13.05.10 - Unser nächster Gegner
Viele Wege führten zum VfB Germania
Heute gehören dem VfB Germania Halberstadt über 1.000 Mitglieder in den Abteilungen Fußball, Turnen, Judo, Behindertensport, Tischtennis, Volleyball, Frauensport und Cheerleading an. Dabei sind die Fußballer das Aushängeschild des Vereins, spielen in der NOFV-Oberliga Süd und belegen dort aktuell nach 26 absolvierten Spieltagen mit 35 Punkten (10S-5U-11N) bei 40:34 Toren den achten Rang. In dieser Woche verlängerte der in der ca. 43.000 Einwohner zählenden nordharzer Kreisstadt beheimatete VfB das Engagement mit Trainer Andreas Petersen, der seit April 2007 an der Seitenlinie steht, bis zum 30.06.2012.
Der Weg ins Finale:
Der VfB Germania Halberstadt steht erstmals im Finale des seit 1990/91 ausgetragenen Landespokalwettbewerbs. Auf dem Weg dorthin eliminierte man jeweils auswärts den FSV Hettstedt mit 5:0 (3:0), den SV Edelweiß Arnstedt mit 3:2 (1:1), die TuS Schwarz-Weiß Bismark mit 4:0 (3:0) und den 1. FC Romonta Amsdorf mit 1:0 (1:0), ehe man im Halbfinale im heimischen Friedensstadion dem favorisierten 1. FC Magdeburg mit einem 1:0 (1:0) ein Bein stellte.
Die Historie des Vereins:
In der im Zweiten Weltkrieg völlig zerbombten Stadt wurde bereits ab 1947 in der SG Halberstadt-Altstadt (diese stand 1948 im Finale der Sachsen-Anhalt-Meisterschaft, unterlag dort aber der SG Bernburg-Süd mit 2:3) wieder Sport getrieben. Die am 26. Oktober 1949 gegründete BSG Reichsbahn Halberstadt benannte sich ein knappes Jahr später in BSG Lokomotive um und stieg 1954 in die zu dieser Zeit drittklassige Bezirksliga Magdeburg auf. Drei Jahre später gelang der Aufstieg in die II. DDR-Liga und 1962 die Quailifikation für die zweitklassige I. DDR-Liga. Nach dem sofortigen Abstieg nahm die Mannschaft zunächst den Wiederaufstieg in Angriff, scheiterte jedoch in der Relegationsrunde. Erst 1966 wurde die BSG Lok wieder zweitklassig, stieg aber ebenfalls sofort wieder ab. Zwischen 1971 und 1976 trat man dann unter der Bezeichnung „Lokomotive/Vorwärts“ an und konnte sich für vier Spielzeiten (1971 bis 1975) in der DDR-Liga behaupten. Nach 1980 verblieb die Mannschaft bis zum Ende des DDR-Fußballbetriebes in der drittklassigen Bezirksliga. Nach der politischen Wende von 1989 trat die BSG dem Verband Deutscher Eisenbahner-Sportvereine e. V. bei, wandelte sich am 13. Juni 1990 in den ESV Halberstadt e. V. um und wurde ab 1990 in die Verbandsliga Sachsen-Anhalt eingegliedert. Nach zwei Spielzeiten musste jedoch der Gang in die Landesliga angetreten werden. In den Jahren 1991 und 1992 schieden die Abteilungen Handball und Tennis aus dem Verein aus, und da nur noch 18% der Mitglieder oder deren Angehörige Eisenbahner waren, lehnte der Verband der Eisenbahnersportvereine die weitere Zugehörigkeit des ESV Halberstadt für das Folgejahr ab. Deshalb beschloss, sich ab 1. Januar 1994 in Verein für Breitensport (VfB) Halberstadt 1994 e. V. umzubenennen. Später wurde die Jahreszahl im Vereinsnamen in 1949, dem Ursprungsjahr der Vorgängergemeinschaft, geändert. Unmittelbar danach schieden auch die Abteilungen Fußball, Schwimmen und Kegeln aus dem Verein aus. Die Fußballer gründeten unter Bezugnahme auf den früheren Fußballverein den FC Germania 1900. Am 3. September 1997 beschlossen der VfB und der FC Germania die Fusion beider Vereine zum heutigen VfB Germania Halberstadt. Im Jahr 2000 gelang die Rückkehr in die Verbandsliga und 2003 der Aufstieg in die NOFV-Oberliga.
Bekannte Spieler:
Halberstadt war für mehrere Fußballspieler Sprungbrett zu einer erfolgreichen Karriere in der DDR-Oberliga, der Bundesliga oder in diversen Auswahlmannschaften. Auszugsweise wären hier
- Ulrich Schulze (ging 1964 zum 1. FC Lok Leipzig und später zum 1. FC Magdeburg, 152 Oberligaspiele, 1 A-Länderspiel),
- Jürgen Sparwasser (ging 1965 zum 1. FC Magdeburg, 271 Oberligaspiele, 53 A-Länderspiele, Olympiabronze 1972),
- Lutz Lindemann (ab 1971 beim FC Rot-Weiß Erfurt, später FC Carl Zeiss Jena, 205 Oberligaspiele, 21 A-Länderspiele),
- Detlef Raugust (ging 1972 zum 1. FC Magdeburg, 226 Oberligaspiele, 3 A-Länderspiele),
- Frank Lieberam (ging 1981 zum 1. FC Magdeburg, danach zu Stahl Riesa und Dynamo Dresden, 194 Oberligaspiele),
- Maik Franz (wechselte 1999 zum 1. FC Magdeburg, 2001 zum VfL Wolfsburg und 2006 zum Karlsruher SC, 19 U-21-Länderspiele),
- Kevin Schlitte (ging nach 18-monatiger Germania-Zeit 2005 zum FC Carl Zeiss Jena, später SC Freiburg und Hansa Rostock) und
- Nils Petersen (Jugendspieler bei Germania, ab 2005 beim FC Carl Zeiss Jena, danach beim FC Energie Cottbus)
zu benennen.
Die Partien gegeneinander:
In Pflichspielen standen sich der HFC (Chemie) und Halberstadt vor der gemeinsamen Zeit in der NOFV-Oberliga Süd nur sehr selten gegenüber. Die Serie 1973/74 absolvierte man gemeinsam in der damaligen DDR-Liga, Staffel C. Damals gelang unserem HFC der sofortige Wiederaufstieg in die Oberliga, und Lok/Vorwärts Halberstadt wurde am Ende immerhin Dritter. Auch im Pokal kreuzte man erst einmal die Klingen und zwar in der Saison 2001/02. Hier behielt der Club in der II. Hauptrunde klar mit 6:1 die Oberhand und wurde später Landespokalsieger (3:1 im Finale gegen den FC Grün-Weiß Wolfen) - ein gutes Omen?
Zahlensalat:
Alle bisherigen Spiele (Ergebnisse aus HFC-Sicht, Heimspiele halbfett):
- Saison 1973/74: 5:0, 3:2 (DDR-Liga, Staffel C),
- Saison 2001/02: 6:1 (FSA-Pokal, II. Hauptrunde),
- Saison 2003/04: 1:1, 1:0 (NOFV-Oberliga Süd),
- Saison 2004/05: 3:0, 2:2 (NOFV-Oberliga Süd),
- Saison 2005/06: 1:1, 3:1 (NOFV-Oberliga Süd),
- Saison 2006/07: 2:1, 2:1 (NOFV-Oberliga Süd),
- Saison 2007/08: 1:2, 2:1 (NOFV-Oberliga Süd).
Gesamtbilanz: 13 Spiele | 8 Siege | 3 Unentschieden | 2 Niederlagen | 29:16 Tore | 27 Punkte.
JS | Ro-Heb | Foto: www.wikipedia.de
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