HFC sozial
23.04.2019

ERST STADIONTOUR, DANN JUBEL

Das war Emotion pur: Sonja Sauerhöfer und ihr Sohn Christian rissen nach dem Abpfiff überglücklich die Arme hoch. Die beiden HFC-Fans gehörten zusammen mit Ehemann Ralf am Sonnabend zu den rund 11.0000 Zuschauern, die im ERDGAS Sportpark einen 3:0-Erfolg der Rot-Weißen gegen den TSV 1860 München bejubeln konnten. „Wir haben schon mit einem Sieg gerechnet, doch wie stark unser Team aufgetrumpft hat, war schon beeindruckend“, sagte die 49-jährige Frau aus Sangerhausen. Die Fußball-Party des Drittligisten war für sie und ihren 23-jährigen Sohn der krönende Abschluss einer Woche, die sie nicht vergessen werden. Schon am Dienstag waren sie nach Halle gekommen, um Torsten Ziegner beim Training mit der Mannschaft über die Schulter zu schauen. Anschließend schlossen sich die beiden, die immer im Block 15 sitzen, einer Stadion-Führung an. „Wir wollten uns einmal die Spielstätte unserer Lieblingsmannschaft näher anschauen“, so Christian Sauerhöfer. Wie seine Mutter absolvierte er den Rundgang im modernen Sportpark natürlich mit rot-weißem Fan-Schal um den Hals.

Mit ihrem Anliegen standen sie nicht allein da. Die monatliche Stadion-Führung der Stadt-Information ist im April auf ein überaus großes Interesse bei Anhängern und Sympathisanten des Halleschen FC gestoßen. Rund 30 Besucher aus nah und fern fanden sich beim Marathon-Tor am ERDGAS Sportpark ein, um bei herrlichem Frühlingswetter mit Stadtführer Steffen Hechler die Spielstätte des Drittligisten zu erkunden. Unter den fußballbegeisterten Kiebitzen befanden sich eingefleischte HFC-Fans ebenso wie Großeltern mit ihren Enkeln, Touristen, die in der Stadt unterwegs waren, und sogar ein früherer Spieler des VfL Halle, einst der stärkste städtische Konkurrent der Rot-Weißen. Auch ein junger Mann aus Hameln, der die Osterferien bei Verwandten in Halle verbringt, nutzte die Gelegenheit, um das „Wohnzimmer“ seiner Lieblingself kennenzulernen. Auf der Stadion-Tour erfuhren die Schaulustigen eine Menge über die Geschichte und die Architektur der Sportstätte am Gesundbrunnen, deren Anfänge fast hundert Jahre zurückreichen. Zu DDR-Zeiten hieß es Kurt-Wabbel-Stadion, ab 2010 wurde an gleicher Stelle der  moderne Sportpark errichtet. „Eine gelungene Symbiose als Alt und Neu“, findet der Stadtführer, der selbst seit Kindheit an ein glühender Anhänger des HFC ist.

Wie der Zufall es wollte, lief gerade Torwart-Trainer Marian Unger im Jogging-Tempo an der Gruppe vorbei und grüßte, als der unterhaltsame Rundgang begann. Wenig später tauchte auch noch der Retro-Bus des HFC mit Event-Manager Udo Becker am Steuer auf. Da gab es natürlich ein großes Hallo. Beeindruckt zeigte sich die Gruppe vom Stadion-Neubau, der 2011 eingeweiht wurde und rund 15 000 Besucher fasst. Die meisten waren schon bei Heimspielen des HFC dabei und sie schwärmen immer wieder von der einzigartigen Atmosphäre, wenn die Fans ihre Mannschaft anfeuern, so wie beim wichtigen 3:0-Heimsieg gegen die Münchner Löwen. Nun lernten sie auch das „Innenleben“ des Sportparks kennen. Angefangen vom neu gestalteten VIP-Bereich, der sich natürlich in Rot-Weiß präsentiert, bis hin zu den beiden Polizei-Verwahrzellen, die zum Glück noch nie genutzt werden mussten, wie der Tour-Guide anmerkte. Nur den Kabinenbereich des HFC durften die neugierigen Gäste nicht betreten. „Das Allerheiligste der Spieler ist für Außenstehende tabu. Außerdem riecht es da nicht so gut, wegen des schweißtreibenden Trainings“, warf Steffen Hechler ein und hatte damit die Lacher auf einer Seite.

Dafür konnten die Besucher den bestens gepflegten Rasen im ERDGAS Sportpark von der Außenlinie aus in Augenschein nehmen. Gerade für die echten HFC-Fans war es ein besonderes Erlebnis, das satte Grün, auf dem ihre Lieblinge wie Braydon Manu, Sebastian Mai oder Bentley Baxter Bahn spielen, auch einmal mit der Hand berühren zu können. Zur ausreichenden Bewässerung des Rasens steht eine  Zisterne mit 1,3 Millionen Liter Wasser zur Verfügung. Sie liegt unter der Erde des Sportparks, was für einiges Erstaunen sorgte. Die Stühle im Presseraum reichten zum Abschluss der Tour kaum aus, um allen einen Sitzplatz zu bieten. Dort fand auch am Samstag die traditionelle Pressekonferenz mit den beiden Trainern statt. Sonja und Christian Sauerhöfer waren sich nach dem Rundgang einig, dass sie kein Heimspiel verpassen wollen.

Zum Vormerken: Die nächsten Stadionführungen gibt es am 21. Mai und am 18. Juni. Beginn ist jeweils um 17 Uhr. Karten für 6 bzw. 8 Euro sind bei der Tourist-Info am Markt 13 erhältlich.

Von: WB

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