27.05.2009 -

FSA-Pokal

Finale

Saison 2008/09:



   Hallescher FC - 1. FC Magdeburg 0:1 (0:1)


HFC verliert Pokalfarce mit 0:1
„Gegen den FSA, den Schiedsrichter und MD besaßen wir keine Chance“
Aus hallescher Sicht hatte der Oberste aller sachsen-anhaltinischen Fußballer für die Brüller des Tages schon weit vor dem Anpfiff des Pokalfinals gesorgt. In einem Artikel der MZ meinte er: „...Und mein Verhältnis zu beiden Klubs ist von A bis Z top“. Weiter hieß es hier: „Übrigens: Aus den unglücklichen Verwicklungen im Vorfeld hat der Landesverband bereits gelernt. Der Termin für das Finale kommendes Jahr steht: ´Und wenn der Wetterbericht sagt, morgen geht die Welt unter, wird 2010 trotzdem am 15. Mai gespielt´, sagt Werner Georg. Dies ist ein Samstag, nach Saisonschluss und konkurrenzlos zu internationalen Spielen.“
Nun, zu ersterem sagt vielleicht das Fernbleiben aller HFC-Vertreter nicht nur zum Empfang des FSA, sondern auch zu dessen Pressekonferenz vor dem Anpfiff, schon einiges aus. Zu letzterem fällt uns nur soviel ein: Immerhin sind die DFB-Pokalendspiele, die laut Rahmenterminplan für eben diesen 15.05.2010 angesetzt wurden, ja keine internationalen Spiele...
Nachdem Schiedsrichter Gunnar Melms mit dem Anpfiff der Partie zumindest nicht viel falsch machen konnte (dies gelang ihm immerhin mit der Trällerei zum Beginn von Hälfte Zwo sogar noch einmal), zelebrierte er im weiteren Verlauf eine völlig neue Definition des Begriffs „Unparteiischer“. HFC-Cheftrainer Sven Köhler meinte nach dem Abpfiff in seiner diplomatischen Art: „Einige zweifelhafte Pfiffe der Referees haben uns in die Knie gezwungen.“ Doch dazu nochmals etwas später. Die erste Chance der Begegnung ergab sich für Pavel David, der knapp über das Gehäuse des Finalgegners zielte (5.). Auf der Gegenseite gestaltete es Radovan Vujanovic noch knapper, der den rechten Außenpfosten traf (11.). Nachdem nochmals Ronny Hebestreit neben das Tor der Blau-Weißen köpfte, kam der große Auftritt des Herrn Melms. Sicherlich in seinen sonstigen Spielen solch eine Zuschauerkulisse nicht gewohnt, brachte er sich mit aller Macht ins Rampenlicht dieser Partie und wollte partout beweisen, wer auf dem Platz das Sagen hat. Nach einem Missverständnis in der HFC-Abwehr, als Adli Lachheb seinen Torhüter wohl näher bei sich wähnte, musste Darko Horvat Kopf und Kragen riskieren. Da er dachte, dass das Leder sich noch außerhalb des Strafraumes befand (übrigens zurecht!), nahm er es nicht auf und sah sich dem fallsüchtigen und schauspielerisch versierten Najeh Braham gegenüber. Alle Journalisten und auch die TV-Bilder bestätigten im Nachhinein, das die strittige Situation außerhalb des 16ers stattfand. Und alle vorgenannten Schreiberlinge gingen davon aus, dass der Pfiff des Herrn Melms einen Freistoß für den halleschen Torwart bedeutet hätte. Doch weit gefehlt: In seiner unnachahmlichen Weitsicht hatte der Osterburger einen klaren Strafstoß gesehen und damit bewiesen, dass neben Gurken auch Tomaten bei den Pokalendspielen in Sachsen-Anhalt eine Rolle spielen können. Gegen das Geschoss von Catalin Racanel war Darko Horvat machtlos, und „die Anderen“ lagen plötzlich in Führung. „Doch dies war der erste Streich, und der zweite folgt sogleich“ heißt es eben nicht nur bei Wilhelm Busch. Der ganz in schwarz gekleidete Herr, welcher sonst nicht einmal für die Regionalliga taugt, machte ein normales Foul von Ronny Hebestreit an der rechten Seitenauslinie kurzentschlossen zu einem Angriff auf Leib und Leben und zeigte dem Routinier Rot! Von den zwischenzeitlich sehr einseitigen Entscheidungen einmal abgesehen, wollen wir diesem Mann zugute halten, dass er einfach schlichtweg überfordert war (anderes zu denken verbietet sich eigentlich...). Dass nun die gesamte HFC-Bank vehement gegen diese Schieberei protestierte, konnte der Altmärker sicherlich selbst in der Halbzeitpause nicht nachvollziehen.


Nach dem Wiederanpfiff versuchte der HFC, die Niederlage abzuwenden, kam aber kaum zu wirklichen Ausgleichschancen. Wie auch, wenn man mit „zwei Mann in Unterzahl“ agieren muss. Unsere Rot-Weißen und ihre treuen Fans wurden weiter verschaukelt. Ein kleines Beispiel dafür: Jan Benes sah in der 89. Minute ebenfalls noch den gelben Karton. In der sich anschließenden Szene sollte auch Maximilian Watzka verwarnt werden, und Herr Melms hatte sein Kärtchen bereits aus der Tasche gezogen. Doch nach einem kurzen Blick darauf bemerkte er, dass dieser Spieler bereits in der 56. Minute selbiges gesehen hatte, worauf er es wieder einsteckte.
So sprach HFC-Präsident Dr. Michael Schädlich nach dem Spiel davon, „dass man heute gegen den FSA, den Schiedsrichter und MD von Beginn an keine wirkliche Chance besaß. Der für dieses Finale vom Verband angesetzte Referee ist skandalös“, meinte er weiterhin. Diesem schließen sich die weiteren zwei Präsidialen unseres Vereins vorbehaltlos an. Bevor die andere Mannschaft den Pokalsieg über die Zeit gebracht hatte (ja, eine Großchance für Maximilan Watzka gab es zwischenzeitlich noch) brannte es im halleschen Fanblock bengalisch. Auch wenn sich unser Verein ganz klar und eindeutig von diesen Pyromanen distanziert, darf man schon einmal die Frage in den Raum stellen, wie der Verband sich nun selbst bestraft. Als Hausherr und Ausrichter war man doch für die Organisation von Ordnung und Sicherheit - also auch für die Einlasskontrollen - hauptverantwortlich, oder? Ein Vorwurf, der nur allzugern gegenüber dem HFC (und auch dem FCM!) gebraucht wird, wenn in brisanten Spielen mal wieder ein Schuldiger für etwas gesucht wird, was in Wirklichkeit nicht zu verhindern ist. Und die kurz nach dem Abpfiff gezeigten Provokationen eines gewissen Herrn Braham vor der HFC-Fankurve sowie die von blau-weiß gekleideten Akteuren inszenierten Schubsereien mit HFC-Coach Sven Köhler und seinem Team sind doch natürlich auch nur „Kavaliersdelikte“...
Somit steht als Resümee, dass bei dieser denkwürdigen Pokalfarce am Ende zwar kein „Gurkensalat“ angerichtet wurde, doch der von einem Herrn in schwarzer Livré gereichte „Tomatensalat“ es auch in sich hatte... Eine Pressekonferenz gab es übrigens nicht, und schon allein die den Medienvertretern zur Verfügung gestellten Aufstellungsformulare, die Qualität des Programmheftes sowie der „tolle Service“ für die Journalisten und Fotografen verdeutlichten das organisatorisch überaus hohe Niveau dieser Veranstaltung, auf deren Gelingen die „Verbändler“ - sichtlich zufrieden - gern noch mit dem einen oder anderen Bierchen im V.I.P.-Bereich anstießen.
Aus Sicht unseres Finalgegners stellt sich vielleicht einiges etwas anders dar. Sei es, wie es sei: Sportlich fair, wie wir Hallenser nunmal sind, gratulieren wir natürlich dazu, einen neuen Titel in den Kopfbogen aufnehmen zu können. Im nächsten Jahr ergibt sich ja vielleicht die Chance zur Revanche, sofern der FCM am 15. Mai 2010 nicht gerade das DFB-Pokalfinale bestreitet. Aber auch für diesen Fall hat der FSA sicher bereits eine entsprechende, logische und für alle nachvollziehbare Lösung in der Schublade...
Für unsere Jungs heißt es nun, dieses „Spiel“ schnell aus den Köpfen zu bekommen und am Samstag mit Unterstützung unserer tollen Fans (nochmals Danke für den Support) beim VfL Wolfsburg II die entsprechende Trotzrekation zu zeigen!
JS | Fotos: Agentur ROWIS


STATISTIK: Hallescher FC - 1. FC Magdeburg 0:1 (0:1)
HFC (rot-rot): Horvat - Schubert, Lachheb, Kamalla (77. Kittler), Benes - Re. Stark, David, Finke, Kanitz (82. Kunze) - Hebestreit, Neubert (64. Müller). Trainer: Sven Köhler.
FCM (blau-weiß): Beer - Bankert, Rosin, Prest, Dragusha - Watzka, Racanel - Zander, D. Bauer - Vujanovic, Braham. Trainer: Steffen Baumgart.
Tor: 0:1 - Racanel (28., fragwürdiger Elfmeter, „Vorarbeit“ Braham). Ecken: 8:4 (4:1). Chancen: 7:5 (3:2). Freistöße: 19:29 (13:16). Abseits: 5:5 (2:4). Gelbe Karten: Horvat (28., ?), Finke (44. Foulspiel), Benes (89., Foulspiel) - Watzka (56., Foulspiel). Rote Karte: Hebestreit (42., ?). Schiedsrichter: Gunnar Melms (Osterburg) - Note 6: Hat die Bezeichnung Unparteiischer nicht verdient. SRA: Clemens Schultes, Eckhard Stahl. 4. Offizieller: Reiner Thrun.
Zuschauer: 12.988 (darunter ca. 4.000 HFCer) im Stadion Magdeburg.
Äußere Bedingungen: 19 Grad und leicht bewölkt, gut bespielbarer Platz.
Anmerkungen: Beim HFC fehlten noch immer die Langzeitverletzten Milan Janecek, David Bergner, Christian Beck und Benedikt Seipel. Beim FCM standen Marcel Probst und Stephan Neumann (beide nach Jochbeinbruch) nicht zur Verfügung. Der Fotokommentar: Während FCM-Präsi „Pudel-Bier-Nass“ keinem Kameraobjektiv der Fotojournalisten auswich und sich in tollen Posen feierte, schritt unser Vereinsboss, Dr. Michael Schädlich, die Front der „Enttäuschten“ ab und herzte jeden Spieler seiner Rot-Weißen. Schließlich trommelte er das Team vor dem, phantastisch seine Arbeit leistenden, HFC-Fanblock zum Kreis zusammen und schwörte die „Teufelskerle aus der Siegerstadt“ mit einem kurzen Motivationsseminar für die noch anstehenden zwei wichtigen Regionalspiele ein. „Jetzt erst recht – Ihr schafft den Aufstieg“, schrie er in den Spielerkreis. „Wir halten zusammen, in guten, wie in schlechten Zeiten!“.
Statistik: JS | Ro-Heb | AT | Foto: Agentur ROWIS


Diverse TV-Beiträge rund um das Pokalfinale.