09.08.2009 - 1. Spieltag der DFB-Regionalliga NORD, Saison 2009/10:
Türkiyemspor Berlin - Tennis Borussia Berlin 0:2 (0:0)
F.C. Hansa Rostock II - FC Oberneuland 3:2 (0:1)
VfB Lübeck - 1. FC Magdeburg 1:1 (0:0)
Hannover 96 II - FC St. Pauli II 0:0 (0:0)
VFC Plauen - VfL Wolfsburg II 0:4 (0:2)
SV Babelsberg 03 - Hertha BSC II 0:0 (0:0)
SV Wilhelmshaven - Chemnitzer FC 2:2 (0:1)
Hamburger SV II - ZFC Meuselwitz 1:1 (0:0)

   Hallescher FC - Goslarer SC 08 3:0 (1:0)

Gelungener Saisonauftakt im KWS
Zweimal Pavel David und Thomas Neubert treffen beim 3:0 gegen den GSC
Über 3.000 Zuschauer waren bei hochsommerlichen Temperaturen zum Saisonauftakt ins KWS gepilgert und hatten bereits nach sechs Minuten und neun Sekunden erstmals Grund zum Jubeln. Nico Kanitz hebelte mit einem klugen Pass auf Pavel David die auf Abseits spielende Abwehr des Goslarer SC 08 aus, und der Tscheche vollendete aus 10 m überlegt zur Führung. Danach zogen sich unsere Rot-Weißen zurück und kamen bis auf einen Fernschuss von David Sieber, den der GSC-Torhüter Lars Möhlenbrock aber sicher hielt, kaum mehr zu nennenswerten Möglichkeiten. Im Gegenteil: Die Westharzer erholten sich schnell vom Schock des frühzeitigen Rückstandes und spielten nun selbst nach vorn. Zum Ende der ersten Hälfte waren die Kaiserstädter die bessere Mannschaft und hätten durch Necati Uluisik, der das Leder ans rechte Lattenkreuz nagelte (37.) sowie Raik Dähling, der nur knapp danebenzielte (45.), durchaus zum Ausgleich kommen können.
Eine Viertelstunde nach Wiederanpfiff übernahmen dann aber die Gastgeber wieder das Zepter. Jan Benes passte schön auf Thomas Neubert, und dieser hob das Leder klug aus 14 m zum 2:0 ins Netz (63.). Zehn Minuten später ergab sich für den HFC nach einem Foul an Steve Finke eine Freistoßchance. Da „Mister Standard“ Thorsten Görke verletzungsbedingt fehlte, legte sich Pavel David den Ball zurecht und hämmerte ihn aus 25 m direkt ins linke Dreiangel. Ein Traumtor, mit dem „Bronco“ seine überragende Leistung krönte! Die Gäste ergaben sich nun ihrem Schicksal und hätten sich am Ende sogar über eine höhere Niederlage nicht beschweren dürfen. Allein der zwischenzeitlich eingewechselte Angelo Hauk vergab zweimal aus bester Position. Somit blieb es bei dem aufgrund der deutlichen Steigerung in der zweiten Halbzeit verdienten 3:0-Erfolg unseres HFC, der damit nach dem Abpfiff gemeinsam mit seinen ihn toll unterstützenden Fans eine gelungene Saisonpremiere feiern konnte.
JS | Ro-Heb | Foto: Sv-Heb


DIE 1. HALBZEIT:
Dem tollen HFC-Blitzstart durch ein Supertor von Pavel David folgte eine schreckliche Angstphase gegen immer selbstbewusster agierende Goslarer
Bei bestem Fußballwetter fanden über 3.000 Zuschauer den Weg ins KWS. Auf dem Spielberichtsbogen waren keine Überraschungen zu finden. Die bedauerliche Verletzung Thorsten Görkes ebnete den Weg für das neue „Sechserteam“ Philip Schubert und Steve Finke. Patrick Mouaya erhielt den erwarteten Vorzug gegenüber „Malle“, und als einzige Angriffsspitze lief Thomas Neubert auf. Die Rot-Weißen übernahmen mit dem Anpfiff sofort das Zepter und mutierten den Neuling aus dem Westharz zum „Kaninchen vor der Schlange“. Zunächst scheiterte Nico Kanitz per Kopf an GSC-Keeper Lars Möhlenbrock (4.). Aber schon die erste richtige Torchance brachte den HFC völlig verdient in Führung. Geradezu klassisch hatte Nico Kaniz mit seinem präzisem Pass die Goslarer Viererkette ausgehebelt und Pavel David, in zentraler Position, allein vor dem GSC-Keeper in eine verheißungsvolle 1:1-Situation gebracht. „Bronco“ blieb kalt, wie die bekannte „Hundeschnauze“, und ließ seinem Gegenüber mit einem Flachschuss keine Chance. Zu diesem Zeitpunkt mussten die ca. 35 mitgereisten GSC-Fans um ihre Mannschaft echt bangen, denn der HFC schien sie in der Folgezeit förmlich an die Wand zu spielen. Nur vier Minuten nach dem 1:0 lag der zweite HFC-Treffer in der Luft, als David Sieber von der Strafraumgrenze einen „Mordsschuss“ abgab, aber zu unplatziert in die Tormitte zielte, und Lars Möhlenbrock keine Probleme hatte, den Ball sicher zu kontrollieren. Dann zogen sich die Rot-Weißen zurück und wollten wohl frühzeitig den Vorsprung in die Pause bringen. Die Aktionen der Hallenser wurden immer unkontrollierter und die Gäste immer stärker. Ab der 20. Spielminute verlor der HFC gänzlich den Spielfaden, den die Gäste dann unverhofft fanden. Zwar gab es erst in der 14. Minute den ersten Goslarer Torschuss (ein Freistoß von Peter Endres aus 20 m landete am Außennetz), doch die Offensivaktionen des Regionalliganeulings wurden immer gefährlicher. Adli Lachheb klärte gegen Andreas Binder (18.) und schließlich folgte in der 20. Minute die erste GSC-Ecke. Die halleschen Zuschauer reagierten und stimmten das CHEMIE <-> HALLE an, die offensichtliche „Auszeit“ ihrer Mannschaft konnten sie damit allerdings nicht unterbrechen. Die Westharzer besaßen nun Zeit und Raum. Hinzu kamen eklatante Fehler von Patrick Mouaya in der HFC-Innenverteidigung, der gleich zweimal die jetzt munteren Goslarer Stürmer Andreas Binder und Boris Fischer bediente. Binder scheiterte an Darko Horvat und Fischer an Adli Lachheb. Beim Abwehrversuch von Adli landete aber das Leder genau auf den Fuß von Necati Uluisik (38.), dessen Schuss von jenseits der Strafraumgrenze das Lattenkreuz der Gastgeber erschütterte. Der HFC quälte sich in die Halbzeitpause und musste zuvor noch zwei gute Möglichkeiten von GSC-Kapitän Raik Dähling zu verhindern.


DIE 2. HALBZEIT:
Nach rund einer Stunde war der HFC-Motor wieder auf Betriebstemperatur und die Gäste entgingen einem eigentlich nicht gerechtfertigtem Debakel | Thomas Neubert und erneut Pavel David sorgten für den 3:0-Sieg der Gastgeber
Nach der Pause kamen beide Teams in unveränderter Formation zurück auf das Spielfeld. Die Gäste hatten nach ihrer starken Endphase in den letzten 25 Minuten der ersten Halbzeit zu Veränderungen überhaupt keinen Grund. Anders bei den Hallensern. Patrick Mouaya schien nach seinen Abspielfehlern auswechslungsreif, aber Sven Köhler tolerierte die Eskapaden des kongolesischen Nationalspielers genauso, wie die einiger anderer im rot-weißen Trikot. Und er tat gut daran. Denn der Neuzugang vom FC Oberneuland ließ eine tadellose zweite Halbzeit folgen und war maßgeblich an der Verhinderung der Chancen in deren erster Viertelstunde für die Gäste verantwortlich. In dieser Periode schien der Pausentee von „Schnorbi“ noch nicht zu wirken, denn der Neuling machte weiterhin das Spiel und kam nach einem Stellungsfehler von Adli Lachheb durch Andreas Binder (46.) zu einer guten Möglichkeit zum Ausgleich (46.). Noch ein, zwei Eckbälle für die Blauen, und dann war Schluss mit lustig für den Niedersachsenmeister. Der HFC war ab der 60. Minute wieder im Bilde und fortan drückend überlegen. Pavel David hatte das 2:0 auf dem Fuß (60.), als er von René Stark vorzüglich in Szene gesetzt wurde, aber letztendlich nicht vollenden konnte, weil der GSC-Keeper den Winkel verkürzte und der Ball ins Aus versprang. Keine Frage, der Tscheche war der „SPIELER DES TAGES“, denn auch die nächste Aktion (61.), wiederum eingeleitet durch René Stark (per weitem Einwurf) sorgte für helle Aufregung im Goslarer Strafraum. Nach rund einer Stunde war der HFC-Motor nun endlich wieder auf Betriebstemperatur und auch das „Feintuning“ stimmte. Nach einem langen Pass von Jan Benes, wieder die Viererkette ausspielend, verwandelte Thomas Neubert (63.) zum jetzt spielentscheidenden 2:0. Die Gäste versuchten, die HFC-Drangperiode mit zwei Auswechslungen zu unterbrechen, doch dies gelang ihnen nicht. Der HFC drückte weiter auf die Tube und erzielte damit Wirkung. Mit einer Musterkombination zwischen Angelo Hauk und Pavel David (70.) war die GSC-Abwehr erneut ausgespielt. Nur knapp verfehlte „Bronco“ das Tor. Als dann Steve Finke, jetzt auch viel stärker nach vorn orientiert, als in der ersten Halbzeit, kurz vor der Strafraumgrenze gefoult wurde, entschied der absolut souverän amtierende Schiedsrichter Robert Hartmann (Ingolstadt) auf Feistoß. Eigentlich eine vortreffliche Situation für Thorsten Görke, doch der saß verletzt auf der Tribüne. Und wieder war „Bronco“ in Aktion. Aus ca. 25 m hämmerte er das Leder unhaltbar zum 3:0 in den Winkel (73.). Jetzt musste man um die Goslarer erneut bangen. So wie der HFC kurz vor dem Pausenpfiff sehnten sich nun die Gäste nach dem Abpfiff. Es drohte ein Waterloo. Aber der HFC war gnädig und vergab durch Markus Müller (78./83.) und Angelo Hauk (84.) noch drei riesige Chancen, die durchaus zu einem Debakel für die Niedersachsen hätten führen können.
Ro-Heb | Fotos: Sv-Heb


STATISTIK: Hallescher FC - Goslarer SC 08 3:0 (1:0)
HFC (weiß-rot): Horvat - Benes (82. Hebestreit), Lachheb, Mouaya, Sieber - Schubert, Finke - David, Stark, Kanitz (67. Hauk) - Neubert (75. Müller). Trainer: Sven Köhler.
GSC (blau-blau): Möhlenbrock - Wilking, Scheinpflug, Doll, Endres - Uluisik (75. Ridder), Maaßen, Ndjock (64. Lipke), Fischer, Dähling - Binder (56. Silva). Trainer: Goran Barjaktarevic.
Tore: 1:0 - David (7., Vorarbeit Kanitz), 2:0 - Neubert (63., Vorabeit Benes), 3:0 - David (73., Vorarbeit Finke). Ecken: 1:8 (0:3). Gelbe Karten: Sieber (83., Foulspiel) - Uluisik (54., Foulspiel), Wilking (66., Ball wegschlagen). Schiedsrichter: Robert Hartmann (Ingolstadt) - Note 2: Pfiff souverän und bewies vor allem bei Vorteilsentscheidungen ein gutes Händchen. SRA: Michael Emmer und Ingo Müller.
Zuschauer: 3.043 (darunter 35 Gästefans) im Kurt-Wabbel-Stadion.
Äußere Bedingungen: 28 Grad und heiter, gut bespielbarer Rasen.
Anmerkungen: Vor dem Spiel wurde Darko Horvat als „Bester HFC-Spieler 2008/09“ geehrt. Neben den Langzeitverletzten David Bergner, Benedikt Seipel und Milan Janecek fehlte auch Thorsten Görke (Kapselriss und Außenbandanriss).
Statistik: JS | Ro-Heb | Foto: Sv-Heb


AUS DER PRESSEKONFERENZ
Goran Barjaktarevic (Cheftrainer des Goslarer SC 08): „Meine Mannschaft hat hier keineswegs enttäuscht. In der ersten Viertelstunde agierten wir viel zu ängstlich und lagen nach einem Stellungsfehler unserer Innenverteidigung schnell mit 0:1 im Rückstand. Dann wurden wir zusehends besser und standen nach guten Chancen vor dem Ausgleichstreffer. Mit dem 0:2 war das Spiel für uns verloren. Ich wünsche dem HFC in dieser Saison noch 32 Siege, nur in Goslar beim Rückspiel sollten wir gewinnen.“
Sven Köhler (Cheftrainer des Halleschen FC): „Wir sind sehr gut die Partie gekommen und gingen auch verdient in Führung. Dann agierten wir ruhiger, wurden aber immer ängstlicher. Damit haben wir die Goslarer am Ende der ersten Hälfte stark gemacht. Da zeigte der GSC, dass er guten Fußball spielen kann. Nach der Pause wurden wir wieder spielstärker. Das 2:0 war spielentscheidend. Das klare 3:0 spiegelt aber nicht ganz den Spielverlauf wieder.“
Foto: Sv-Heb