Die Clubgründung

Der Deutsche Fußballverband der DDR (DFV) fasste im Dezember 1965 den Beschluss, Fußballclubs zu bilden. Darin hieß es u. a.: "Ab 1. Januar 1965 werden die Fußballsektionen aus den bestehenden Sportclubs der DDR herausgelöst. In den Städten Berlin, Leipzig, Karl-Marx-Stadt, Jena, Erfurt, Halle, Magdeburg, Rostock und bei den Sportvereinigungen Vorwärts und Dynamo Berlin werden je ein Fußballclub gebildet. Sinn dieser Maßnahmen war es, der fortschreitenden Leistungsentwicklung des Fußballs in Europa und in der Welt Rechnung tragen, das Niveau der Oberligamannschaften zu heben und der Entwicklung der DDR-Nationalmannschaft ein noch breiteres und festeres Fundament zu geben. Dabei galt es, für die neuen Fußballclubs und die anderen Oberliga-Gemeinschaften eine entsprechende Basis zu schaffen, die aus zahlreichen Knaben- und Schülermannschaften, Jugend- und Juniorenmannschaften sowie drei bis vier Männermannschaften der verschiedensten Leistungsklassen bestehen sollten.

In Halle gab es unterschiedliche Auffassungen und Diskussionen um den Namen für den neuen Fußballclub. Schließlich setzte sich der Name HFC Chemie, genauer Hallescher Fußballclub Chemie durch. FC Halle oder 1. FC Chemie Halle wurden verworfen. Am 26. Januar 1966 wurde der HFC Chemie gegründet.

In den Schlagzeilen einer bekannten halleschen Tageszeitung war damals zu lesen: "Nun hat auch die Saalestadt ihren Fußballclub, den HFC Chemie, der am Mittwoch in Halles neuem repräsentativen Interhotel -"Stadt Halle"- aus der Taufe gehoben wurde. Rot-Weiß (rote Hose, weißes Jersey) sind wie in Erfurt die neuen Farben, und im neuen Emblem erscheint neben dem Chemie-C Halles Stadtwappen."

In der Ausgabe Nr. 5 der "FUWO" vom 1. Februar 1966 wird der feierliche Akt in Halle durch Werner Stück folgendermaßen beschrieben: "Auch in Halle wurde die Klubgründung unter Dach und Fach gebracht, wenn man die gediegenen Räume des neuen Interhotels dem Namen der Saalestadt als Ort der Handlung so prosaisch umschreiben darf. Es waren schöne Abendstunden, in denen man erstmalig die Kontakte zwischen dem im Bezirk führenden, auf Kohle und Chemie beruhenden Wirtschaftszweig und dem Fußball in festlicher Repräsentation zu spüren bekam. Mehrere VVB sind die Trägerbetriebe, Dr. Wolfgang Nette, Generaldirektor der VVB Elektrochemie und Plaste der erste Vorsitzende des neuen Klubs. Stellvertreter sind der bisherige Sektionsleiter des SC Chemie, Werner Langenhahn, und Dr. Gerhard Schmidt, bis vor einiger Zeit aktiver Spieler der ersten Mannschaft des SC Chemie und der HSG Wissenschaft. Auch im weiteren Vorstand sind die VVB durch führende Vertreter verankert. Von der Seite des Sports kommen Klaus Hoffmann, Werner Steinweg (bekannt durch die ausgezeichneten Kinderolympiaden der BSG Lokomotive) als technischer Leiter und der frühere Torwart Günter Melchior (Finanzen und Wirtschaft)."

Für die Aktiven sprach Klaus Urbanczyk: "Die Oberligaspieler, so versicherte er, fänden den neuen Namen sehr schön und sie würden alle Anstrengungen unternehmen, um das große Ziel der Leistungssteigerung und der Verbesserung der Nachwuchsarbeit zu erreichen. ... Dr. Nette, früher als Handballer bei Chemie Leuna sportlich aktiv, sprach über die Tradition und Verpflichtung des neuen Klubnamens - HFC bedeutet die guten Traditionen des Halleschen Fußballs fortzusetzen und Chemie bedeute, dessen führende wirtschaftliche Rolle nun auch den Fußball des Bezirkes Halle zu übertragen...."

Erdgas Sportpark

Spielstätte des HFC - Erdgas Sportpark