1. Männer
19.04.2017

POKALTRAUM BEENDET

Der Hallesche FC kann den Titel nicht verteidigen. Im Landespokal Sachsen-Anhalts unterlag der Vorjahressieger im vorweggenommenen Endspiel gegen Ligakonkurrent 1. FC Magdeburg letztlich denkbar unglücklich mit 1:3.

Der HFC wollte den Schwung der vergangenen beiden Spiele gegen die Top-Teams aus Osnabrück und Duisburg sowie den Heimvorteil nutzen, begann schwungvoll und zielstrebig gegen den FCM. Zwar hatten die Blau-Weißen durch einen gefährlichen Linksschuss von Sowislo an den Außenpfosten die erste Gelegenheit (5.), doch danach spielte vor allem Rot-Weiß. Nach Ballgewinn suchten die Hallenser immer wieder das vertikale Spiel, kurbelten vor allem über die Außenpositionen das Spiel an und nahm die Zweikämpfe gegen robuste Magdeburger an. Über rechts ging beim HFC mehrfach die Post ab, Marvin Ajani war mit seiner Schnelligkeit kaum zu halten und sorgte für Gefahr mit Tempodribblings und Linienläufen. So in der 8. Minute, als seine Eingabe keinen Abnehmer fand. Eine Minute später kam Benjamin Pintol im Strafraumgewühl zum Abschluss, bekam aber keinen Druck mehr hinter den Ball (9.). Dann schickte Klaus Gjasula nach klugem Einwurf von Florian Brügmann erneut Marvin Ajani auf die Reise, doch er wurde geblockt (14.). Wenig später sorgte Martin Röser für ein Raunen im Stadion, als einen abgewehrten Ball aus spitzem Winkel mit vollem Risiko nahm (16.), dann kam Florian Brügmann mit links zum Abschluss (17.). In dieser Phase hatte der HFC die Partie fest im Griff, dominierte mit Präsenz und Kombinationsfußball. Der FCM war nur sporadisch gefährlich, HFC-Keeper Oliver Schnitzler riskierte nach 20 Minuten mit einem Tackling vor dem Strafraum Kopf und Kragen. Dann eroberte Martin Röser den Ball am gegnerischen Strafraum, Benjamin Pintol verzog beim Rechtsschuss (22.), anschließend kam Röser links im Strafraum nach Vorarbeit von Dorian Diring an den Ball (23.) und Nick Fennell sorgte mit einer Mischung aus Flanke und Torschuss für Aufregung (26.). Während der HFC aus allen Rohren schoss, ging Magdeburg nach einem Standard in Führung. Löhmannsröben kam in Bedrängnis aus Nahdistanz zum Kopfball. Was zunächst harmlos aussah entpuppte sich als Gästetor, weil der Ball aufsetzte und von der Brust Oliver Schnitzlers ins Netz sprang (30.). Vom Rückstand ließ sich der Hallesche FC kaum beirren. Nick Fennell forderte nach 36 Minuten und Schubser einen Strafstoß, bevor Marvin Ajani per Kopf nach Verlängerung von Benjamin Pintol die bis dahin größte Chance des Spiels hatte. Der Ball strich knapp am langen Pfosten vorbei (42.).

Nach der Pause war der FCM zunächst präsenter und gut im Spiel, doch das erste Achtungszeichen setzte der HFC. Martin Röser traf per Freistoß von der Strafraumgrenze die Latte des Gästegehäuses (50.). Der HFC wurde wieder druckvoller. Klaus Gjasula vergab zunächst die Ausgleichschance nach feinem Zuspiel von Marvin Ajani aus spitzem Winkel, besorgte beim anschließenden Eckball jedoch das längst fällige 1:1 (67.). In einem nun ausgeglichenen Spiel, das vor allem von der Emotion und Spannung lebte, kam Magdeburg durch Schwede zu einer guten Gelegenheit, Toni Lindenhahn blockte den Torschuss (79.). Das 1:2 nach 83 Minuten fiel in die Rubrik „selbst schuld“. Erst versäumte es der HFC dreimal in Serie, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern und verursachte einen unnötigen Eckball. Den verlängerte Fabian Baumgärtel im Kopfballduell am kurzen Pfosten ins eigene Netz. Als der HFC in der Schlussphase alles nach vorn warf und durch einen Kopfball von Toni Lindenhahn aus Nahdistanz noch eine Riesenchance hatte (92.), vollendete Chahed einen Konter mit einem Schuss ins verwaiste HFC-Tor zum 1:3-Endstand. Die effizientere, nicht die bessere Mannschaft zieht damit ins Finale ein.

HFC: Schnitzler – Lindenhahn, Kleineheismann (85. Aydemir), Barnofsky, Brügmann (64.Baumgärtel), Ajani, Gjasula, Fennell, Röser, Diring (64.Pfeffer), Pintol

FCM: Zingerle – Butzen, Schiller, Puttkammer, Schwede, Hammann, Löhmannsröben, Sowislo, Brandt (58.Laprevotte), Cwielong (86.Chahed), Düker (90.Beck)

Schiedsrichter: Dirk Meißner, Johannes Schipke, Christian Wesemann, Patrick Menz

Zuschauer: 7809 (205 Gäste)

Gelb: Kleineheismann – Schiller, Brandt

Trainerstimmen:

Jens Härtel: "Es war wichtig, in meinem dritten Pokalspiel gegen Halle endlich mal einen Sieg geholt zu haben. Das ist das, was am Ende zählt, Ergebnisse und dass wir in die nächste Runde eingezogen sind. Wenn man das Spiel so sieht, waren wir vielleicht auch der glückliche Sieger. Halle hatte in der ersten Hälfte viele gute Aktionen, zwar nicht die ganz klaren Chancen, aber sie haben mit viel Dominanz gespielt. Wir haben uns dann reingeschmissen, hatten Probleme mit dem System 3-5-2, haben das dann umgestellt auf ein 4-2-3-1, dann war es aus meiner Sicht auch stabiler. Trotzdem mussten wir hier Vollgas geben, weil auch Halle dieses Spiel unbedingt gewinnen wollte. Wir waren heut am Ende die Glücklichen, nachdem wir zuletzt immer wieder Tiefschläge bekommen haben. So ist es im Fußball, das Blatt wendet sich dann eben."

Rico Schmitt: "Glückwunsch an Magdeburg, das war brutal effektiv. Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, waren präsent und in den Zweikämpfen, haben das hohe Spiel auch angenommen vom Gegner. Wir haben gute Angriffe gespielt, was wir nicht geschafft haben, diese Effektivität im Strafraum zu entwickeln. Insgesamt war das trotz alledem eine sehr gute Leistung, auch mit diesem Rückschlag zum 0:1. Man hat gesehen, dass die Jungs sich dort kurz geschüttelt haben und trotzdem haben wir weiter nach vorne gespielt, hatten auch die Großchance zum Ausgleich durch Marvin Ajani. In der Halbzeit hab ich dann ein paar Dinge mit gegeben, etwas nachjustiert, dass wir auch noch alle Möglichkeiten haben, das Spiel zu drehen. Das ist uns dann auch mit dem Ausgleich gelungen. Doch leider schlagen wir uns in der ein oder anderen Situation selbst. Magdeburg ist immer gefährlich bei Standards, das ist bekannt. Nach dem 1:2 haben wir alles nach vorn geworfen, hatten heute erneut nicht das Glück nicht auf unserer Seite. Ich kann den Jungs überhaupt nichts absprechen, denn sie haben bis zur letzten Minute versucht das Spiel zu drehen. Wir wissen natürlich auch, dass es für den Verein und für die Fans ganz, ganz bitter ist."

Von: LT / JS

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