Vom Neuanfang nach dem Krieg bis zum SC Chemie

Auf Grundlage des Befehls Nr. 2 der SMAD vom 10.06.1945 waren zunächst Sportwettkämpfe nur in engen regionalen Grenzen erlaubt. So entstanden locker organisierte Sportgruppen, in Halle (Saale) zum Beispiel 1946 die SG Halle-Glaucha. Sie benannte sich 1948 in SG Freiimfelde Halle um und stand in diesem Jahr im Endspiel um die 1. Ostzonenmeisterschaft (0:1 gegen die SG Planitz).

1949 machte es die Nachfolgemannschaft, nun unter dem Namen ZSG Union Halle antretend, im Endspiel um die 2. Ostzonenmeisterschaft besser und bezwang Fortuna Erfurt mit 4:1. Gleichzeitig hatte sie sich für die neue Oberliga, welche nun als höchste Spielklasse Ostdeutschlands fungierte, qualifiziert. In der ersten Spielserie 1949/50 landete die ZSG Union auf Platz 5.

Die im Sommer 1950 gegründete BSG Turbine Halle beendete die Folgesaison 1950/51 auf dem 6. Rang. Die Serie 1951/52 verlief dann für Turbine optimal: Mit vier Punkten Vorsprung vor der SG VP Dresden wurde die DDR-Fußballmeisterschaft gewonnen. Die Folgesaison brachte aber einen enttäuschenden Abfall auf Rang 13 (nur zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz). Anschließend flüchteten zahlreiche Spieler nach den politischen Unruhen im Zusammenhang mit dem Volksaufstand von 1953 in die Bundesrepublik und die Mannschaft brach völlig auseinander. Nichtsdestotrotz konnte sich Turbine jedoch in der folgenden Saison 1953/54 als Achter in der Oberliga behaupten. Die DDR-Sportführung startete 1954 eine neue Strukturreform und veranlasste die Gründung von Sportklubs als regionale Schwerpunktzentren.

Die Fußballsektionen der Betriebssportgemeinschaften waren eine der wesentlichsten Stützen dieser neuen Sportklubs. So sollte auch mit dem SC Chemie Halle-Leuna verfahren werden, doch seitens der Spieler gab es große Widerstände, so dass die Fußballsektion der BSG Turbine Halle erst im Oktober 1954 zum Übetritt in den neuen SC Chemie Halle-Leuna bereit war.

Parallel zum SC Chemie war in Halle auch noch der SC Wissenschaft Halle gegründet worden. Als Zweitligist konnten die Hallenser allerdings ihren nächsten großen Erfolg feiern und gewannen 1956 den FDGB-Pokal durch ein 2:1 im Finale gegen ASK Vorwärts Berlin. Weiterhin gelang in diesem Spieljahr 1957 der Wiederaufstieg in die Oberliga, um zwei Jahre später, nun als SC Chemie Halle (1958 wurden der SC Chemie Halle-Leuna und der SC Wissenschaft Halle fusioniert), erneut abzusteigen.

Nach der sofortigen Rückkehr in die oberste Spielklasse konnte sich der Club dort immerhin vier Jahre halten. Erfolgreicher als in der Liga war der SC Chemie jedoch erneut im FDGB-Pokal. Nachdem 1960 noch im Halbfinale gegen SC Empor Rostock das Aus kam, konnte die Mannschaft 1962 den Pokal ein zweites Mal gewinnen. Im Finale wurde der SC Dynamo Berlin mit 3:1 besiegt. Somit spielte der SC Chemie Halle 1962 erstmals im Europapokal mit, scheiterte aber in der Qualifikation zum EC der Pokalsieger am OFK Belgrad (2:0/3:3). Ein Jahr später erreichten die Hallenser erneut das Pokalhalbfinale gegen Motor Zwickau, mussten jedoch 1964/65 erneut für ein Jahr in die Zweitklassigkeit.