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04.01.2018

EIN EKLAT, DER KEINER WAR

Online ist von einem „Eklat“ zu lesen. In der Printausgabe heißt es „Rauswurf beim Abschied“. Dabei verlief die Verabschiedung von Torwarttrainer Bernd Jayme stilvoll und harmonisch. Und somit gänzlich anders, als die Mitteldeutsche Zeitung berichtet.

Der Pressesprecher des Halleschen FC war Augen- und Ohrenzeuge:

„Am Dienstag stimmten Manager Ralph Kühne und Bernd Jayme nebst Berater die vorbereitete Pressemitteilung zur anschließend verkündeten Trennung ab. Mehrfach wurde der Text verändert auf Wunsch des Torwarttrainer-Beraters, bis beide Seiten einen gemeinsamen Sprachgebrauch gefunden hatten. Respektvoll und nicht selbstverständlich. Es wurde vereinbart, dass sich Bernd Jayme im Rahmen des Trainingsauftakts am Mittwoch von der Mannschaft verabschieden dürfe.

Ursprünglich war die Neujahrsansprache der Vereinsführung für 10 Uhr angesetzt, verschob sich aber wegen Einkleidung des Teams etc. um 15 Minuten nach hinten. Darüber informierte Trainer Rico Schmitt den um kurz vor 10 Uhr eintreffenden Bernd Jayme im codegeschützten Sanitärtrakt. Auf dessen Frage, ob er so lange rausgehen solle und draußen warten, entgegnete Rico Schmitt, das sei ihm egal, nur bitte nicht in der Kabine. Was absolut Sinn machte, denn dort herrschte auf Grund von Eintreffen, Spind einräumen, Wiegen, Umziehen ohnehin schon reges Treiben und dienstbeflissene Hektik auf engem Raum. Zumal Bernd Jayme wenige Minuten später ohnehin die gesamte Mannschaft zu sehen bekam. Es war ein kurzer, sachlicher Dialog zwischen Trainer und Bernd Jayme hinter verschlossenen Türen. In meinem zufälligen Beisein. Journalisten gab es demzufolge weder in Hör- noch in Sichtweite.

Um 10.15 Uhr begrüßte Manager Ralph Kühne die Mannschaft, informierte nochmals über die Freistellung des Torwarttrainers, dankte für dessen Engagement und übergab ihm das Wort. Bernd Jayme redete mehrere Minuten, attestierte seinen Torhütern eine angenehme Zusammenarbeit und große Professionalität, dankte für eine schöne und lehrreiche Zeit und wünschte dem Team Erfolg in der Rückrunde. Nach dem obligatorischen Beifall verließ Bernd Jayme den Versammlungsraum, machte draußen mit zwei weiblichen Fans Selfies und stand dann den am Parkplatz wartenden Journalisten Rede und Antwort.

Das ist die nüchterne Chronologie. Der MDR sendete zur Thematik einen zweieinhalbminütigen TV-Beitrag, ließ darin Rico Schmitt und Bernd Jayme mit Statements zu Wort kommen. Von einem Eklat beim Abschied, von einem Rauswurf aus der Kabine – in der sich weder Trainer noch Torwarttrainer aufhielten – war im gesamten MDR-Clip keine Rede. Warum? Vermutlich, weil es keinen Eklat gab.“

Lars Töffling, Pressesprecher

Von: LT

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