne große Fehler). SRA: Kai Vonderschmidt, Steffen Krah.
Zuschauer: 2.433 (darunter 6 Gästefans) im Kurt-Wabbel-Stadion.
Äußere Bedingungen: 28 Grad und sonnig, gut bespielbarer Rasen.
Statistik: JS | Ro-Heb | AT | Foto: Sv-Heb

AUS DER PRESSEKONFERENZ
Karsten Heine (Trainer von Hertha BSC II): „Das heutige Spiel ähnelte sehr dem vor drei Monaten. Da lagen wir auch 0:2 hinten, kamen aber noch zum 2:2. In der ersten Halbzeit spielten wir heute fast körperlos. Die zweite Hälfte sah anders aus, wir konnten dem HFC einige Probleme bereiten. Am Ende sind wir dann in einen Konter gelaufen. Der HFC war insgesamt zweikampfstärker, dennoch war ein Punkt für uns möglich.“
Sven Köhler (Cheftrainer des Halleschen FC): „Wir spielten eine sehr gute erste Halbzeit mit herrlichen Toren. Später sahen wir, dass die 2:0-Führung nicht sicher genug war. Wir hätten das 3:0 machen müssen. Nach dem 2:2 war alles möglich. Es ist schwer, den heutigen Spielverlauf zu erklären.“
Foto: Sv-Heb


MDR-Fernsehbericht zum Spiel aus „Sachsen-Anhalt Heute“ (2:19).