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09.04.2018

AUSFLUG OHNE HAPPY END

Der Gästeblock in Meppen sollte wieder stimmungsvoll und lautstark sein. So war es geplant am Sonntag. Doch es blieb vergleichsweise ruhig, weil viele der für die Stimmung Verantwortlichen nicht ins Stadion durften. Ein Ausflug ohne Happy End.

Um 2.30 Uhr machten sich am frühen Sonntagmorgen zwei voll besetzte Reisebusse auf den Weg von Halle ins Emsland. Die Fahrt in den hohen Norden war perfekt geplant. Nach Ankunft stiegen die Busbesatzungen auf ein Schiff, um nach zweistündiger Dampferfahrt Meppen zu erreichen. Die Anreise verlief friedlich, gut gelaunt, vorfreudig. Vor dem Anlegen des Bootes wurden drei Bengalos auf dem Heck gezündet nebst rot-weißer Rauchfahne – ein Akt der Begrüßung, bei dem niemand zu Schaden kam.

Als sich die etwa 80 Fans des Halleschen FC dann auf den Fußmarsch vom Anleger Richtung Stadion machten, wurden sie von der Polizei an der Emsbrücke gestoppt. Ohne ersichtlichen Grund. Eine Passantin hatte sogar gestaunt, dass die Fußballfans ordnungsgemäß den Gehweg benutzt hatten und nicht etwa die gesamte Straße einnahmen. Von den HFC-Anhängern ging keinerlei Aggression aus. Umso irritierender das Vorgehen der Polizei. Zielgerichtet gingen die Beamten auf die Gruppe los, ließen keinen Zweifel an ihrer Entschlossenheit und setzten auch Schlagstöcke ein. Die komplette Gruppe wurde festgesetzt zur Personenfeststellung.

Während die Einsatzzentrale im Meppener Stadion dafür plädierte, die HFC-Fans zum Stadion zu begleiten und von den mitreisenden Beamten aus Halle Zustimmung erfuhren, vermeldete die Neue Osnabrücker Zeitung mit Verweis auf den Polizeibericht und einen Reporter vor Ort:
„Fans von Halle halten schon weit vor dem Anpfiff des Spiels die Polizei in Atem. Die Beamten wurden am Sonntagmorgen um 11.30 Uhr zur Emsbrücke gerufen. Wie ein Polizeisprecher auf Anfrage der Redaktion mitteilte, „sollen hier offensichtlich bereits mehre Anhänger aus Halle Pyrotechnik gezündelt haben“. Weitere Details konnte der Polizeisprecher nicht mitteilen. Die Polizeikräfte wurden an dem Einsatzort zusammengezogen. Ein Polizeisprecher der Bereitschaftspolizei Oldenburg sagte unserer Redaktion vor Ort an der Emsbrücke: „Im Moment ist es ruhig.“ Er wollte den Einsatz von Feuerwerkskörpern nicht bestätigen.“

Da die Fan-Gruppe mehrere Stunden festgehalten wurde bot der Betreiber des benachbartes Cafes an, den Hallensern Essen und Getränke zu verkaufen. Das wurde von der Polizei abgelehnt. Schließlich mussten die 80 HFC-Fans, die sich auch während der Drangsalierung mit völlig unverhältnismäßigem Vorgehen der Sicherheitskräfte besonnen und ruhig verhielten, in ihre Busse steigen und Meppen verlassen. Ohne das Spiel gesehen zu haben. In die Heimat begleitet wurden sie übrigens durch fünf Polizeifahrzeuge mit Blaulicht als Eskorte. Unverhältnismäßigkeit also auch noch weit vom Spielort in den Abendstunden. Der Hallesche FC bedauert, dass der aufwändige Ausflug mit dem Gegenteil von einem Happy End zu Ende ging.

Von: LT

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