Hallotri
27.11.2017

SCHLUSS MIT DER HETZJAGD!

Als Maskottchen des Halleschen FC hatte ich am Samstag frei. Schließlich war Auswärtsspiel, da bin ich nicht im Einsatz und wäre im Derby so auffällig rot-weiß und hallensisch wohl auch Spießruten gelaufen. Geärgert habe ich mich trotzdem. Und das weniger über die Niederlage.

Vielmehr regt mich noch immer auf, welche Hetzjagd auf unseren Daniel Bohl veranstaltet wird. Von Internet-Usern und Medien. Als die Partie in Magdeburg abgepfiffen wurde und sich der Mittelfeldspieler des HFC erstmals zu den Vorwürfen des Beißens äußern konnte, stand das Urteil bereits fest. Suarez! Tyson! Das basierte allerdings ausschließlich auf der Aussage des ellenbogencheckenden Gegenspielers. Schon unmittelbar nach seiner roten Karte muss er während des Spiels zu den TV-Leuten Kontakt gehabt und seine Version des Zweikampfs redselig mitgeteilt haben. Anhand der Fernsehbilder wäre der Kommentator sonst jedenfalls niemals auf die Idee gekommen, dass Daniel Bohl gebissen haben könnte. Weil es schlicht nicht zu sehen ist.

Die Kamera zeigt den Hinterkopf des HFC-Kickers, mehr sieht man nicht und kann deshalb nur – richtig, mutmaßen. Komisch, dass diese spektakuläre Szene keine einzige der zahlreichen Kameras beweisführend eingefangen hat, auch keiner der noch zahlreicheren Fotografen am Spielfeldrand hat kolportierten Biss im Angebot. Als Kronzeuge trat dann Christian Beck in Erscheinung. Der Magdeburger Torschütze hat einen Biss gesehen – aha, erstaunlich. Muss wohl Röntgenaugen haben, der Gute. Er stand nämlich an der Außenlinie, etwa auf Höhe der Kamera und konnte wie der unmittelbar neben ihm stehende Linienrichter nur Rücken und Hinterkopf von Daniel Bohl sehen. Diese Merkwürdigkeit in der Aussage von Kollege Beck wurde aber irgendwie nicht hinterfragt. Warum auch, der Täter stand ja fest. Im Zweifel für den Angeklagten? Ach Quatsch, ist doch solch eine schöne Geschichte. Die bringt bestimmt Klickzahlen, Auflage und Einschaltquoten.

Deshalb ließen sich diverse Zeitungen, Onlineportale und eben auch Fernsehsender ausschweifend darüber aus, was der Daniel Bohl doch für ein Bösewicht ist. Obwohl er strikt dementierte und niemand einen gegenteiligen Beweis erbrachte, keine Bisswunde als Beleg großgezoomt wurde, schlicht kein Biss zu erkennen war. Von niemandem. Wenn man es ganz genau nimmt, konnte es nicht mal Philip Türpitz selbst sehen, Daniel Bohl lag nämlich unter und hinter ihm. Aber da war ja noch Christian Beck …

Teil zwei dieser Schlüsselszene und deren Einordnung geht dabei fast unter. Natürlich hat sich Marvin Ajani nicht sonderlich clever verhalten. Vermutlich gab es deshalb Rot für Blödheit. Das Schübserchen an sich war nämlich eher von der harmlosen Sorte, nicht rotwürdig und darum durchaus diskutierbar, warum der sterbende Schwan im blau-weißen Trikot nicht für seine Theatralik kritisiert oder gar wegen Unsportlichkeit verwarnt wurde. Aber was soll’s, in solchen Spielen gibt es selten mal einen Fairplaypokal zu gewinnen. Schade eigentlich. Und jetzt ist mal gut mit Hetzjagd. Sonst werd ich ernsthaft sauer.

Euer Hallotri

Von: Hal

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