Die sportliche Entwicklung des Clubs

In der Saison der Clubgründung (1965/66) war der Hallesche FC Chemie noch als SC Chemie Halle als Aufsteiger in die DDR-Oberliga gestartet. Dem SC Chemie gelang nach dem Abstieg 1963/64 somit der sofortige Wiederaufstieg. Unter Trainer Heinz Krügel (später mit dem 1. FC Magdeburg Europapokalsieger im EC II) startete eine recht junge Truppe (Durchschnittsalter 23,5 Jahre) in die Spiele der höchsten DDR-Spielklasse. Neben so erfahrenen Kempen, wie Torhüter Heinz Weise, dem Abwehrstrategen Robert Heyer, dem Mittelfeldspieler Günter "Hopser" Hoffmann und dem leider verstorbenen, drangvollen Mittelstürmer Werner "Paule" Lehrmann standen mit Klaus Urbanczyk und Bernd Bransch zwei wichtige junge Führungsspieler. Roland Nowotny und Bernd Donau waren noch echte "Youngster" im HFC-Team. Klaus Hoffmann assistierte nach seiner aktiven Laufbahn erstmals als Mannschaftsleiter.

Das erste offizielle Oberliga-Punktspiel bestritt der HFC Chemie am 13.02.1966 in Leipzig gegen den 1. FC Lok Leipzig in folgender Formation:
Wilk - Stricksner, Urbanczyk, Okupniak, Riedl, G. Hoffmann, Walther, Stein, Donau, Steinborn, Nicht.
Nach Toren der Leipziger Naumann (67.) und Frenzel (87.) verlor der Club mit 0:2. Erster nennenswerter Höhepunkt des HFC Chemie in den 60er Jahren war das Erreichen des Halbfinals im FDGB-Pokal, wo es gegen die BSG Motor Zwickau das Aus gab. In der Oberliga reichte es nur zu den Plätzen 10 und 11.

Mit Beginn der 70er Jahre gab es die erste sportliche Zäsur in der HFC-Geschichte. Unter Trainer Walter Schmidt gewann der HFC Chemie 1970/71 mit dem Erreichen des 3. Platzes die Bronzemedaille. Zugleich qualifizierte sich die Mannschaft erstmalig für den UEFA-Pokal. Mit dem holländischen Vertreter P.S.V. Eindhoven hatte der HFC Chemie ein attraktives Los gezogen. Am 15.09.1971 gab es im Hinspiel zwischen beiden Mannschaften im halleschen Kurt-Wabbel-Stadion ein leistungsgerechtes 0:0. Mit 35.000 Zuschauern war das Stadion ausverkauft. Einige HFC-Spieler, wie Meinert, Nowotny, Boelssen u. a. konnten einfach nicht über ihren Schatten springen. Deutete sich schon einmal eine gute Kombination an, so war einer von ihnen selbst überrascht, erschrocken gar, nutzte die Möglichkeit des Durchstoßes nicht, zögerte, spielte erneut zurück. Vom Lösen aus der Abwehr ganz zu schweigen. So konnte sich einfach nicht umsetzen, was Brade, Bransch, Urbanczyk und vor allem Langer vorbereiteten. Die PSV demonstrierte, wie man ein solches Cupspiel auswärts gestalten kann", anerkannte Georg Buschner. "Technisch seiner Mittel sicher, taktisch abgeklärt, erwies sich diese Elf erfahrener, homogener. Die Begeisterung des HFC reichte da noch nicht." Am 29.09.1971 sollte das Rückspiel um den UEFA-Cup zwischen der PSV Eindhoven und dem HFC Chemie stattfinden. Doch es fiel einem tragischen Ereignis zum Opfer. Durch eine Gasexplosion im Eindhovener Hotel "Silbernes Seepferd" ausgelöst, kam es zu einem Hotel-Großbrand. In diesem Hotel war die HFC-Mannschaft untergebracht. Der junge und talentierte HFC-Nachwuchsspieler Wolfgang Hoffmann fand dabei den Tod. Die HFC-Spieler Klaus Urbanczyk und Erhard Mosert wurden bei der Hilfe andere zu retten, schwer verletzt. Die Delegation des HFC Chemie leistete durch aktive Rettungsmaßnahmen Vorbildliches. Sie verdiente sich überall ungezolltes Lob der niederländischen Öffentlichkeit. In seinem Leitartikel in der "FUWO" findet Klaus Schlegel treffendes, indem er bemerkt: "Sich auf dem Spielfeld zu bewähren, das war dem HFC in Eindhoven nicht möglich. Sie bestand indes eine weit höhere, schwierigere Form der Bewährung. Und der Ausdruck - Helden - ist durchaus angebracht, war selten so berechtigt wie in diesem Fall. Wer die Katastrophe mit der Mannschaft erlebte, wer die Spieler während des Brandes und in den Stunden danach beobachtete, mit ihnen zusammen war, darf sich dieses Urteil wohl erlauben. Und Roland Nowotny, Peter Klemm, Rainer Langer, die auch andere Gäste retten halfen, sie machten keine großen Worte darum." In Übereinstimmung mit der Leitung des HFC Chemie zog der DFV der DDR die Mannschaft aus den UEFA-Cup-Spielen zurück.

Leider folgte nach Platz 6 in der Saison 1971/72 in der Saison 1972/73 der erste Oberligaabstieg des HFC Chemie in seiner Clubgeschichte. 1973/74 gelang aber der sofortige Wiederaufstieg. Nach einem 11. Platz im ersten OL-Jahr nach dem Wiederaufstieg folgten recht stabile Plazierungen im OL-Mittelfeld (zwischen Platz 6 und 8).

Mit einer Superserie begann der HFC Chemie den Start in die 80er-Jahre. 13 x auf Platz 3 dotiert und am Ende doch nur Rang 7. Eine Serie für die HFC-Fans, trotz der Enttäuschung über die Endplazierung. Denn an ihnen lag es nicht. Mit 378.000 Zuschauern insgesamt (Schnitt 14.558) und 237.000 Zuschauern in den Heimspielen (Schnitt 18.231) machten die HFC-Anhänger ihr "Meisterjahr", denn nie zuvor und niemals danach kamen mehr Zuschauer zu den HFC-Spielen.

Die schlechteste DDR-OL-Saison des HFC Chemie gab es dann in der Spielserie 1983/84, außer dem 2:1 am 2. Spieltag gegen die BSG Chemie Leipzig im KWS gelang der Clubelf kein Sieg mehr. Mit 11:41 Punkten mußten die Saalestädter die höchste DDR-Spielklasse verlassen und dies gar für 3 Spielserien. Nach zwei zweiten Plätzen in der DDR-Liga Staffel B gelang erst in der Saison 1987/88 der Wiederaufstieg - gerade noch rechtzeitig, um an der späteren "Fußballeinheit" Deutschlands teilzuhaben. In der alles entscheidenden Spielserie 1990/91, wo es um die Qualifikation für den bezahlten Fußball ging, erreichte das von Karl Trautmann trainierte Team des HFC Chemie Platz 4 und damit den "Aufstieg" in die 2. Bundesliga. Das war der absolute Höhepunkt in der Geschichte des HFC Chemie. Wiederum hatte man neben der lebenswichtigen Quali für die 2. Bundesliga den Sprung in den UEFA-Cup geschafft. Nach einem 2:1 im KWS schied der Club nach dem 0:3 in Moskau gegen Torpedo Moskau aus.

Die weitere Entwicklung des HFC Chemie, welcher 1991 eine Namensänderung in Hallescher Fußballclub e. V. erfuhr, war sehr dramatisch und bedauerlich zugleich. Nach einem recht verheißungsvollen Start in die zweigeteilte 2. Bundesliga Staffel: Süd mit Siegen beim FC Rot-Weiß Erfurt (3:2) und den überzeugenden Heimpartien gegen den VfB Leipzig (3:2), den TSV 1860 München (0:0), den 1. FC Saarbrücken (3:0) und gar einem 3:1 beim 1. FSV Mainz 05 schien alles in Ordnung. Die Unerfahrenheit in vielen Belangen, vor allem aber der sportliche Substanzverlust durch den Weggang von Dariusz Wosz nach der Doppelrunde im Dezember 1991 zum VfL Bochum, leitete den, dann schnellen sportlichen Niedergang des HFC bis hin zum mehrmalig drohenden Konkurs ein. In der Abstiegsrunde gelangen nur noch zwei Erfolge. Ausgerechnet gegen den in der Doppelrunde zweimal bezwungenen und schon frühzeitig als Absteiger feststehenden FC Rot-Weiß-Erfurt wurde nicht nur das Hinspiel klar mit 0:4, sondern auch das letzte und alles entscheidende Heimspiel mit 1:2 verloren. Wichtige weitere Führungsspieler verließen das "sinkende Schiff" und etablierten sich in der 1. und 2. Bundesliga.

In der Serie 1992/93 sollte aus der Amateuroberliga der sofortige Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga geschafft werden. Doch mit einem 2. Platz scheiterte man am 1. FC Union Berlin, welcher später aber keine Lizenz bekam. Nach diesem weiteren Desaster geriet der HFC in eine weitere sportliche Krise, die ihn gar an der Qualifikation für die neu geschaffene Regionalliga scheitern ließ. Mit Platz 8 war der HFC aus dem Rennen und nun plötzlich gar viertklassig.

Im Zusammenhang mit finanziellen Problemen und sportlicher Perspektivlosigkeit verließen 1994 28 Fußballer den Club. Der HFC stand faktisch ohne Mannschaft da, mußte gar die 2. Vertretung aus der Landesliga (jetzt Verbandsliga) zurückziehen und wurde mit einer verstärkten A-Jugend klarer Absteiger aus der Amateuroberliga. In der AOL gelangen, anfangs unter Trainer Klaus Urbanczyk und später und Günter Riedl, in der Saison 1994/95 in 30 Spielen kein Sieg und nur 3 Unentschieden, bei 27 Niederlagen und einem Torverhältnis von 17:83. Durch den Gewinn des DFB-Landespokals 1994 stand diese Rumpfmannschaft des HFC in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals 1994/95 gegen Bayer Uerdingen, wobei sie sich beim 1:4 nicht einmal schlecht verkaufte. Ein herzliches Wiedersehen gab dabei mit dem Ex-HFCer und Uerdinger-Kapitän Heiko Peschke.

Das oft strapazierte Wort Zäsur (Einschnitt) in der Geschichte des Halleschen Fußballclubs war dann für die nachfolgende Saison 1995/96 das treffende. Um Andreas Muth, dem mutigen neuen HFC-Präsidenten, hatte sich ein neues Umfeld formiert, das sehr lange im Schatten der Altlasten stand, dem es aber gelungen war dem Traditionsverein eine neue Zukunft zu geben, den vielen (über 250) Nachwuchskickern Perspektiven zu eröffnen und dem treuen Fanpotential seinen Club zu erhalten. Mit Trainer Michael Rehschuh gab es dann in der 5. Liga auch eine sportliche Konsolidierung und der weitere Fall nach unten konnte aufgehalten werden. Mit Platz 7 in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt musste man vorerst zufrieden sein, wenn auch der VfL Halle 96 nunmehr zur sportlichen Nr. 1 in der Saalestadt aufstieg. Das neue Präsidium hatte in dieser schweren Zeit viel bewegt. So war es auch gelungen, den deutschen Rekordmeister FC Bayern München mit fast all seinen Stars um Jürgen Klinsmann und dem legendären Erfolgscoach Otto Rehagel ins KWS zu holen. Vor einer phantastischen Kulisse von ca. 15.000 Zuschauern gab es ein 2:12, wobei sich Sven Kitzinger mit der 1:0-Führung im wahrsten Sinne des Wortes berühmt schoss.

Schon ein Jahr später, in der Saison 1996/97, gelang dem Club der Wiederaufstieg in die Amateuroberliga. Dieser bescherte ein neues Kapitel in Halles Fußballgeschichte. Erstmalig trafen zwei hallesche Mannschaften in einer Spielklasse aufeinander. Sportlich blieb der VfL 96 bei zwei Siegen (4:0, 2:0) die Nr. 1, doch den Sieg bei den Fans erzielten die des HFC. 7.500 Zuschauer kamen zum ersten "Gipfel" ins KWS - am Ende der Saison ein "Oberligarekord" für Fans in Deutschland. Traurig anzumerken ist das tragische Fallschirmunglück vor dem ersten Termin des Stadtderbys, als neben einem Springer auch noch drei jugendliche Fans des HFC den Tod fanden. Da der VfB Leipzig neben dem FSV Zwickau und dem FC Carl Zeiss JENA buchstäblich in letzter Sekunde aus der 2. Bundesliga abstieg, musste auch der HFC als zusätzlicher vierter Absteiger wieder in die Verbandsliga zurück. Die beiden Unentschieden (1:1, 0:0) gegen Türkyemspor Berlin in den Relegationsspielen, und damit der HFC-Gesamterfolg (durch die Auswärtstorregel), blieben bedeutungslos.

Wiederum, nicht selten ein Saisonziel des HFC, sollte in der Serie 1998/99 der sofortige Wiederaufstieg gelingen. Obwohl mit Patrick Albrecht (VfL 96) und Marcel Geidel (Lok Stendal) zwei Spieler mit höheren Ambitionen den Verein verließen, war der Kader dazu stark genug. Der Saisonverlauf bewieß es auch. Und doch: Es reichte am Ende nicht. Es gäbe viele Wenn und Aber anzuführen - Fakt ist: Der HFC scheiterte wieder einmal an sich selbst. Der Oberliga-Mitabsteiger FC Anhalt Dessau schafft den eigentlich nicht avisierten Wiederaufstieg. Der HFC wird trotz seiner besten Gewinnquote (23 Siege gab es noch nie!) nur Zweiter. In allen fünften Ligen Deutschlands (außer eben in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern) hätte die HFC-Bilanz zum souveränen Aufstieg gereicht. Der hoffnungsvolle Trainerwechsel zu Beginn der 2. Halbserie (der Ex-Herthaner Fußballprofi Dieter Timme übernahm das Traineramt von Dieter Strozniak) half nichts mehr. Auch in der Saison 1998/99 waren zumindest die HFC-Fans wieder einmal meisterhaft. Über 3.000 HFC-Anhänger skandieren zum Saisonfinale trotz verpasstem Aufstieg " Jetzt erst recht!". Sie hatten zuvor alles in ihren Kräften stehende getan, selbst einen Sonderzug zum "Endspiel" nach Dessau hatten sie organisiert - nein an ihnen lag es wirklich nicht, dass der HFC auch in der Saison 1999/2000 in der 5. Liga spielen musste.

In dieser Serie klappte es dann endlich mit dem Wiederaufstieg. 85 Punkte bei 83:17 Toren reichten für den unangefochtenen Platz 1 und die Rückkehr in die NOFV-Oberliga Süd. Hier schlug sich der Aufsteiger beachtlich und belegte am Ende der Serie 2000/01 einen guten 10. Rang (44 Punkte bei 45:57 Toren). In den Folgejahren sollte sich zuerst der Klasse etabliert werden, um dann mittelfristig den Aufstieg in die Regionalliga anzupeilen. Die Serie 2001/02 beendete das Team auf Rang 7 (wieder 44 Punkte bei 45:29 Toren). Nach einigen Eskapaden musste Cheftrainer Reinhard Häfner seinen Stuhl räumen, und Dieter Strozniak sprang zum wiederholten Male ein. Unter seiner Regie gelang der Sieg im Finale des FSA-Pokals mit einem 3:1 gegen den FC Grün-Weiß Wolfen, was zum Start in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals berechtigte. Hier hieß der Gegner zum Auftakt der Saison 2002/03 SC Freiburg, dem man sich mit 1:3 geschlagen geben musste. In der Liga lief es eher durchschnittlich, in der Endabrechnung sprang unter Cheftrainer Dirk Mankowski Rang 5 (59 Punkte bei 49:29 Toren) heraus. Um einen Platz nach oben verbesserte sich die Mannschaft im Folgejahr (57 Punkte bei 56:32 Toren). Der zwischenzeitlich verpflichtete Manager Lutz Lindemann sollte sein Kontaktgefüge in den Verein einbringen und insbesondere den Mannschaftskader entsprechend verstärken. Dies gelang ihm allerdings in den Folgejahren nicht. Der neue Cheftrainer Hermann Andreev startete mit zwei Niederlagen in die Saison 2004/05 und musste noch in der 1. Halbserie seinen Hut nehmen. Lutz Lindemann nahm selbst auf der Trainerbank platz, schaffte am Ende aber auch nicht mehr, als wiederum einen 4. Rang (60 Punkte bei 70:38 Toren). Zu allem Überfluss schied der HFC im Halbfinale des FSA-Pokals dann auch noch in der Nachspielzeit beim VfB 06 Sangerhausen aus (0:1), was für die zahlreichen Anhänger das Traditionsvereins eine herbe Enttäuschung bedeutete. In die Serie 2005/06 ging man dann mit einer prominenten Verpflichtung: René Müller übernahm das Zepter und sollte nun endlich den erhofften Erfolg organisieren. Der schon fast traditionelle vierte Rang in der Endabrechnung (53 Punkte bei 46:26 Toren) war wiederum enttäuschend. Im Folgejahr musste der Leipziger dann seinen Hut nehmen und wurde durch den bisherigen A-Jugendcoach Detlef Schößler ersetzt. Die 0:5-Niederlage am letzten Spieltag beim FSV Budissa Bautzen setzte den Schlusspunkt unter eine total verkorkste Serie, an derem Ende mit Platz 7 (42 Punkte bei 31:30 Toren) der Tiefpunkt nach dem Wiederaufstieg stand.

Somit ging es in der Saison 2007/08 um das sportliche Überleben des HFC. Durch die Neustrukturierung der Spielklassen konnten sich die ersten vier Vertretungen (Platz 1 bis 3 direkt und Platz 4 durch die Relegation) für die ab der Serie 2008/09 neu eingeführte DFB-Regionalliga qualifizieren. Ein Verfehlen dieser Qualifikation hätte für den HFC das Ende des Leistungsfußballs bedeutet.

Unter "Neu-Manager" Ralph Kühne wurde zuerst eine fast komplette Mannschaft zusammengestellt, bevor Fußballlehrer Sven Köhler ans Regiepult trat. Unter seiner Verantwortung konnte der HFC sich nach einer noch eher durchwachsenen Hinrunde in der Frühjahrsserie enorm steigern und den Staffelsieg in der NOFV-Oberliga Süd erringen (60 Punkte bei 50:21 Toren). Der zusätzliche Erfolg im Finale des Landespokals, was ausgerechnet im Stadion des Erzrivalen ausgetragen werden musste und nach Elfmeterschießen gewonnen wurde, setzte den Schlusspunkt unter die bis dato seit langem sportlich erfolgreichste Saison des halleschen Traditionsvereins. Nun galt es, auch in der neu geschaffenen DFB-Regionalliga NORD sowie im DFB-Pokal, wo die Auslosung den Erstligisten Hannover 96 als Gegner bescherte, zu bestehen!

Dies gelang wider Erwarten gut. Nach einer 0:5-Niederlage in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals gegen Hannover 96 folgte ein torloses Remis im Auftaktspiel gegen den FC Sachsen Leipzig. Doch bereits in der ersten Auswärtspartie gab es einen Dreier - mit 1:0 gewannen die Köhler-Jungs beim ehemaligen Zweitligisten VfB Lübeck. Nach der Hinrunde der Serie 2008/09 - in der noch der 2:1-Erfolg beim Erzrivalen 1. FC Magdeburg und der 2:0-Erfolg unter Flutlicht beim SV Babelsberg 03 besonders hervorzuheben sind - lag die Mannschaft mit 35 Punkten (9S-8U-0N) bei 18:8 Toren auf Rang drei und war immer noch ungeschlagen. Die erste Niederlage setzte es dann am 27. Spieltag im heimischen KWS gegen Hannover 96 II (0:2), wobei an dieser der überaus schwache Bundesliga-Schiri Peter Gagelmann einen nicht gerade geringen Anteil besaß (ansonsten können die Leistungen der Unparteiischen in der Regionalliga jedoch durchweg als positiv eingestuft werden). Zuvor wurden u. a. beim FC Sachsen Leipzig (4:0), gegen den 1. FC Magdeburg (1:0), beim Chemnitzer FC (3:1) und bei Holstein Kiel (2:1) Siege erkämpft, die den HFC als einzigen Verfolger der „Störche“ etablierten. Bis zum letzten Spieltag war das Aufstiegsrennen offen. Doch wegen einer eigenen 0:1-Niederlage gegen den VFC Plauen und eines 1:0-Erfolgs des KSV gegen den VfB Lübeck klappte es am Ende nicht mit dem Durchmarsch in Liga 3, der einer kleinen Sensation gleichzusetzen gewesen wäre. Mit 70 Punkten (19S-13U-2N) bei einem Torverhältnis von 43:20 beendeten die Saalestädter ihre Regionalligapremiere auf Platz 2 und etablierten sich damit eindrucksvoll in der neuen Spielklasse. Das Landespokalfinale ging nach einigen mehr als nur fragwürdigen Entscheidungen des unterklassigen Referees Gunnar Melms (so pfiff dieser sehr einseitig, zeigte Ronny Hebestreit eine ungerechtfertigte rote Karte sowie zuvor nach einem außerhalb des Strafraums begangenem Foul auf den Elfmeterpunkt) mit 0:1 gegen den 1. FC Magdeburg verloren. Trotz dieses kleinen Wermutstropfens war die Saison 2009/10 die erfolgreichste in der jüngeren Historie der Saalestädter, die von den Trainern der Kontrahenten für die neue Serie nun sogar unisono als Aufstiegsfavoriten gehandelt wurden.

Vor der Serie 2009/10 kamen Angelo Hauk (TSV Crailsheim), Toni Lindenhahn (HFC U19), Jürgen Rittenauer (SC Freiburg II), David Sieber (Chemnitzer FC), Patrick Mouaya (FC Oberneuland), Patrick Rosenau (SV Wehen Wiesbaden) und Selim Aydemir (Eintracht Braunschweig) als Neuzugänge an die Saale. Verlassen mussten dagegen der bisherige Ersatztorwart Norbert Guth (BSV Halle-Ammendorf), Alexander Gröger (TSV Germania Windeck), Christian Beck (FC Rot-Weiß Erfurt II), Christian Person (VFC Plauen), Jens Werner (1. FC Lokomotive Leipzig), Kevin Kittler (FC Sachsen Leipzig), Robert Stark (SV Wilhelmshaven) und Maik Kunze (unbekannt) den Club. Im weiteren Saisonverlauf gingen auch noch Ex-Kapitän David Bergner (ab September 2009 Sportinvalide) sowie in der Winterpause Milan Janecek (zum VfB 06 Sangerhausen) von Bord. Nach der Hinrunde belegte die Mannschaft den 3. Tabellenplatz, wies aber bereits sechs Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter SV Babelsberg 03 auf. Der strenge Winter mit vielen Spielausfällen ging dann aber in der Rückrunde zu sehr an die Substanz. Nachdem man am 26. Spieltag noch einen eindrucksvollen 1:0-Auswärtserfolg beim Erzrivalen 1. FC Magdeburg feiern konnte und mit sieben Punkten Rückstand (bei einem Spiel weniger) auf die Potsdamer noch durchaus vom Aufstieg in Liga 3 träumen konnte, schwächte sich die Köhler-Truppe mit mehreren Sperren selbst und verlor den Anschluss an die Spitze. Somit belegte man in der Endabrechnung Rang 4, konnte aber durch einen 3:2-Erfolg im Landespokalfinale gegen den VfB Germania Halberstadt in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals einziehen, wo als Gegner der 1. FC Union Berlin aus der 2. Bundesliga zugelost wurde. In der A-Jugend-Bundesliga NORD/NORDOST machte die Mannschaft von Trainer Hagen Schmidt mit einem 3:1-Sieg beim FC Rot-Weiß Erfurt am letzten Spieltag den Klassenerhalt perfekt - ein toller Erfolg für die HFC-Nachwuchsabteilung. Und auch die U23-Mannschaft konnte in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt mit Rang 2 ihre bis dato beste Platzierung erreichen. Eine richtungsweisende Entscheidung für das Fortbestehen des Halleschen FC in seiner leistungsorientierten Ausrichtung fiel auch endlich und langersehnt: Nach fast achtjähriger Vorbereitung bekam die Bietergemeinschaft der Firmen GP Papenburg und Beton & Rohrbau den Zuschlag für den Ersatzneubau des Kurt-Wabbel-Stadions in ein mordernes und zeitgemäßes „Schmuckkästchen“ mit einem Fassungsvermögen von 15.000 Zuschauern. Somit war die Partie gegen Hannover 96 II (1:1) am 22.05.2010 der letzte Punktekampf in der 76jährigen Historie des „KWS“, und die Fans verabschiedeten ihr „altes Haus“ bei diesem Spiel sowie bei einer weiteren Veranstaltung am 5. Juni 2010 sehr emotional. In der Serie 2010/11 werden unsere Rot-Weißen ihre Heimspiele im Stadion Halle-Neustadt bzw. die sicherheitsrelevanten Partien im Zentralstadion in Leipzig austragen.